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Erster Band. A - G.
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Attgvsluran'nde

Anghica

werden gewöhnlich aus inländischer Wolle verfertiget. An-gers besitzt auch Woll- und Baumwollspinnereien, Maschi-nenbauwerkstätten,, und einige Messerschmieden.

Ganz nahe bei Angers befinden sich die berühmtenSchieferbrüche, deren Erzeugnisse einen der wichtigsten Han-delszweige dieser Stadt ausmachen. Sie beschäftigen unge-fähr 3000 Arbeitet, außer den Dampfmaschinen und Zug-thieren. Der Schiefer wird auf der Loire nach Paris oderLyon für das Innere des Landes oder nach Nantes geschafft,und von da nach verschiedenen Theilen Europa's und Ame-rikas ausgeführt. — Es werden in Angers jährlich 12Märkte gehalten; die zu Martini und am Fronleichnams-feste dauern 8 Tage.

Anghica-, Anghica-Holz, ein schönes, festes,gestreiftes und geflammtes Holz, das meistens über Bra-silien in runden Stammklötzen von 3 bis 18 Fuß Länge und6 bis 10 Zoll Dicke nach Europa gebracht wird.

änglesea, englische Insel und be-sondere Grafschaft, an der Küste von Wales, davon durchdie Meerenge von Menay getrennt, aber durch eine Ket-tenbrücke mit dem Festlande verbunden. Sie ist wichtigdurch Ackerbau, Vieh- und Bienenzucht, sehr ergiebigeKupferminen, und mehrere Häfen; 8»/, Q.M. groß, mit1831: 48323, 1841: 30890 Einw. Wvllenweberci wirdnur für den Hausbedarf getrieben.

Angola, Ngola, ein von Negern bewohntes Kü-stenland, auf der Westküste von Afrika, in dem die Portu-giesen frühzeitig Niederlassungen gegründet haben. DieHauptstadt der portugiesischen Besitzungen und der Sitz desGeneralgouverneurs der Küste Angola ist die gleichnamigeStadt, oder auch Sän Paulo de Loanda, oder Lösn danach der den Hafen der Stadt bildenden Insel genannt.Gegen die See ist die Stadt durch drei starke Festungen gutgesichert, aber dagegen auf der Landseite gar nicht befestigt.Der Hafen kann bequem mehrere hundert Schiffe fassen.Der Eingang ist gegen N.; die Sklavenausfuhr nach Ame-rika der Hauptgegenstand des Handels. Die Sklaven wer-den aus den Binnenländern geholt oder durch Karawanengebracht, wie auch Elephantenzähne. Natur - Produktedes Landes sind gute Baumwolle, Indigo, Taback, Ing-wer, Zuckerrohr, Tamarinden, Ricinus, eine Art vonFärbemoos, Ursella genannt, der von den Eingebornen zuihren Kanvts benutzte schlanke und weiche Baum Mafu-meiro, Mahagoni, Eben- und Pockholz, Akazien, Aloe,Drachenblut, Palmöl, viel Eisen und Kupfer, Stein-salz; wilde Büffel, wilde Ziegen, Bisamochsen, Schaafe,Schweine, Elephanten. Als gewöhnliches Hausthier wer-den nur Schweine für den Bedarf gehalten; dagegen But-ter, Käse, geräuchertes und gesalzenes Fleisch zu hohenPreisen aus Brasilien oder Europa eingeführt. Das Copal-Gummi wird aus den inneren unbekannten Ländern ge-bracht und ist ein bedeutender Handelsartikel, so wie dasElfenbein und Wachs. Uebrigens geschieht zur Civilisa-tion dieser vielen Negerländergebiete von den Portugie-sen nichts. Man rechnet nach Macutas zu 30 (por-tugiesischen) Reis; der Zahlwerth soll der Art sein, daß169'/z Macutas eine kölnische Mark fein Silber betragen,wonach der Werth einer Macutaa 2 Sgr. 8^ Pf. preuß.

