Bank
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Bank
Wichtig und Vortheilhast für das kaufmännische Ge-schäft rücksichtlich des Bankwesens sind dieScvntratio-nen, d. h. die Ausgleichung der Schulden vermittelst Gut-haben ohne wirklichen Uebcrtrag des Geldes; sie sind alsokein besonderes Geschäft, sondern nur die Regelung undBestätigung eines oder mehrerer abgeschlossener Geschäftezwischen mehreren in Geschäftsverbindung stehenden Kauf-leuten. Die gegenseitigen Geschäfte und Guthaben werdendabei durch Anweisungen geregelt, die jeder Kauf- oder Ge-schäftsmann auf seine Bankier ausstellt. In diesem Ver-hältniß werden große Geschäfte unternommen und ausge-führt, ohne große Summen dazu wirklich nöthig zu habenund zu verwenden; nur zur Ausgleichung der Reste wirdGeld gebraucht. Man kann diese Art des kaufmännischenVerkehrs eine Ersparniß oder eine Vervielfältigung desWerthmittels zum Besten des allgemeinen Bedarfs nennen,ohne daß eine dem großen Betrage jenes Verkehrs ent-sprechende Summe von Zettelgeld nothwendig wäre, oderdie kommerziellen Unternehmungen irgendwie beeinträchtigtwürden.
So gewähren diese Bankeinrichtungen einerseits Sicher-heit der Kapitalien, andererseits aber vermöge deren zweck-mäßiger Verwendung dem Verkehr wesentliche Hülfe undErleichterung. Namentlich wird der Kredit dabei nichtmehr in Anspruch genommen, als bei jedem gewöhnlichenUnternehmen überhaupt; indem die Bank zu keiner Leistungveranlaßt wird, die über ihre Kräfte hinausgeht, und beider sie die Cirkulation mit Zetteln überfluthen würde, wo-durch deren Kreditwerth herabgedrückt werden müßte. Derkaufmännische persönliche Kredit allein ersetzt das zu kom-merziellen Unternehmungen überhaupt nothwendige Kapitalund produzirt neue Güter. Man muß dabei noch in An-schlag bringen das Verhältniß des Kredits in diesem Fall,der als rein persönlicher nur ein einfacher ist, zu dem Kre-dit in demjenigen Fall, wo außer jenem persönlichen Kreditnoch das Zutrauen zu dem Werth der von einer Bank ge-schaffenen Cirkulationsmittel nöthig wird, um die Kapita-lien für ein kaufmännisches oder industrielles Unternehmenzu schaffen. Der Mißbrauch dieses allgemeinen Kredits istwegen seines vielseitigen Einflusses höchst gefährlich. DieGüter, deren Werth stets von den Verhältnissen der Gegen-wart abhängt, lassen sich nicht so schnell, und ohne Bedürf-niß derselben niemals, erzeugen, wie das Zettelgeld aufleichtsinnige Weise.
3. Eine wesentliche Rücksicht bei dem Kredit istschon vorhandener Besitz oder die sichere Voraussetzung derFähigkeit zum erfolgreichen Produzirrn. Sicht das Zu-trauen in einer dieser Rücksichten sich getäuscht, so ist derVerlust des Kredits unausbleiblich. Vorzugsweise wirdder Kredit durch die Gewißheit der Produktionsfähigkeit,d. h. der Erzeugung neuer Güter erhöht. Je mehr die täg-liche Erfahrung dieses Vertrauen begründet, desto höhersteigt der Kredit. Von diesem einfachen Verhältniß hängtder öffentliche oder Staatskredit, so wie der Privatkrcditab; aber davon auch die Beschränktheit des öffentlichen Zu-trauens zu der Thätigkeit einer Bank, insofern der Güter-wcrth die Grundlage des Kredits bildet. Mit derselbensteigt und sinkt der Kredit. Welche Umstände auf den Gü-terwerth einwirken, das ein für allemal zu bestimmen ist
ebenso unmöglich als einen unveränderliche» Gütermcsseraufzustellen; das einzige Sichere, durch die tägliche Erfah-rung Erwiesene ist, daß der Güterwerth von den gesellschaft-lichen Verhältnissen der Gegenwart, und insofern jdavonnatürlich auch der allgemeine Kredit abhängt. Die poli-tische Unsicherheit der Verhältnisse und andere unglücklicheEreignisse stören und drücken den Gütcrwcrth und Kreditherab, so wie dagegen Friede und gcwinnreiche Thätigkeitdenselben sichern und erhöhen. Natürlich; in jenem Fallwird die Produktion und günstige Verwerthung der Erzeug-nisse unsicher oder ganz gehemmt, in dem anderen Fall aberkann sich beides erfolgreich entwickeln und der Erwerb istnicht gefährdet.
Hieraus crgiebt sich, warum der Kredit der Bankenüberhaupt beschränkt ist und leicht erschüttert werden kann.Der Werthbesitz einer Bank ist in ihrem Fond oder Kapitalbeschränkt, so daß ihre Kräfte leicht beurtheilt werden kön-nen. Sie vermag diese Kräfte nur durch das allgemeineZutrauen entweder vermöge eigener glücklicher Spekulationin gewissen Unternehmungen, oder durch Ausgabe von Zet-telgeld über den Betrag ihres Kapitals auf Kredit zu erhö-hen. Wie nun in jedem kommerziellen und industriellenGeschäft, überhaupt bei jeder Unternehmung die Kräfteüberspannt werden können, so kann es auch von einer Bankin beiden Beziehungen geschehen, wodurch dann nothwendigihr Kredit leidet, weil sie in demselben Verhältniß wie jedesandere Geschäft steht. Sorbet sagt in seiner unten ange-führten Schrift: „Die Macht der Bank ist groß, aber nichtunbegrenzt.... Wollte sie es wagen, eine übermäßig großeMasse von Papier auszugeben, so würde die Folge sein,daß ihre Zettel unverzüglich zu ihr zurückkommen würden,oder aber was man Uebcrhandel nennt, Bankerotte undUmsturz." Allerdings ist das Maaß in der Zettelausgabceine Hauptrücksicht für die Erhaltung des Kredits; indessenbewirken häufig viele verschiedenartige Ursachen, daß der-selbe wankt.
In Rücksicht auf die Bestimmung der Bank, denkommerziellen Verkehr durch Erleichterung und Aushülstbeim Begehr von Cirkulationsmitteln zu unterstützen, istsie wesentlich eine Kreditanstalt, und vermag ihre Aufgabeeben nur so lange zu erfüllen, als ihr Kredit unver-sehrt bleibt. Für die Richtigkeit der Auffassung dieserVerhältnisse einer Bank zeugt auch der Staatskredit, derebenfalls steigt und sinkt, je nachdem die Staatskräfte sichmehren und mindern, gemäß der Produktionskraft einesStaats und des herrschenden Werthes seines Nationalver-mögens. Auch die Staatswirthschaft kann die Slaats-kräfte zweckwidrig und verschwenderisch verwenden oderderen produktive Entwickelung durch Gesetze und Verord-nungen hemmen, oder auch nichts dafür thun, daß schondadurch allein der Staatskredit sich vermindert, ohne daßirgend ungünstige politische oder andere Ursachen mitwirken.Namentlich zeigt sich dies darin, daß ein produktiver Staatbei einer größeren Staatsschuldenlast mehr Kredit hat alsein weniger produktiver. Natürlich vermag jener vermögeseiner bedeutenderen Produktivität mehr zu leisten, als die-ser mit seiner geringeren Kraft. Dies zeigt sich durch alleVerhältnisse im Staate, sowohl in denen der Intelligenz