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Erster Band. A - G.
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Eins ist wider sie, ihre örtliche Beschränkung, und daß siesich nur für einen sehr lebhafte» Großhandel eignet.

Dis conto-Banken haben den Zweck, Werthpa-piere, d. h. Wechsel, welche auf dem Platz zahlbar sind, vorderen Verfall zu kaufen. Ihr Gewinn dabei besteht einer-seits beim Kauf in dem Zinsabzug vom bezahlten Baarbc-trage, von dem Lage des Kaufs bis zur Verfallzeit be-rechnet, andererseits darin, ob Wechsel gesucht oder nichtgesucht werden, ob an Geld Mangel oder Ueberfluß ist, undim Steigen oder Fallen des Zinsfußes. Der Betrieb einessolchen Geschäfts erfordert verhältnißmäßig bedeutende Ka-pitalien. Die Hauptrücksicht bei dem Kauf von Wechselnist die Solidität der Aussteller und Giranten, um möglichenVerlust zu vermeiden. Der Nutzen solcher Banken bestehtdarin, daß Gewerbtreibende, Kaufleute und Privatpersonenfür die empfangenen Wechsel, die sie auf eine andere Weisebis zur Verfallzcit nicht verwerthen könnten, sogleich baaresGeld erhalten, das sie zu ihrem Geschäftsbetrieb bedürfen.So nützen diese Banken namentlich dem Klcinverkehr, undsind in Rücksicht des gewöhnlichen Gebrauchs der Wechselein sehr wichtiger Zweig des Bankwesens.

Deposito-Banken sind diejenigen Bankgeschäfte,welche Gegenstände von Werth, edles Metall in Barren oderverarbeitet, fremdes gutes und inländisches Geld, Staats-papiere, Edelsteine zur Aufbewahrung gegen Vergütungdafür annehmen. Geld wird für beide Theile mit Vortheilnur bei langer Rückzahlungfrist angenommen, weil es dannwieder zum Werben ausgethan werden kann. Natürlichmuß in diesem Fall die Rückzahlung sicher und die Zinsenso hoch sein, daß dem Einleger wie dem Banker ein Vor-theil davon zu Gut kommt; von einem Wucher kann unddarf dabei die Rede nicht sein. Die Zinsen werden dem Ein-leger nach der Zeit der geschehenen Einlage bis zur Rück-zahlung berechnet, wenn es nicht eine besondere Ueberein-kunst anders bestimmt. Einlagen von Geld können nament-lich auch die Ersparnisse der arbeitenden Klasse sein, umdieselben aufzubewahren und nicht durch Müßigliegen demVerkehr zu entziehen; natürlich ist die Sicherheit eineHauptbedingung, weil der Verlust den Armen treffen würde.In dieser Beziehung haben die Sparkassen unter derGarantie des Staates, einer Stadt oder Gemeinde denVorzug, sobald dieselben das Geld wieder sicher in den Ver-kehr bringen können, damit es diesem als Kapital nützt unddem Einleger den Genuß der Zinsen verschafft.

Zettel- oder Cirkulations-Banken, Iknguesäe circulation pur blllets, llanLs ok circulation, bancln üe'

biglietü äi croüiio, sind, solche Kreditanstalten, welche vomStaat ermächtigt sind Jettelgeld, nämlich Banknoten, Bil-lets, Assignationen, Bons rc. auszugeben. Das Verhält-niß der Menge desselben zu der Größe des baaren Bankfondsist eine der Hauptbedingungen, welche durch die Berechti-gung bestimmt werden muß; die andere Bedingung, dieArt und Weise der Einlösung der Bankzettel. Vorausge-setzt, daß der Baarfond selbst gesichert ist, entweder durchsolidarische Verpflichtung der Banker oder auf irgend eineandere Weise, und vorausgesetzt, daß die Bankverwaltunggut geordnet und Treue deren Grundlage ist, so gewährendiese Banken dem Verkehr einen großen Dienst. Das All-gemeine über das Verhältniß der Zettelmenge zum Baar-

