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stieg auch der Preis der Silberbarren, die er nun, statt inMünze ausprägen zu lassen, aus dem norwegischen Berg-werk Kongsberg nach Hamburg zum Verkauf, für 20 Mark10 Schill. bis 29 Mark 4 Schill. Banko für die feine Mark,jährlich ohngefähr 28,000 bis 30,000 Mark fein schaffenließ. Die Staatsfinanzen halfen sich durch auswärtigeAnleihen, in London 2,600,000 Gulden und in Hamburg'/s Million Rthlr. Banco, so wie durch einen beträchtlichenVerkauf von Domainen. So hielt sich in dieser Zeit derCurs auf 121-/2 bis 123 Proc., obschon Schifffahrt undHandel sehr viel verloren hatten gegen die Zeit im sieben-jährigen Kriege. Indexen waren die Quellen der Finanzenerschöpft, aber die Expeditionen gegen Algier, so wie derstarke Bedarf an Korn, das vom Auslande eingeführt wer-den mußte, machten große Ausgaben unvermeidlich. Des-halb schwankte von 1769 bis 1772 der Curs zwischen 127bis 132 und stand am Ende des Jahres 1772 gegen 129 Proc.Nun ließ Schimmelmann wieder die Silberbarren vonKongsberg ausmünzen. Unter diesen ungünstigen Verhält-nissen trat das I. 1772 ein, wo nach dem Vertrag von1766 die Finanzen ihre damalige Schuld von 4 MillionenRthlr. bezahlt haben wollten. Die Bank hatte bis jetzt dieDarleihen an Privatpersonen nicht über 3,200,000 Thlr.vermehrt, die Finanzen aber ihre Schuld nicht bezahlt,wohl aber auf ohngefähr 3 Millionen vermehrt. Deshalbhatte die Bank ihre Zettelmenge von 4,330,000 Rthlr. imI. 1770 auf 3,700,000 Rthlr. im I. 1772 vermehrt, wäh-rend in der Bankkasse nur 83,500 Rthlr. Baarschaft lag,und die schon längst von 300 auf 100 Rthlr. verminderte»Aktien auf der Börse mit 312 bis 320 Rthlr. bezahlt undmit einer jährlichen Dividende von 15 bis 16 Lhlrn. abge-funden wurden.
So standen die Actionäre zur Bank im I. 1772.Nichts desto weniger war ihnen vermöge der geheimen Buch-führung die eigentliche Sachlage der Bank unbekannt; denndie Ausstände derselben beliefen sich beim Schluß des Jahrs1773 auf 7 Millionen Rthlr., ohne Rücksicht auf die nochbedeutenden rückständigen Renten oder Zinsen. Davon be-trug der Gewinn an Zinsen 280,000 Rthlr., während inden Rechnungsbüchern der Abschluß von 1772 bis 1773nach Abzug aller Kosten nur mit 101,328 Rthlr. 3 Mark7 Schill. eingetragen ist. Nach dem thatsächlichen, aberverheimlichten, Gewinn hätte die Dividende, nach Abzugder Kosten von 30,000 bis 40,000 Rthlr., 36 statt nur16 Thlr. sein müssen. Richt besser ist es den Actionärenin den früheren Jahren mit dem Gewinn gegangen. Diefortwährend gezahlten 30 Thlr. waren stets nur eine vonder Bankdirektion willkührlich bestimmte Summe. DasBankgeheimniß lüftete erst der Abschluß der Bank alsActien-unternehmung in der Generalversammlung für das 1.1773bis 1774, wo es im Protokoll S. 287 heißt: „Der Gewinnvom 11. März 1773 bis 10. März 1774 betrug, nach Ab-zug der Kosten, 141,121 Rthlr. 88 Schill., außer 139,260Rthlr., welche der Bank an Renten von der Oberschatz-direktion gebühren."
