Band 
Erster Band. A - G.
Seite
91
JPEG-Download
 

Andreasthaler

91

AngerS

Andreasthaler, hannoverische Speciesthaler mitdem Bilde des heil. Andreas. Werth eines Stückes in Pr.Eur. 1 Thlr. 16-/z Sgr., 12 Thlr. —18 Gulden machen1 Mark kölnisch fein Silber.

Stadt in Spanien, im General-Capi-tanat Andalusien, von 1000 Einw.; wichtig durch Fabri-ken für Thonwaaren, Fayence und Seife.

eine zu dem Ranunkelgeschlecht ge-hörige Blumcnpflanze in Deutschland, in vielen Arten,von denen einige als Heilmittel gebraucht werden und des-halb officinell sind, z. B. die giftige Anemone nemorosa,Kukuksblume, kleine Wald-Anemone, weißerWald-Hahnenfuß, die mcdicinisch als tlores et kerbnIlanuneul, albi gebraucht wird. — Anemone raaunculoiäes,Waldanemone, giftiger als die vorige. — Anemonepratensis oder pulsatilln pralensis, Wiesen-Anemone,Anemone pulsstilla, pulsstilln vulznris, schwarzeKüchen-schelle, Osterblumenkraut, Windblumenkrauthaben beide viel Ähnlichkeit. Man sammelt die ganze blü-hende Pflanze, und muß sie, um die Schärfe der Pflanzezu erhalten, schnell trocknen. Auch wird sie in Aufgüssenund Ertracten medicinisch gebraucht.

Kiielle,,,» , s Fenchel

Kiiolleiir» s Dill

Angabe, Angabezettel, s. Dcclaration.

Angel, Angelhaken, 1) sind aus Stahldrath ge-krümmte Haken mit Widerhaken an der Spitze zum Fisch-fang an der Schnur. In Schmalkalden, Jserlohn, Nürn-berg, Waidhofen sind sie in den sehr vielen Sorten einbedeutender Handelsartikel. Es giebt auch Fußangeln, diezuweilen in Gärten gelegt werden, um diebische Besucherabzuschrecken.

Angel, Engel, Angelot, Anxo ä'or, eine alteenglische Goldmünze vom Werthe eines halben Sovereigns— 3 Thlr. 4^/, Gr. in Gold. Heinrich VIII. ließ dieselbeder gleichnamigen französischen nachbilden. Das Münz-bild ist der Erzengel Michael mit dem französischen Wap-pen, gewöhnlich 22 karathig und etwas über 6 Tha-ler Werth. Die halben Stücke heißen Angelots oderDemianges.

Angeld, Aufgeld, Draufgeld, Haftgeld,Handgeld, latein. arrka, franz. arrkes, engl. earnest,ital. arm, heißt die Geldsumme, welche bei Unterhandlun-gen zum Kauf vor förmlich abgeschlossenem Kaufvertrag,oder vor der Ablieferung der Waaren der Käufer dem Ver-käufer gleichsam als Unterpfand zahlt. In dem englischenGesetze (17, 8lal»ie »k Irauüs 29. c. II. c. 3) heißt es: „KeinKontrakt über den Verkauf von Waaren und Gütern indem Werthe von 1» I.. und darüber soll gültig sein, wennder Käufer nicht einen Theil der so verkauften Güter anneh-men will und dieselben wirklich empfängt oder ein Angeldgiebt, um den Handel zu binden, oder wenn nicht einschriftlicher Kontrakt von den beiden Parteien oder ihrenBevollmächtigten über den Kauf angefertiget und unter-zeichnet wird."

Was den Betrag des Angeldes betrifft, so sagt Black-stone, „wenn nur ein Theil des Werthes, und sei es ein

Penny, bezahlt oder ein Theil der Waaren abgeliefert wird,so ist der Vertrag bindend." Bei der Uebergabe des An-geldes muß der Geber ausdrücklich sagen, dasselbe werdeals Bestätigung des Kontraktes und als Angeld gegeben(Lkittv's LoinmercinI lavr, Vol. III. p. 289).

Dieser Gegenstand ist in jedem andern Handelsrechtefast auf gleiche Weise behandelt. — Hält der Käufer den be-handelten Vertrag nicht, so verliert er das Angeld; erfülltder Verkäufer die Uebereinkunft nicht, so muß er das An-geld doppelt zurückstellen. Die zurückerstattete Summe heißtReugeld.

Angelika, Engelwurz, Heiligengeist-, Drei-einigkeitswurzel, lat. kackix Anxelicae; franz. kneineä'Angeliqns; engl. Angeben root; die Wurzel der großenAngelika (Angeben Arcksngebcn, I..), einer ansehnlichen4—i» Fuß hohen Pflanze, die an feuchten Stellen derGebirge Europa's, in Norwegen, Lappland, auf den Py-renäen wild wächst und im sächsischen Erzgebirge, Thürin-gen rc. in Gärten angebaut wird. Die Wurzel ist spannen-bis 1>/e Fuß lang, besteht aus einem dicken Stamme mittiefen Längs- und feinen Querrunzeln, an welchem nochUeberbleibsel des Stengels und der unteren Blattscheidcnbefindlich sind, und welcher nach unten eine große Mengedicker Wurzelfasern aussendet, die bis 2 Linien dick undziemlich lang sind. Die Wurzel ist außen schwärzlichbraun,innen weiß mit zahlreichen gelben Harzbehältern, von star-kem Gerüche und scharf aromatischem Geschmacke. Frischenthält sie einen gelben Milchsaft, der an der Luft alsröthliches Harz erstarrt. Sie muß von starken, zweijähri-gen Pflanzen im Frühjahr oder Spätherbst ausgegraben,und an trockenen Orten gut verwahrt werden, weil sie leichtverdirbt. Frisch ist der Geruch aromatisch, der Geschmackanfangs süß, dann aromatisch, reizend, und hinterheretwas bitter. Sie wird in der Medicin angewandt, theilsim Aufguß, theils als Pulver, kommt auch eingezuckertin den Handel. Die Liqueurfabrikanten nehmen sie zu denbittern, magenstärkenden Liqueuren. — Die wilde En-gelwurz, Angeben sftrcstris, ist im Geruch und Ge-schmack schwächer.

Augelots, kleine fette Käse aus dem ?rx, ä- Lr»^.— s. auch Angel.

Augers, Hauptort des Depart. Maine-Loire inFrankreich, 47° 28' 9" n. Br. 2° S3' 1S" w. L., 66 LieueSSW. von Paris, an der Mayenne, etwa« unterhalb desEinflusses der Sarthe; mit 39,884 Einw. Der Haupt-handel dieser Stadt besteht in weißen Weinen, Branntwein,Getreide, Kleesamen, Gemäße, Bohnen, Flachs, Hanf,Wolle, Leder, Oel, Schiefer, Obst, trockenen Konfitüren,Wachs, Honig, Leinwand und Zeuge ihrer Fabriken unddes Departements. Sie hat eine Zuckerrafsinerie, Fabrikenfür Leinwand, Segeltuch, künstliche Blumen, Posame»-tirwaaren, Woll - und Baumwollzeuge. — Für den Han-del und das Gewerbeweseu wichtige Institute sind die königl.Schule für Künste und Handwerke, Cour roznle, ein Civil-und ein Handels-Tribunal, Conseil üe pruä'komines, meh-rere und verschiedene (Brand-, Lebens-, und See-) Asse,curanz-Gesellschaften, Dampfschifffahrts-Gesellschaften aufder Loire. Die Etamine von Angers sind sehr geschätzt und

12 »