bestande ist schon vorher S. 204 f. dargestellt. Man hat zu-weilen die Behauptung ausgesprochen, das Zettelwesen sei,auf eine kluge Weise betrieben, eine sichere Grundlage desWohlstandes und der Blüthe der Industrie eines Landes.England ist dafür als Zeuge aufgestellt worden. Der Irr-thum in dieser Behauptung, sollte man glauben, liege sooffen, daß man bei dem ersten Blick sehe» muß, wie Eng-land mit seinem Aettelwesen nicht dies bezeugt, sondern daßVolk und Staatsregierung nichts versäumen, Handel undIndustrie als den erprobten Hebel der Größe und MachtEnglands fort und fort zu handhaben. Allerdings greiftdas Aettelwesen in England wie überall tief in alle socialenVerhältnisse ein, aber um so tiefer, je tiefer die kommerzielleund industrielle Bewegung dringt. Wo z. B. der täglicheVerdienst der Arbeiter-Klasse sehr gering ist, also nicht mitdem untheilbaren Zettelgeld, sondern mit der in möglichstkleine Theile getheilten baaren Münze bezahlt werden kann,dahin wirkt das Verhältniß des Zettclgeldes nicht unmittel-bar, sondern überhaupt nur der Gang des Verkehrs. Eng-land, so wie Frankreich, deren Banken man so gewöhnlichals Zeugen für ihre Nothwendigkeit und Nützlichkeit auf-stellt, haben dieselben erst durch ihren Verkehr und ihre In-dustrie auf die gegenwärtige Höhe gehoben. Vermöchte»Banken Handel und Industrie zu schaffen, so bedürfte es janichts weiter als Gründung von Banken, und die schwereAufgabe wäre gelöst. Hat nicht Rußland auch seine Ban-ken"! und wie steht es trotz dem um den Wohlstand, dieIndustrie und den Handel dieses großen Reichs? Nein; esist eine anerkannte Thatsache, daß Jettelgeld nicht an sichKapital ist, und dasselbe schaffen, sondern als Kreditpapiernur in die Cirkulation ziehen kann, sobald Handel und In-dustrie so rege sind, daß sie unter gewissen Bedingungen zudem Mittel des Kreditpapiers greifen. Der Gebrauch desZettelgeldes ist an gewisse Bedingungen geknüpft, nament-lich auf Kredit gegründet, und deshalb natürlich beschränkt,wie nicht das Geld; wie soll also das Zettelwesen ein siche-rer Anker des Wohlstandes eines Landes sein können? Wahr-lich, dann wäre Wohlstand nichts als ein papierncs Ding,das jeder leichte Windstoß vernichten kann. Das Jettelgelderleichtert nur die Cirkulation mit Hülfe des Kredits, denes genießt.

Ein offenbarer Irrthum waltet auch über die Bedeu-tung und den Werth des Zettelgcldes in der Behauptung,dasselbe erleichtere den Verkehr in einem geldarmen, aberbetriebsamen Lande. Betrachtet man das Aettelgeld alsWcrthzcichen überhaupt, so liegt etwas Wahres in derBehauptung; wird sie indessen auf das Verhältniß des Zet-telgeldes zum baaren Gelde gegründet, so ist dies irrig, weildas Zettelgeld nur vermöge des Vertrauens der möglichenbaaren Einlösung der Zettel gilt und auf der Höhe desNennwerthes nach dem üblichen Münzfuß sich erhält.

Merkwürdig ist ein anderes ungünstiges Urtheil überdie Zettelbanken, nämlich daß durch deren Banknoten dieTauschmittel eines Landes zwar vermehrt würden, daß abermit der Vermehrung des Geldes unabwendbar dessen Werthherabgedrückt wird, und in Folge davon der Werth — solldoch wohl heißen der Preis — der Lebensmittel, Waaren rc.steigen muß. Diese Schlußfolge wird dann weiter geführtdurch die Behauptung, daß mit der Mobilisirung todter