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Erster Band. A - G.
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aber vergeblich. Es blieb ihr nichts als das schon 1748gebrauchte Nothmittel übrig? So wurde sie durch königl.Verordnung vom 6. Oktbr. 1757 abermals von ihrer Pflicht,die Zettel baar einzulösen, entbunden, aber zugleich — dieZettel als gezwungenes Zahlmittel erklärt. Dies bliebensie, seitdem als Papiergeld. Fast spurlos verschwandenalso die an Dänemark von Frankreich gezahlten Subsidienjährlich 900,000 bis 1,200,000 Mark in Wechseln auf Ham-burg, welche die Bank von der Regierung kaufte, die auchdie leichten Eurant-Ducaten von 1738 bis 1762 im Betragvon 6,311,748 Thlr. Curant prägen ließ. Die Bank-dircktion vermehrte ihre argen Mißgriffe »och dadurch, daßsie Einfluß auf den Wechselkurs zwischen Hamburg undKopenhagen zu üben suchte, und diesen maaßgebend für ihreUnternehmungen betrachtete.

So standen die Staalssinanzen und die Bank nebeneinander in Noth, trotz des damals sehr blühenden däni-schen Handels. In diesem Verhältniß liegt der Beweis fürden Mißbrauch der Bank zum Privatvortheil in allen Be-ziehungen. Die Finanzen suchten Hülfe bei der Bank,sowohl in Zetteln als Münze. Die Bank schaffte so vielals möglich Baarschaft theils durch das verwerfliche undkostspielige Mittel der Wechselreuterei, theils durch Ankaufvon Goldbarren und deren Ausprägung. Der Wechsel-unfug der Bank erregte jedoch auswärts Mißtrauen gegendieselbe, und in Amsterdam wurden die in London auf siegezogenen Wechsel zurückgewiesen. Auch ihre Zettelmaffewar seit 1757 bis 1760 um beinahe eine Million gewachsen;außerdem schuldeten ihr die Finanzen 1739 schon 1,470,644Rthlr., und die Königin 75,000 Rthlr., während der Lcih-fond jetzt nur 2,110,576 Rthlr. betrug. Die große Bank-zettelmenge blieb nur vermöge des damaligen sehr regen undeinträglichen Handelsverkehrs Dänemarks nebst der ansehn-lichen Ausbeute der norwegischen Silberbergwerke (etwa27,000 Mark fein jährlich) und des fortwährend gewichtigendänischen Silbergeldes im Kredit, ohne allgemeines Miß-trauen zu erregen. Dabei befanden sich jedoch die Staats-finanzcn in der größten Verlegenheit, weil die französischeRegierung die Subsidiengelder für die Theilnahme Däne-marks am Kampf gegen den preußischen König Friedrichden Großen nicht mehr zahlte; ihre einzige Quelle war nundie Bank, die aber, selbst zerrüttet, wie sie längst war,wenig gewähren konnte. Allerdings war der Gewinn derBankactien beträchtlich; denn in den letzten acht Jahren,bis 1760, waren 10 bis 12 Proc. gezahlt worden, und dieActien selbst (ü 300 Rthlr.) standen 1230 Rthlr., ein Ver-hältniß, das bei dem thatsächlich höchst mißlichen finanziellenZustande der Bank für eine unredliche Plusmacherei derRankverwaltung zeugt. Die Regierung hatte zur Siche-rung des Curses des dänischen Silbergeldes neben dem Ham-burgischen schon im I. 1736 eine Curant-Bank zuKopenhagen errichtet, wo die Hamburger aufgehobenwurde.

Sollte nun die schwache Bank den viel bedürfendenStaatsfinanzcn Hülfe gewähren, so mußte sie verstärkt wer-den. Das Mittel dazu war in diesem Fall bald gefunden.Die Actien standen hoch im Curs, weil sie einen ansehnli-chen Gewinn gaben. Im I. 1760 am 12. März machtedie Bankdirektion der Generalversammlung der Actionäre

den Vorschlag, die Zahl der Actien durch Subscription zuvermehren. Dies geschah so, daß eine alte Actie zu 1000Rthlr. gerechnet, das Bankkapital mit 2 Millionen Rthlrn.durch 4000 neue Actien i> 500 Rthlr. vermehrt, und jedealte Actie gegen zwei neue vertauscht wurde. Der am11. März 1760 berechnete Uebcrschuß der Bank in den altenVerhältnissen betrug 71,906 Rthlr. M/2 Schill., der mit50,000 Rthlr. auf das neue Conto eingetragen wurde,und wieder einen Beweis von der Willkür der Bankdirek-tion giebt.

Uebrigens war diese Erweiterung nichts Anderes alseine Finanzoperation, zu Gunsten der Staatskasse; dennim Jahr 1760 schuldeten die Staatsfinanzen der Bank1,100,000 Rthlr., »vährcnd der Bankleihfond nur mit450,000 Rthlrn. vermehrt worden war. Von 1760 bis1764 wuchsen die Staatsanleihen durch den FinanzministerGraf Ahlefeld auf 7,973,000 Rthlr. Sie verschlangen dieKräfte der Bank völlig, so daß dieselbe das Gesuch der StadtKopenhagen um ein Darleihen von 300,000 Thlr. zurück-weisen mußte. In Folge jener großen Anleihen wurden dieBankzcttel vermehrt. Deren Menge betrug:

im Jahr 1753: 2,904,000 Rthlr.

- - 1760: 3,996,000 -

- - 1761: 8,184,000 -

- - 1762: 6,804,000 -

- - 1763: 7,480,490 -

- - 1764: 7,713,600 -

- - 1763: 7,904,000 -

- - 1766: 7,308,000 -

Die bei der Bank deponirte Baarschaft betrug:im Jahr 1761: 331,300 Rthlr.

- - 1762: 500,270 -

- - 1763: 1,093,730 -

- - 1764: 293,620 -

- - 1765: 246,830 -

- - 1766: 229,340 -

und das Bankkapital 2'/, Millionen Rthlr. — Die von derBank ausgeliehenen Summen beließen sich:

im Jahr 1761 auf 2,998,373 Rthlr.

- - 1762 - 4,763,123 -

, - - 1763 - 4,748,984 -

- - 1764 - 8,413,698 -

- - 1763 - 3,170,414 -

- - 1766 - 3,942,334 -

Die Staatsanleihen bei der Bank stiegen im I. 1764weit über 10 Millionen Rthlr., selbst abgerechnet 800,000Gulden, welche die Bank für die Finanzen in Amsterdamgemacht hatte. Alle geschickten und ungeschickten Operatio-nen nebst der wieder ergriffene» Wechselreuterei der Bankhalfen nichts mehr; die Finanzen waren nun gezwungen,Mittel zur Rückzahlung zu schaffen. Im I. 1763 wurden4,283,179 Rthlr. zurückerstattet, theils durch Baar, theilsdurch eine Anleihe von 2,600,000 Gulden, welche die Bankin Amsterdam auf die Staatskasse, jedoch unter der eigenenVerantwortlichkeit machte. Zugleich mußte sich die Banknach dem Willen der Regierung verpflichten, an Privat-personen nie über 2'/? Millionen Thaler zu leihen.