Cur. — 1 Gr. lOl/l, Pf. Konv. Münze. In Portugal sindfür diese und die benachbarten Niederlassungen ausgeprägtworden: goldene Milreis (1000 Reis) oder Stücke zu20 Macutas; silberne 12, 10, 8, 6, 4 und 2 Macu-tas-Stücke, so wie Stücke zu 1 Macuta. Nach den inLondon stattgehabten Untersuchungen dieser Silbermünzenkommt der Werth der Macuta nur zu 2 Sgr. 3 bis 4 Pf.preuß. Cur. aus.

Angola-Holz, ein dem Fernambuk ähnliches Holz,was aus Angola nach den französischen Häfen gebracht wird.

Angora, Stadt in Natolien, mit 33,000 Einw.,welche echten Camelot und schöne Shawls liefern. Bemer-kenswerth sind in der Umgegend die langhaarigen Ziegen,Katzen u. Kaninchen, das schönweiße, seidenartige u. einigeZoll lange Haar der Angora-Ziege, die im Monat Aprilgeschoren wird. Oesterreich bezieht davon jährlich über100,000 Pfd.; z. B. im I. 1834: 111,431; 1833: 116,800,1836: 116,000, 1838: 100,800 Pfd.; und führt davonauch aus, z. B. 1834: 3790, 1833: 4400, 1836: 1700,1838: 3600 Pfd. Die Stadt trieb sonst einen bedeuten-den Handel mit Kameelgarn und Camelot. In der Um-gegend wird Safran, Reis gebaut und Seidenraupenzuchtgetrieben.

Angorahaar, Angorawolle, s. Kameelhaarund Camelotte.

Augoracamelotte, s. Camelotte.

Angostura, oder 8anlc> lomas <lo la bluera l-uavana,Stadt im südamerikanischen Freistaat Venezuela, in derProvinz Guayana, rechts am Orenoko, an einem Engpaß,8° 8' 11" n. Br. 66» 13' 13" w. L-, wurde erst 1764 ge-gründet. Sie liegt 83 Meilen von der Mündung desHauptarmes des Orenoko. Ohngeachtet dieser Entfernungvon der Flußmündung sind 1842 doch 98 Schiffe unter nord-amerikanischer, englischer, französischer, hanseatischer Flaggeangekommen und abgegangen, und der Werth der verschiff-ten Waaren betrug 697893 Pesos. Von den eingeführtenfremden Waaren betrug die Einfuhr von Bremen, Ham-burg und Altona mehr als ein Viertel. Die Stadt hat an12,000 Einw.

Angosturarinde, latein. cortex 4ngosiu,ao; llon-planckia U'ikoÜata, franz. Lcorce -I'4nxosture; engl. 4nxo-siura back, Lusparm darlc, llanplanäia kork, eine seit 1789in Deutschland bekannte Rinde, die von der tlaiipeu ollici-nolis Ilonoocli, öl. abstammen soll, einem Baume, welcherin Südamerika bei Santa Fe, Carony, Cupapui rc. ge-funden wird. Sie kommt in flachen, ganz schwach gebo-genen, mehrere Zoll langen und bis zwei Zoll breitenStücken in den Handel. Sie ist sehr dünn und auf derOberfläche mit einer lockern, schmutzig gelben Borke ver-sehen, innen ist d.ie Rinde glatt, röthlichgelb. Auf demBruche erscheint sie eben, röthlichbraun, schwachharzigglänzend. Der Geruch unangenehm gewürzhaft, der Ge-schmack scharf aromatisch, bitter, jedoch nicht unangenehmNicht selten kommt eine falsche, Angosturarinde in denHandel, über deren Mutterpflanze und Vaterland ver-schiedene Meinungen herrschen. Sie kommt unter demNamen der ostindischen Angostura (Dortex 4nxnstume s,,»-rise) vor. Es sind wenig gerollte, öfters zurückgebogene