geplagt und geqiu.lt. Alles jedoch war fruchtlos. Patient wurdedeßwegen zu einer Molkenkur nach Gais geschickt. Ich wardsogleich zu Rath gezogen und fand nach genauer stethoökopischerUntersuchung Adhäsionen im linken obern Lungenflügel undLungenblenorrhöe. Nach solchen Entdeckungen konnte ich demKranken keine Hoffnung zu radikaler Heilung machen. Da derKranke aber zu gleicher Zeit mit Unterleibsbeschwerden behaftetwar und mir das Asthma mit denselben in Könner zu stehenschien, so konnte ich ihm die Vertröstung geben, daß die Molkenund der Aufenthalt in Gais die beste Palliative Hülfe leistenwerden. Dem Kranken wurde eine strenge Diät und strengesVerhalten vorgeschrieben, alles Weintrinken und Reden verboten,hingegen viel Bewegung in unserer Luft befohlen und zwischendie dritte und vierte oberste Rippe ein Fontanell gesetzt. DieMolken wirkten larativ, schweiß- und harntreibend. Der Schweißroch ganz sauer, und der Urin hatte einen sehr starken schleimicht-eite-rigen Bodensatz. Nach drei Wochen hatten der Husten, der Auswurfund die asthmatischen Beschwerden bedeutend abgenommen, und nachfünf Wochen verließ Patient Gais in jeder Beziehung viel besser. Dasnächste Jahr kam Herr H. wieder und versicherte mir, daß er einenaußerordentlich guten Winter durchlebt habe. Freilich habe er sichstreng und pünktlich an meine, diätetischen Vorschriften gehalten,keinen Wein getrunken, alle gesalzenen und geräucherten Fleisch-speisen vermieden, überhaupt im Ganzen wenig Fleisch gegessen,vor Erkältungen und Erhitzungen sich sehr in Acht genommenund stets für offenen Leib gesorgt. Herr H. kommt nun seitmehreren Jahren regelmäßig nach Gais und erfreut sich stetsdes gleichen guten Erfolges.
Zweiunhwaiyigste Krankheitsgeschichte.
Herr M. v. W. wurde wegen eines chronischen Hustensnach Gais geschickt. Durch die stethoskopische Untersuchung fand