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Erster Band. A - G.
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DieBankvonHamburg entstand nach dem Musterder amsterdamer Bank, oder vielmehr ganz dem Bedürf-niß jener Zeit in dem Münzwirrwarr gemäß, im Jahr 1619,um dem Handel des Platzes eine gleiche Valuta'zu schaffen,die auch auswärts als Maaßstab betrachtet werden konnte.In der That bedurfte damals der Handel bei der fast unend-lichen Verschiedenheit und unglaublichen Schlechtigkeit derMünzen dieses Mittels. Man sieht daraus, wie der Han-del selbst schöpferisch genug ist, sich zu helfen. Diese Bank,die einzige Giro-Bank, besteht noch.

Nürnbergs ausgebreiteter Handel und die berücht-igte Kipper- und Wipperzeit des deutschen Geldwesensmachten auch hier die Gründung einer Bank nothwendig.Schon gegen das Ende des 16. Jahrhunderts hatten sich vieleItaliener in Nürnberg häuslich niedergelassen, die mit demSeidenwaarenhandcl besonders Wcchselgeschäfte verbanden.So lange Nürnberg für den Handelsverkehr mit Italien derbedeutendste Platz in Deutschland und hier derConventions-Münzfuß »och nicht eingeführt war, wuchs das Bedürfnißeiner Bank für Nürnberg. Sie entstand 1621 (21. März,11. April) nach dem Muster der in Venedig, Amsterdamund Hamburg, unter Garantie der Stadt. Es wurde damitdas Bancv-Amt verbunden, woraus das spätere Banco-Gericht hervorging. Die Bankordnung erschien am 16.Juli1621. Bis 1684 wurde dieselbe durch sogenannte Addi-tional-Dekrete erläutert. In diesem Jahr erschieneine erneuerte und erläuterte Banco-Ordnung.Nach derselben mußte von allen Ein- und Auszahlungen6 Kr., später 3 Kr. Proc. gegeben werden. Im I. 1693wurde eine Jnckerims-Ordnung wegen des Curant-Bancos bekannt gemacht; im Jahr 1697 die Ordnung derMercantil-und Banco-Gerichtsordnung zu Nürnberg; imI. 1722 die neueste Banco-Ordnung. Je mehr aber derHandel Nürnbergs an Ausdehnung und Bedeutung verlorund dagegen Augsburgs Wechselhandel nach Italien hin sichhob, sank die Bank von Nürnberg. Endlich wurde sie ineine königl. baiersche Bank verwandelt, ohne jedoch von demStaat unterstützt zu werden. Die alte öffentliche Bankwurde durch zwei von der Handelsschaft gewählten und vondem Rath bestätigten Bankern verwaltet, deren Amtszeithalbjährig war. Am letzten April und am letzten Oktoberwurde eine Hauptbilanz gehalten, und jährlich am letztenApril die Schlußrechnung gemacht, wo die Bank 19 bis 14Tage geschlossen blieb. Ueber die neue Bank s. nachherDeutschland, Nürnberg.

Nach dem dreißigjährigen Kriege wurde zur Tilgungder großen Staatsschulden in Nürnberg auch eine lianco-:U-6iro eingerichtet. Diese bestand jedoch nur von 1648bis 1682, wo sie auf die Vorstellung des Handelsstandesaufgehoben ward.

Im I. 1793 machte der nürnberger Kaufmann JohannMichael Leuchs einen Vorschlag zur Errichtung einer Dis-konto-, Leih - und Aettelbank für die Reichsstadt Nürnberg,die zur Ausgabe von Banknoten auf 806,900 Gulden ermäch-tigt werden sollte; aber Rath und Handelsschaft wiesen den-selben als unzweckmäßig zurück.

