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Die Entstehung der Molkenknr in Gais.
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Obschon die berühmtesten Aerzte der ältern und neuernZeit die Molken in einzelnen Krankheitsfällen verordnet haben,so cristircn Anstalten dieser Art doch erst seit der Mitte des acht-zehnten Jahrhunderts. Die Molkenkuranstalt in Gais, die erstein der Schweiz, datirt sich von 1749 her und hat nun baldein Jahrhundert durchlebt. Sie verdankt ihre Entstehung, wievieles Nützliche und Gute in der Welt, dem Zufall. Die ersteVeranlassung des Schottentrinkens in Gais war ein Herr Stein-brüche! am Bleicherweg in Zürich. Dieser Herr soll sehr brust-krank gewesen, ja sogar von den berühmtesten Aerzten seinerVaterstadt rettungslos aufgegeben worden sein. Herr Steinbrüche!hatte einen Schwager, Dr. Meyer in Arbon, und entschloß sichnun, seine Zuflucht zu diesem zu nehmen. Ob die Hülfe desDr. Meyer dem Patienten auch nicht sehr aufhalf oder ob derArzt sogleich den Einfall hatte, daß die reine Gebirgslust inVerbindung mit dem kurmäßigcn Gebrauch der Alpcnziegenmol-ken am besten auf den Kranken einwirken würde, das trägt zurSache nicht viel bei, genug, der Vorschlag wurde ausgeführtund Gais als der gelegenste und gesundeste Ort dazu erkoren.Die Wahl fiel auf das Wirthshaus zum Ochsen *). Die Kurwurde unter Aussicht und Leitung des schwägerlichen Arztes ge-braucht und nach Verlauf von vierzehn Tagen sei, wie sichmein seliger Großvater ausdrückte, die Stunde glücklich gewesen;die Kur habe sichtbarlich gut angeschlagen, hauptsächlich aufden Urin gewirkt, und nach vier Wochen sei Herr Steinbrüche!
'-) Der damalige Besitzer des Wirthshauses war Ulrich Heim. meinGroßvater, der im Jahr 1814 in einem Alter von 94 Jahren und 19 Tagenstarb und von dem diese Tradition herstammt. Är wurde 1720, den 10. Hor-nung geboren und starb 1814, de« 17. März.