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lasse in seine Hände gerieth) konnte es nichtwieder hersteilen. Unermessliche ßeichthiimertrösteten den in Ungnade gefallenen Feldherrnauf seinen Gütern, wohin er, der Hofgunst undden Geschäften entsagend, sich zurückgezogenhatte. Charles von Chaumont, Herr zu Amboise,folgte ihm in seinen Stellen; ein Charakter vollTapferkeit und Einsicht, voll Treue und Un-eigennützigkeit für die Interessen des Königs.
Die Sachen des Prinzen von Oranien selbststanden, trotz all’ der angedeuteten, ruhmreichenVerrichtungen, nichts weniger als glänzend.Er hatte sein Privatgut im Dienste der Sache,welcher er sich geweiht, so ziemlich zuge-setzt; er erwartete vergebens von dem reichen,aber geizigen Oheim Maximilians, dem Erz-herzoge Sigismund zu Tyrol, Geldunterstützung;und diess hemmte seine Plane und Operationennicht wenig. Es war ein grosses Unglück, dassoft die Räthe der Gegner selbst von Ludwig XI.bestochen waren und dessen Absichten auf jedeWeise befördern halfen.
Von praktischerem Nutzen zeigte sich umdiese Zeit die Freundschaft der schweizerischenEidgenossen. Diese, obgleich des Königs Söld-ner und Verbündete, unterstützten dennochheimlich die Burgunder mit Rath und That,und gingen mit ihnen Verbündnisse ein. Ihregesunde Politik zeigte ihnen die Gefahr franzö-sischer Nachbarschaft für ihren Staat. So nur
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