Die erste Zettel- oder Cirkulativnsbank wardie schwedische Reich s-Wechselbankin Stockholm,1687 gegründet. Darauf entstand die Bank von Eng -l.

land 1694, die auch Banknoten ausgab; dann die Bankvon Schottland im I. 1693, auch als Zettelbank; dannzu Wien 1703 die Giro- und Depositenbank, und1762 die wiener Zettel-Bank, die 1793 ihre Baar-zahlung einstellte und aufhörte; im J.1716 die berüchtigtstealler Aettelbankcn, die zu Paris, von dem Schotten Jo-hann Law gegründet, und seit 1719 eine königliche; im1.1736 zu Kopenhagen die Assignations-, Wech-sel- und Leihbank, später gewöhnlich Curant-Bankgenannt; im I. 1763 die Haupt-Bank zu Berlin, eineeigentliche Staatssinanzanstalt. Seitdem ist die Gründungvon Banken allgemein geworden. Sie haben sich sehr ver-vielfältigt und mehren sich fortwährend, peil die Zeit ihrernoch zur Beförderung der Cirkulation bedarf.

2. In den bisherigen Anstalten waren alle jetzt vor-handenen und oben S. 201 genannten Arten gebildet, undsind dieselben geblieben, wenn auch Mancherlei in den äußernBedingungen der Gründung und des Wirkungkreises ge-ändert worden ist. Einrichtung undWirkungkrcissind nach den verschiedenen Arten verschieden, wie es die fol-gende Darstellung zeigt.

Giro-Banken, Langues 6o circulation par viroinenldo partios, banbs ok cloposit, bancln äi giro , sind diejenigenBankanstalten, welche zur Vereinfachung des Verkehrs imGelde Kaufleute ausschließlich eines Ortes errichten. DieMitglieder der Bank bilden durch beliebige Einlagen anedlem Metall oder Baarschaft die gemeinsame Kasse. Diesist das Ban kgeld, dessen Betrag im Haupt-Bankbuch ausein besonderes Blatt eingezeichnet wird. Hat nun eins derBankmitglieder an ein anderes zu zahlen, so wird dies nichtdurch eine baarc Leistung abgemacht, sondern die Summewird von seinem Conto auf dem Blatt des Empfängers zu-geschrieben.

Das Eigenthümliche dieser Banken ist: daß sie nacheiner bestimmten unveränderlichen Valuta und Münzeinheitrechnen, unabhängig von dem Gelde nach wechselndem Münz-fuß. Dies ist die Bank-Valuta, nach welcher der Werthdes curanten Geldes berechnet wird. Eine andere Eigen-heit ist, daß die Bank für das eingelegte Kapital keine Zin-sen berechnet, und auch nicht rechnen kann, weil sie keineeigenen Bankoperationen in Absicht auf Gewinn macht. Sieleiht nicht Kapitalien gegen Juwelen, Dokumente oderWaaren, sondern nur gegen edle Metalle, ungcmünzt oderin guten fremden Münzen. Der aus den Ausleihungenu. a. sich ergebende Gewinn wird zu den Verwaltungkostenberechnet, ohne Betheiligung der Bankmitglieder.

In diesen Verhältnissen hat eine Giro-Bank einen be-schränkten Wirkungkreis. Ihr Bestand ist zwar sicherer,als der der anderen Banken, sie häuft indessen eine MasseKapital auf, das durch die Gewalt und Habgier der Macht-haber leicht gefährdet werden kann, wie die Geschichte durchdas Schicksal der Bank von Venedig, Genua und Hamburgbezeugt. Der Einwurf gegen die Giro-Bank, das Kapitalmüsse leicht cirkuliren, wird dadurch entkräftet, daß derHandel, wie jede industrielle Thätigkeit, wenn er gedeihlichbetrieben werden soll, sicheres Kapital zur Verfügung habenmuß, wenn nicht jeder Unfall widerwärtig auf ihn einwir-ken soll, und entbehrt der Handel diese Sicherheit, so ver-mag er auch nicht auf die Industrie wohlthätig einzuwirken.

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