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Die Heilkräfte der Alpenziegen-Molken und der Molkenkurort Gais / von Joh. Heinrich Heim
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w» jedesmal mit der Glocke eiir Zeichen gegeben wird. Wer zuspät kommt, muß zuwarten, bis wieder geläutet wird, indem inder Zwischenzeit das Gefäß nicht geöffnet werden darf. Einerücksichtslose Beobachtung dieser Regel ist durchaus nothwendig,indem die Molken durch ein unregelmäßiges und öfteres Auf-machen des Gesäßes die animalische sowohl als die gehörigephysische Wärme einbüßen würden. Es gibt nämlich Personen,die acht bis nenn Gläser *) trinken; weßhalb die MolkenI Vr bis 2 Stunden lang zum Ausschenken bereit stehen undwarm erhalten werden müssen. Die Molkenbuttcn werden zudiesem Behuf gewöhnlich mit einem schlechten Wärmeleiter, mitwollenen Teppichen bedeckt. Während des Trinkens spaziert manaus dem Platze, der Promenade oder im Saal umher, oderbleibt gegentheils ruhig sitzen, bis die abführende oder diuretischeWirkung eintritt.

») Was vr. Krämer in seiner Schrift: Die Molken- und BadanstaitKreuth, München 1829, Fletschmann, Seite 183, sagte, daß die Molkenin Gais häufig zu 12 bis 14 Gläser alle Viertelstuuden getrunken werden,um stch vermehrte Stühle zu erzwingen, ist eben so unrichtig als die Be-hauptung psg. 157 gewagt, aus der Luft gegriffen, daß die Molken inKreuth iu Bezug auf die Qualität vor jenen der Schweizeranstalten denVorzug verdienen.