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Erster Band. A - G.
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Bank

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so viel vermögen sie nicht, obschon sie Großes vermögen,aber wo es gilt, große, durch Privatpersonen oder Aktien-gesellschaften begonnene Unternehmungen zu unterstützen,und vor dem Mißlingen, aus Mangel an Geld, zu schützen,oder wichtige Unternehmungen anzuregen und durch einegesicherte Theilnahme zu begründen, da bewähren sie, zweck-mäßig eingerichtet und verwaltet, ihren Werth. Auch diebesten Unternehmungen vermögen es nicht, sogleich durchsich selbst zu gedeihen, und bedürfen emsiger Pflege.

Diese allgemeinen Bemerkungen sind hier in Rücksichtauf einen Vergleich des belgischen umfassenden Bankwesensmit den in den übrigen Staaten noch vereinzelt stehendenverschiedenartigen Banken, als Leih-, Disconto-, Cirku-lation-, Giro-, Hypotheken-, Sp«- und Jncaffobanken,nöthig, um die höhere Bedeutung der Banken nachzuwei-sen. Die Banken entstanden, wie deren oben dargestellteGeschichte beweist, aus einem kleinen Keim der Nothwen-digkeit im Völkecverkehr; derselbe wuchs zwanglos mit demVerkehr durch Handel und Industrie. Je weiter und weiterdiese sich ausbreiten und einer regen Cirkulation des Geldesbedürfen, desto allgemeiner und dringender wird das Be-dürfniß der Banken, die aber deshalb auch wie alle andernAnstalten des socialen Lebens zeitgemäß eingerichtet werdenmüssen, um das Todtliegen großer und kleiner Summenzu verhüten. Wie das Geld wesentlich ein Mittel der so-cialen Kraft ist, so muß es auch als solches in Rücksicht aufdas Bankwesen behandelt, und die verschiedenartigen Ban-ken unter einander in Verbindung gesetzt werden Durchdiese Gegenseitigkeit gewinnen sie alle Kraft und Sicherheitdes Bestandes, wie jedes andere ausgedehnte Geschäft mitverschiedenen Zweigen, und bei tüchtiger Verwaltung allge-meines Zutrauen zum Wohl des Ganzen.

In der weiteren Betrachtung der dänischen Bank, seitihrer oben erwähnten ersten Krisis, wo sie durch königl. Ver-ordnungen von der Verpflichtung „die Zettel mit klingenderMünze lösen zu dürfen" entbunden wurde, treten die Man-gel ihrer Gründung und Verwaltung, insofern sie nämlichihre Sclbstständigkeit verlor, indem sie als Leihanstalt vonder Finanzvcrwaltung benutzt wurde, und das Verhältnißder vorräthigen Bankbaarschaft zu der ausgegebenen Zettel-menge nicht bestimmt war, immer greller hervor. Alle Ban-ken sind dadurch, daß sie der Staatshaushalt als Finanz-quelle benutzte, geschwächt und in gefährliche Verlegenheitenversetzt worden. Alle diese Beispiele fordern dazu auf, beiGründung und Verwaltung einer Bank besondere Aufmerk-samkeit auf dieses mögliche Verhältniß zu richten. Bis zumI. 1743 war die dänische Bank von der Staatsfinanzvcr-waltung nicht in Anspruch genommen worden. Die Ver-ordnung vom I. 1745 wegen Nichteinlösung der Bankzcttelwurde am 14. März 1747 wieder aufgehoben; die Bank-direktion fuhr indessen in ihrer früheren Willkür in derZettelausgabe nebst Ausleihen fort. Dem Lcihkonds warzwar im I. 1743 die Summe von 1,400,000 Rthlr. ange-wiesen, aber schon 1746 auf 1,436,060 Rthlr. erhöht wor-den. Das Schlimme bei dem unbeschränkten Ausleihenwar, daß große Ausstände bei Handelsgesellschaften seit derersten Ausgabe fortwährend stehen blieben. Unter diesenVerhältnissen half sich die Bank durch Vermehrung ihrerZettelmenge, um anderen Ansprüchen zur Erhaltung ihres

