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nennt, getrieben. Sie bleiben von Anfang bis zum Ende desganzen Sommers, bei schlechter und guter Witterung wie imwilden Zustande aus diesen hohen Bergen und kommen bis zuihrer Heimkehr im Herbst nie mehr in die Voralp zurück. DieMilch wird alle Abende heruntergetragen. Um Mitternacht schicktsich der Senne zum Käsen, zur Bereitung der Molken an, wel-ches Geschäft etwa zwei Stunden dauert. Gegen Ende desKäsens erlangen die Molken den Siedepunkt und werben alsdannin vorher mit heißem Wasser erwärmte hölzerne Butten, Tansen,Schottatasen durch ein wollenes Tuch geseiht, hermetisch ver-schlossen und, um einestheils die Wärme noch besser zu konser-vire», anderntheils den Rücken des Trägers möglichst gut vorBrennen zu schützen, noch mit Tüchern umwickelt. Um drei Uhrmachen sich die Sennen auf den Weg und kommen jedesmalpräzis sechs Uhr mit den noch ganz warmen Molken in Gaisan *). Die Temperatur derselben variirt jedoch nach der Witte-rung und nach dem Quantum. Wenn sie in kleiner Menge ge-bracht werden, sind sie natürlich weniger warm als im umge-kehrten Fall. Bei schöner und warmer Witterung sind sie bedeutendwärmer als bei regnerischem und kühlem Wetter, ja in jenemFalle so warmdaß man sie nicht alsobald trinken kann. Beiihrer Ankunft wird mit der Kurhansglocke geläutet, auf daß dieKurgäste erfahren, wenn ihnen der Labetrank gereicht werde.Bei guter Witterung werden dieselben auf dem Platz im Freienvor den Gasthäusern, bei schlechter Witterung hingegen in denKursälen ausgeschenkt und getrunken. Sie werden in größerenund kleineren Gläsern, die sechs bis 14 Unzen halten, geschöpft undausgetheilt. Dieß geschieht von Viertelstunde zu Viertelstunde,
') Nie und unter keine» Umständen werden sie unterwegs ge-wärmt, wie Hegner in seiner Molkenkur dem Oberst zweifelnd in den Mundlegte. Von der Wahrheit dieser Behauptung kann sich Jedermann überzeugen,der die Tour der Sennen mitmacht.