Bangkok
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Bangkok
sein. Die gewöhnlichen Lebensbedürfnisse find in Bangkokungemein wohlfeil. Ein Centner Reis ist immer für18 Groschen und sehr oft für 8 Groschen zu haben. AndereBedürfnisse, wie Salz, Palmenzucker, Gewürze, Vegeta-bilien, Fische und selbst Fleisch sind verhältnißmäßig eben-falls wohlfeil. Der Preis von gutem Schweinefleisch z. B.beträgt etwa 20 Pfennige. Eine Ente kann man für etwa8 Gr. und ein Huhn für 2 Gr. haben. Die Umgegend vonBangkok ist einer der fruchtbarsten Orte in der Welt fürfeines Obst. Es giebt hier in großer Menge und in dergrößten Vollkommenheit Apfelsinen und Litschi von China,die Mangofrucht von Hindostan, die Mangustan, den Du-rian und Schaddok der malaiischen Länder.
Münzen.
Gold und Kupfer wird in Siam nicht als Geld ge-braucht, sondern Silber nebst den kleinen auch in anderenGegenden und Inseln im indischen Ozean gebräuchlichenKauri-Muscheln. Die Benennungen sind die folgenden: —280 Bia oder Kanris machen 1 P'hainung; 2 P'hainungs1 Singp'hai; 2 Singp'hais 1 Fuang; 6Fuangs I Salung;4 Salungs 1 Bat oder Tikal; 8V Tikals 1 Katti; und100 Kattis 1 Pikul.
Die gewöhnlichste Münze und Münzeinheit ist derBat, den die Europäer Tikal genannt haben; aber esgiebt auch, obgleich seltener, kleinere Münzen. Sie habenalle eine plumpe und eigenthümliche Gestalt, denn sie sindeigentlich weiter nichts als kleine Stücke einer Silberstange,umgebogen und an den Enden zusammengeschlagen, und mitzwei oder drei kleine» Stempeln auf einer Seite. DerKatti und Pikul werden nur gebraucht, wenn es sichum große Geldsummen handelt.
Der Bat oder Tikal wurde in der Münze von Cal-cutta wiederholt geprüft und wog 236 Gran; der Gehaltjedoch zeigte sich schwankend und der Werth der verschie-denen Stücke variirte von 1 Rupie 3 Anas und 3 Pike bis1 Rupie 3 Anas und 7 Pike und ist also dem englischenGelde nach gleich 2 Schillinge 6 Pence, wofür er auch an-genommen wird. Es gehen beinahe 17 Tikals oder Batsauf 1 koln. Mark fein Silber. Demnach hat 1 Tikal21 Sgr. 8,47 Pf. preuß. oder 1 Fl. 26 Kr. 1,88 Pf. im24'/- Guldenfuß Werth.
Außerdem cursiren auch oft spanische Piaster; imWerth ohngefähr 7 Tikals — .4 span. Piastern.
Vewichte.
Gold und Silber werden mittelst kleiner Gewichtegewogen, die wie die Münzen benannt sind.— 1 Gold-Tikalgilt ---- io Silber-Tikals; der P'hainung ist das kleinstedieser Gewichte, und wird in 32 Sagas oder rothe Boh-nen von dem ädrus procalorius der Botaniker getheilt.
Die Rechnung im Handel wird geführt in Kattis,Tals, Tikals, Miams, Fuangs und Kauris. 1 Katti —28Taels, ITael--4 Tikals, ---- 16 Miams, ----- 32 Fuangs.Dies sind auch die Handelsgewichte.
Hnnselsgennchk, 1 Pikul hat 80 Kattis, b 20 Tails,d 1 Tikals. — 8 siam. Taels sind — 8 chinesische Taels.
Der siamesische Katti ist doppelt so schwer als der chine-sische Katti, der bekanntlich — 1'/- Pfund (avoir <Iu pois)ist— Der Pikul hat dasselbe Gewicht, nämlich in demeinen Falle nur 80 und in dem andern 100 Kattis.
Maaße.
Reis und Salz wiegt man mit einem großen Maaß,das bei dem erster» — 22 und bei dem letzter» — 28 Pikulsist. Reis wird aber auch mit dem Korbe gemessen, und100 Körbe gehen auf eins des eben erwähnten großenMaaßes.
Selieidemaaß ist der Seste, — 117,914 Kilogrammschwer.
längemnaaß. 12 Fingerbreiten machen 1 Spanne,2 Spannen — eine Elle, 4 Ellen — 1 Klafter oder Faden,20 Klaftern — 1 Sen, und 100 Sen — 1 Puta, oder wiees die Siamesen gewöhnlich aussprechen Put. Die Klafteroder der Faden ist das am häufigsten benutzte Maaß, unddie Siamesen haben einen Stab von dieser Länge, auf wel-chem die Bruchtheile dieses Maaßes angezeichnet sind. DieserStab beträgt etwa 6 engl. Fuß 6 Zoll, — 1,98 Meter, -----878 paris. Lin., — <p/,o preuß. Fuß, — 6>/, wiener Fuß.— Der Sen scheint auch bei dem Landmessen gebrauchtzu werden und der Name eines Quadratmaaßes von 20Klaftern oder Faden an einer Seite zu sein.
Der Vouah ist ein Weg-Längcnmaaß, eine Finger-breite kürzer als die französische Toise; 2000 Vouahs —1 Roueng oder Meile (lüeue); 1 Roucng — 386,334Metres.
Hafenverordnungen und Zölle. — Sobaldein europäisches Schiff die Barre des Menam erreicht, mußes sich nach den Landesgesetzen an den Häuptling des OrtesPaknam an der Flußmündung wenden und von ihm einenLotsen verlangen. Es ist Regel, zu Paknam Kanonen,kleinere Waffen, Pulver und Blei ans Land zu bringen,aber darauf besteht man nicht streng. Die Zölle und andernAbgaben, welche von dem auswärtigen Handel erhobenwerden, sind etwas complicirt und verschieden nach derKlasse der Fahrzeuge, die sie entrichten sollen und welcheaus Dschonken, die mit dem eigentlichen China handeln,aus Dschonken von der Insel Hainan, Dschonken, die mitden malaiischen Inseln Handel treiben und aus europäischenSchiffen bestehen. Die Abgaben bestehen in einer Auflageauf die Größe des Schiffes, einem Zoll nach dem Wertheder Einfuhr, einem für die meisten Fälle bestimmten Tariffür die Ausfuhr, von welcher in einigen wenigen Fällenauch eine Abgabe nach dem Werthe erhoben wird. Diezuerst genannte Klaffe von Schiffen, nämlich die großenDschonken, welche mit den vorzüglichsten Häfen China'shandeln, bezahlen keine Maaß- oder Einfuhrzölle, weildiese Schiffe dem Könige, den Prinzen oder Hofmännerngehören, welche diesen Handelszweig frei betreiben dürfen.Die Dschonken von Hainan zahlen 40 Tikals auf die siame-sische Klafter der größten Breite des Schiffes. Bon den mitden malaiischen Inseln handelnden Dschonken zahlt eine jedestatt der Abgabe nach dem Maaße 130 Tikals, sie mag sogroß oder klein sein als sie will. Keines von allen diesenSchiffen zahlt Einfuhrzoll. Die Maaßabgabe von euro-päischen Schiffen ist zu 118 Tikals für die Klafter festgesetzt,außer einer unbedeutenden Abgabe als eine Art Ankergeld.Nur die Ladungen dieser zahlen einen Einfuhrzoll, welcherzu 8 Proccnt vom Werthe berechnet und in Waaren erho-ben wird.