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Erster Band. A - G.
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Bank

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Betrachtung des Bankwesens l'm Allgemeinen, wie es ent-stand und war, aber insbesondere, wie es jetzt ist. DieErwägung der letzteren Rücksicht wird für Deutschland einenothwendige und wichtige Frage, seitdem Handel und In-dustrie durch ihren wohlthätigen und belebenden Einflußauf alle Lebensverhältniffe eine steigende Aufmerksamkeiterregen und die entschiedene Anerkennung ihrer Wichtigkeitgewinnen. Das Allgemeine des Bankwesens bleibt aber solange eine unverständliche Hieroglyphe in der Lcbensbewe-gung, so lange nicht das Besondere des Bankwesens erör-tert ist; denn dieses bildet die Faktoren des Ganzen, vondenen auch nicht einer, und namentlich die stete Bewegungdes Lebens in der Bildung neuer und der Bernichtung alterVerhältnisse nicht übersehen werden darf, wenn das Ver-ständniß klar und wahr sein soll. Das Besondere ist:das Geld an sich, als Baarschaft und als Bankgeld;die Werthpapiere oder das Zettelgeld in den ver-schiedenen Arten: als Banknoten, Wechsel, Anwei-sungen rc.; Wechselkurs; Zinsfuß; Waaren-preis; Entwerthnng der Zettel; Kredit; s. dieeinzelnen Artikel.

1. Die Bielartigkeit des Geschäfts der Banken, d. h.in der Verwendung des Werthmittels rief verschiedene Ban-ken ins Leben. Diese sind: 1) Giro-Banken; 2)Dis-conto-Banken; 3) Deposito-Banken; 4) Cirku-lation s- oderAettel-Banken. — Ein anderer Unter-schied der Banken liegt in der Art und Weise der Bildungdes Bankkapitals bei deren Begründung. Danach unter-scheidet man, nämlich: 1) Staats-Banken; 2)Pri-vat-Banken; 3)Acticn-Banken.

Die Staats-Banken heißen öffentliche, inso-fern sie vom Staat begründet, oder beaufsichtigt oder auchverwaltet werden. — Privat-Banken sind dagegen die,welche von einem oder mehreren Lheilnehmern durch Ein-lage eines beliebigen Kapitals, wie jedes andere kaufmän-nische Geschäft, begründet und »ach dem unbeschränktenWillen der Gründer verwaltet werden. — Acticn-Ban-ken sind diejenigen, deren Kapital zu gleichen Theilen mit-telst Acticn aufgebracht und im Namen der Acticninhaberoder unter der Kontrolle des Staats verwaltet wird. Uebri-gcnS hängen sie beinahe alle vermöge gcsetzlicherBestimmun-gen über Zulässigkeit solcher Gesellschaftsunternehmungenund über die Art und Weise des Geschäftsbetriebs, so wiedurch Bewilligung besonderer Privilegien vom Staat ab.

2. Der Nutzen der Banken ist stets das lockendeAushängeschild, wodurch man jeden neuen Versuch mitBankeinrichtungen empfiehlt. Allerdings ist es der Nutzen,der dazu treibt; aber es fragt sich, auf welcher Seite derGewinn ist: ob allein auf der der Unternehmer, währenddas allgemeine Interesse durch Mißbrauch des Kredits ge-fährdet wird. Diese Gefahr wird um so größer, wenndie Gewalt der Machthaber zur Benutzung einer Bankzwingt, um bei maaßloser Ausgabe von Bankzctteln diemöglichst größte Baarschaft einzuziehen. Wer in diesemFall gewinnt, bedarf keines Beweises. Da ohnedies derZustand der Banken, wie schon nachgewiesen, von denSchwankungen der Verkehrsvcrhältniffc abhängt, so hat zualle» Zeiten die Erfahrung bewiesen, daß die willkürlichvermehrte Menge der Bankzettel den Kredit erschüttert und