Kredits zu genügen. So betrug im 1.1749 die Zettelsumme976,000 Lhlr., nur die Leihfondssumme war nicht über-schritten; aber bis zum Schluß des I. 1753 war die Zet-telmenge mit 900,000 Rthlr. vermehrt und der Leihfondsum 800,000 Rthlr. vergrößert, so daß derselbe jetzt 2,219,437Rthlr., während die Bankbaarschaft überhaupt nur 147,000Rthlr. betrug. Außerdem bezog die Bank von 1747 bis1733 etwa jährlich nur 400,000 Rthlr. auf die Subsidien-zettel, welche die dänische Regierung von der französischenauf Hamburg erhielt.

Dieses Mißverhältniß machte sich bald sehr fühlbar,da die Baarschaft nicht ausreichte. Die Bank versuchte es,sich auf verschiedenen Wegen durch Wechsel auf den Kreditbei auswärtigen Handelshäusern zu helfen. Bei diesemWechselgeschäft belastete sie sich aber mit Verlust, der von1740 bis 1753 auf ohngcfähr 4000 Rthlr. jährlich sich be-lief. So geriet!) die Bank immer tiefer in die Verlegenheitum Baarschaft. Es half ihr nichts, daß im Königreichselbst das aus den norwegischen Bergwerken gewonneneSilber während sieben Jahren im Betrag von 1,887,500Rthlrn. vcrmünzt wurde. Am Ende des Jahres 1733 besaßdie Bank nicht mehr Baarschaft als 147,000 Rthlr., wäh-rend 1,843,000 Rthlr. Zettel cirkulirten. In diesem offen-baren Mißverhältniß faßte die Bankdirektion am 13. Febr.1754 den Beschluß, gegen Wechsel-Obligation möglichstnichts auszuleihen, das Disconto auf Wechsel zu beschrän-ken, höhere Darleihen als 3000 bis 4000 Rthlr. gegenPfand nicht zu machen, und der Bank im Auslande einenKredit auf 200,000 Rthlr. zu eröffnen. Dieser Beschlußnützte jedoch nichts; denn theils war er durchaus unbe-stimmt und blieb in der That unberücksichtigt, theils bliebe»die alten beträchtlichen Außenstände »»eingefordert. Wiekonnte sich dabei das Verhältniß der Bank bessern? DerBankdirektor selbst lieh von der Bank am 24. April 1754auf das Pfand von 71>/^ Acticn der dänisch-asiatischenCompagnie, deren Mitglied er war, 137,300 Rthlr., undschuldete noch am 28. Jan. 1762 dieselbe Summe nebst denZinsen von 33,160 Rthlrn. 2 Mark 9 Schilt. Eben soschuldeten die übrigen Bankdirektoren der Bank bedeutendeSummen; außerdem das Tuchmagazin die in den I. 1738bis 1739 geliehenen 132,000 Rthlr., das königl. Oekonomie-und Kommerzkollegium seine noch vergrößerte Schuld, diedänisch-westindische Handelscompagnie 346,000 Rthlr., diesehr begünstigte dänisch-asiatische Compagnie 262,000 nebst40,000 Rthlrn. So stand die Bank im April 1734 nachjenen Beschlüssen der Bankdirektion, deren Verfahren immerunverantwortlicher wurde; denn dieselbe verminderte jaweder die Darleihen, noch zog sie die großen Außenständeein, noch auch beschränkte sie ihre Aettelmenge, die am Endevon 1765 sogar um 100,000 Rthlr. größer war als 1753.

Nicht besser standen die Finanzen der Staatskasse.Kricgsrüstungen zu See und Land, so wie der große Auf-wand des Königs in Bauten u. a. hatten große Summennebst dem Kredit verschlungen, so daß selbst Anleihen auswärtsunmöglich wurden. In Hamburg erzwäng man in diesergroßen Verlegenheit durch ein Kriegsherr eine Anleihe von1 Million Species. Die Bank versuchte sich durch Wechsel-kredit auf einige Häuser in London, Amsterdam und Ham-burg während der drei Jahre von 1734 bis 1756 zu halten;