Mit diesem Abschluß hörte die Wirksamkeit der Bankals einer Actienunternehmung auf. Die Actionäre erhiel-ten für jede Actie auf 100 Rthlr. eine Obligation auf 330Rthlr, Cur. mit 3 Proc. jährlichen Zinsen, die am 11. März
1773 ausgegeben wurden. Eine königliche Verordnung vom13. Febr. 1773 verfügte außerdem, daß alle Vormünder,ohne deswegen in Anspruch genommen werden zu können,in diese Uebertragung willigen sollten.
Die zur Untersuchung und Uebernahme der Bank ge-sendeten königlichen Kommissare meldeten am 24. Mai 1773Her Ober-Schatz-Direktion dagegen über den Stand derBank: nach Abzug der cirkulirenden Zettel und des Ge-winns bis zum 11. März von 96,000 Rthlr., der zurDisposition der Bankdirektion steht, und nach Abzug dessen,was die Bank außer ihrem Fonds von 600,000 Rthlr.schulde, bleibe am 11. März ein Netto-Ueberschuß von293,683 Rthlr. 17-/2 Schill.
Den Gewinn, welchen die Staatskasse durch Ueber-nahme der Bank erlangte, zeigt folgende Berechnung:Schuld der Staatskasse an die
Bank. 3,898,222 Rthlr. 38 Schill.
Ueberschuß der Bank . . 293,683 - 17'/? -
Ausgeliehencs Kapital. . 600,000 - — -
4,791,903 Rthlr. 75-/2 Sch
Darauf von der Staatskassemit königl. Obligationen
bezahlt. 2,100,000 - — -
Gewinn der Staatskasse. . 2,80l,905Rthlr. 75-/2Sch.Außerdem hatte die Bank bei Privatpersonen ausstehenohngefähr 2,600,000 Rthlr., die ebenfalls an die Staats-kasse übergingen; also gewann dieselbe überhaupt 3,291,903Rthlr. 78>/2 Schill. Die schwebende Zettelschuld, die stattvermindert zu werden, fortwährend vergrößert worden war,belief sich am 31. Dec. 1773 auf 9,571,000 Thlr. Curant.Dieselbe wurde aber nicht in Anschlag gebracht, weil sieunbezahlt blieb. So löste sich also genau genommen derGewinn einer vieljährigen Thätigkeit der Bank in Nichtsauf; hätte die Bank nicht so lange für die Cirkulations-mittel gesorgt, und dadurch mittelbar dem allgemeinenWohl genützt, so müßte man vielmehr von Schaden spre-chen, den sie verursacht habe. Sie hörte drei Jahre vorAblauf ihres königl. Freibriefes (Octroi), ohne Rücksicht aufdenselben durch eine königl. Verfügung auf, nachdem sie dieFinanzen oft durch ihre Geldmittel und durch ihren Krediterhalten, hatte. M. L. Nathanson hat die warnende Ge-schichte dieser Bank in seinem Werk: Dänemark's National-und Staats-Haushalt (Schleswig, Taubstummen-Jnstitut,1837) nach den Original-Büchern der Bank verglichen mitden Staats-Rechnungs-Büchern dargestellt, und mißbilligtdie Verwandlung der Bank in eine Staatsbank, weil da-durch ein Eingriff in Rechte und Eigenthum der Privat-personen geschehen, und überhaupt auch in den Zeitverhält-nissen dazu kein Grund vorhanden gewesen sei. Dann sagtdieser wohl unterrichtete Mann S. 78 f.: „Es liegt jetztalles klar und deutlich vor, und das von 1767 bis 1773Geschehene läßt sich nicht rechtfertigen, sondern muß zumwarnenden Beispiel für die Zukunft dienen. Die Nati 0 nmuß stets ein wachsames Auge mit der DirektionihrerBankhabenundohne persönliche Rücksichten sein.Mögen die Direktoren auch tüchtige und kundige Leutesein, — auch die Direktion von 1764 zählte Männer,welche das öffentliche Vertrauen in demselben Grade wie