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die Ursache zum Sturz der Bank wird. Allerdings beruhtder Bestand der Banken auf deren Nutzen. Derselbe mußjedoch durch die Einrichtung und Verwaltung so vertheiltwerden, daß das Bankgeschäft selbst den zu seinem Bestehennothwendigen Ertrag gewinnt, aber auch der Handelsver-kehr unterstützt wird. Dies ist nur dann möglich, wenn dieBankeinrichtungen dem allgemeinen thatsächlichen Bedürf-niß entsprechen. Werden dieselben aber ohne diese Rücksichtirgend einem staatsökonomischen System oder der Absichtauf nur einseitigen Vortheil gemäß eingerichtet, so könnensie das unmöglich sein, was sie sein sollen, dem Geschäfts-verkehr nützliche Kreditanstalten. Je tiefer die Bankendurch den Gebrauch der Werth- und Cirkulationsmittel,über die sie verfügen können, die bürgerlichen Verhältnissetreffen, desto schwerer und unheilvoller sind auch die Folgendes möglichen Mißbrauchs ihrer Befugniß. Say sagt inseinem Lehrbuch der politischen Ockonomie, deutsch vonStirner (Leipzig, 1843) Bd. II. S. 178: „Die Bankensind, um ihre Gewinnste zu vervielfältigen, sehr geneigt,bei der Regierung ein ausschließliches Privilegium für ihreGeschäfte nachzusuchen. Die zahlreichen und wichtigen Be-ziehungen, in welchen sie zum Publikum stehen, die Sicher-heit und die Erleichterungen, welche sie dem Handel ge-währen, liefern den Unternehmern Beweisgründe zu ihrenGunsten. Andererseits ist die Behörde, welche die Inter-essen der Regierten denen der Negierenden nur zu oft opfert,nicht ungeneigt, solche Privilegien zu bewilligen." AlsBeispiele dafür stellt Say die Bank von England und diepariser Disconto-Kasse auf, insofern jene durch beständigeVorschüsse an die Regierung, diese, gleichwie die alte Bankvon Genua, durch eine» Gewaltstreich Napoleons entkräftetwurde. Ein ähnliches Schicksal litt die ehemalige amster-damer Bank.

Der größte Vortheil, den ein Kauf- und Geschäfts-mann aus der Benutzung der Bank gewinnt, besteht darin,daß bei seinen Unternehmungen die Leistung und Einziehungvon Zahlungen für ihn durch die Bank abgemacht wird,ohne daß er selbst der Baarschaft bedarf. So werden derBank alle Wechsel, Anweisungen und zahlbare Werth-papiere übergeben. Sobald dies geschehen, muß die Bankfür den Werth einstehen, wenn sie versäumt, entweder diefälligen Papiere zu präsentiren, oder die Zahlungen zu leisten.Durch Hülfe der Banken werden die fälligen Zahlungen aufdie weiteste Ferne sicher und leicht geleistet und eingezogen.Namentlich ist diese Erleichterung bei großen Geschäften fürden Kaufmann wichtig, indem er Zeit und Kosten erspart,die er nothwendig aufwenden müßte, wenn er selbst allediese Geldgeschäfte abmachen wollte. Die Bank berechnetaußerdem auch so gut als möglich den wahrscheinlichen Be-trag der Summe, die sie für ihre Geschäftsfreunde in Kassezu behalten hat, und verwendet den Ueberschuß zum Dis-kontiern kaufmännischer Wechsel, oder zum Ankauf vonStaatspapicren oder zu irgend einer andern Spcculatio»,aus der sie Vortheil ziehen kann, der ihr dann allein zuGut kommt. Auf diese Weise kennt die Bank nicht nurden Stand des Geschäfts ihrer Geschäftsfreunde, sonderndie Kapitalien werden auch bei einem möglichst vereinfachtenGeschäft sicher verwaltet und durch vorsichtige Verwendungzum Besten des Verkehrs gcwinnreich benutzt.

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