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Bahia
Bahia
der neuesten Zeit hat man in einer öden und unbewohntenGegend einen sehr ergiebigen Diamant-Distrikt gefunden,dessen Reichthum viele Kolonisten anzieht. Industrielle Thä-tigkeit ist nicht heimisch. Dieselbe beschränkt sich fast ein-zig auf Tabackfabrikation und Zuckerbereitung. Dagegenist der Ausfuhr-Handel mit Zucker und anderen Rohpro-dukten lebhaft, durch die große, schöne und sichere BaiBahia-de-todos-os-Santos (Allerheiligen-Bai)und der östlich davon, der Buchtmündung und dem Vor-gebirge San-Antonko nahe liegenden ehemaligen (bis 1771)Hauptstadt von Brasilien Bahia oder auch San-Sal-vador-da-Bahia genannt. Die eingeführten Waarenwerden durch Maulthier-Karawanen in das Innere desLandes verführt. Die Stadt liegt an einem steilen Berge,und besteht aus der Ober- und Unterstadt. Jener Theil istdurch seine höhere Lage, breite Straßen, gutes Pflasterschön, und enthält mehrere Studienanstalten, ein geistlichesSeminar, eine mcdicinische Schule, Druckerei, Münze,Bibliothek u. a. Auf der Spitze des Vorgebirges steht einLeuchtthurm 13° 0' 30" s. Br. 38° 30' w. L., der jedoch soniedrig ist, daß er höchstens 3>/2 Lieues weit gesehen wird.Dem Vorgebirge westwärts gegenüber, etwa 2-/2 L. ent-fernt, licgtdie Insel Laporica, im Eingang derBai. Dazwi-schen befindet sich die Haupteinsahrt in die Bai, die jedochdurch eine Sandbank am Vorgebirge und eine andere an derInsel beträchtlich verengt wird. Die Einfahrt an der West-seite der Insel und der Festlandküste ist schmal und schwierig,und hat an der Oeffnung nur 6 Fuß Wasser. Die Flüsse,welche in die Bai münden, verursachen eine Strömungdarin. Die durch einige Forts befestigte Stadt zählt ohn-gefähr 130,000 Einw. Der lebhafte Scchandcl unterhältden Schiffbau rege, der das vortreffliche beimische Holz ver-arbeitet. Als Handelsanstaltcn bestehen eine Zettelbank,Börse, große öffentliche Magazine, Secarsenal. Ucberhauptist Bahia der zweite Handelsplatz Brasiliens, nach Rio-de-Janeiro, dessen Geschäfte sich sehr merklich vermindern,ohngeachtet dieselben schon um mehr als die Hälfte wenigerwaren als die zu Rio-de-Janeiro.
Münze und IlechiiMgsnmse. L»rs.
Wie in Brasilien so wird auch in Bahia, Portugalgleich, in Reis undMilreis gerechnet. Das gewöhn-lichste Zahlungsmittel ist das Papiergeld des Reichs. —Bahia wechselt gewöhnlich nur auf London: zu 30 PenceSterling für 1 Mittels, und auf Paris: zu ^ 320 Reis für1 Frank.
Längen - und Mchnmumß und Gewicht wie in Brasilienüberhaupt-, verschieden aber ist das
hohünaaß; nämlich das Getrcidemaaß der Al-qucirc, womit auch Reis, Mehl und Salz gemessen wer-den. 1 Alqueire -i- ^ cngl. Bushcl, — 2'/, Alqueirevon Lissabon, --- 30,8 Liter. — 1 Alqueire Reis--68Libras (Pfd.). — 1 Mopo Salz von Lissabon giebt 18bis 20 Alqueire in Bahia. Namentlich beschäftigten sichHamburgische Schiffe in der Frachtfahrt von Salz, das siein Lissabon, St.-Ubes und bisweilen auch auf den capvcr-dischen Inseln einnahmen.
^lüssigkeitsmaaß. 1 Canada von Bahia --- 3>/o Ca-nada von Lissabon, --- 7>/g Liter, -- 2 Jmpcrial-Gallons.
I.
— 1 Pipa Rum — 72 Canada; 1 Pipa Melasse undSyrup — 100 Canada; 1 Quintal Zucker — 4 Arroba.
plahgebninche.
Die Waaren-Preise werden in Papiergeld (in-länd.) gerechnet.
Der Zucker wird xr. Arroba verkauft. Früher be-stand für den Zucker ein von der Regierung festgestellterTarwerth (perro) pr. 1 Arroba. Wenn nun der Preisangegeben wurde, so ward nur der Aufschlag über denTarwerth angegeben, und dies hieß „die Preise sobro oskerros (abgekürzt 8. r.) notiren." Der Laxwerth wurdenach den verschiedenen Zuckersorten verschieden gestellt unddie Zuckersorten mit besonderen Zeichen bezeichnet, z. B.v. — branco, d. i. weißer; 6. L. — branco daliäo, d. i.ordinär weißer; 6. II. — dranco laäonüo, d. ji. Mittelweißer; öl. — moscovaäo, d. l. brauner; öl. öl. — masco-vaäo maclio, d. i. fein brauner; öl. li. — muscovallo re.(lonüo, d. i. Mittel brauner; öl. v. — moscovailo baiiilo,d. i. ordinär brauner; 8. V. — ein valor, d. i. ohne Tart-werty.
Die Produktion der Provinz Bahia wird angegeben:
in
Zucker
Kaffee
Baum-
wolle
Taback
1839 Arroba
1,6663683
31,342
13,878
207,309
1840 -
1,186033
60,833
7,861
187,660
1841 -
1,246623
40,219
7,724
123,114
1842 -
1,437239
38,313
8,973
164,138
1843 -
999636
37,014
8,912
122,188
Eine Hauptursachc dieser Verminderung scheint dasErlöschen aller Handelsbündnisse Brasiliens mit den euro-päischen Staaten zu sein, und die damit zugleich eingeführ-ten hohen Einfuhrzölle. Natürlich wurde dadurch der frü-here überseeische Verkehr Brasiliens überhaupt gehemmt,und Deutschland namentlich, das durch Hamburgs Bezugviel brasilianische Produkte verbrauchte, beschränkte sich zumNachtheil Brasiliens. Freilich litt darunter auch Deutsch-lands Ausfuhr.
Im Jahr 1841 betrug in Bahia in den Hauptarti-keln die:
Ausfuhr:
Masse
Durchschnittspreisin Reis.
(51,347 Kiste» )
weißer 1900,u.Arroba
Zucker. . .
( 688 Büchsen!
( 2243 Fässer j
brauner1323 -
Baumwolle .
13,881 Ballen
3874 -
Kaffee. . .
12,887 Säcke
2890 -
( 3634 Rollen )
1740 -
Taback . .
(38,397 Matten
3430 -
f 1646 Ballen )
3923 -
Rum . . .
4243 Pipen
340pr. Canada
Rosen-u.a.Holz
6638 Klötze
68,000pr.Dutzcnd
Cigarren . .
7034 Büchsen
10,000pr. 1000
Cocosnüsse .
2,893612
1900 -
Hörner . .
83,168
6000 pr. 100
1841 Gesammtwerth der Ausfuhr «>,440,384480 Reis1840 - - - 8,982,000000 -
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