Buch 
Die Heilkräfte der Alpenziegen-Molken und der Molkenkurort Gais / von Joh. Heinrich Heim
Entstehung
Seite
92
JPEG-Download
 

Vais als Kurort.

Steigen wir aufwärts! In jenem hochliegenden BergthalsLegt des Landes berühmtestes Dorf unsern Blicken sich dar.

Wen» des Frühlings erwärmende Sonne die Masse des Schnees geschmelzt,Kommen auS der Nähe und Ferne der Gäste die Menge hier an.Gelehrte, Beamte und Laie» versammeln sich brüderlich hier.

Fremder Sprachen seltsamer Ton erschallet im heimischen Dorf.

Vom fernen Norden selbst kommt hier der Leidende an,

In dessen Brust langsam naget der Schwindsucht verzehrender Wurm.Der Bergluft reiner Hauch stärkt die ermattenden Lungen.

Der Molken nährender Saft aus den kräftigen Kräutern der Alpen,Im Körper der Ziege bereitet, erfrischet sein stockendes Blut;

Am Busen der holde» Natur, im Anschau'n ihrer kräftigen Bilder,Fühlt das verwundete Herz wunderbar sich gestärkt;

Nach langer Entbehrung empfindet es wieder des Lebens frohen Genuß;Gesund und gestärkt kehrt er in die ferne Heimat zurück.

Hygiene thront hier! -

Nr. Tchläpfer.

8 - 1 -

Der Kurort Gais liegt in einem lieblichen, anmuthigen,mit grünen Hügeln umgebenen, vom Rothbach durchflossenen,hohen Bergthale jenes Kantons, von dem Ebel sagt: „ergleiche einem unermeßlichen englischen Garten, wo man dieschönsten und mannigfaltigsten Gebirgsansichten mit den lieblich-sten ländlichen Szenen abwechseln sieht." Er wird südlich vonder ersten Bergreihe, die sich von Westen nach Osten bis zumSommersberg zieht, und nördlich von der zweiten Bergreihe, dievon Westen nach Nordosten bis zum Gäbelis ansteigt, begränzt