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Erster Band. A - G.
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Bank

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ungünstigen Standes und gewiß zunächst durch jene Ver-ringerung ihres Fonds vermöge der Finanzspekulationvernichtet worden. So ist die Geschichte dieser Bank einfür alle Zeiten lehrreiches Beispiel.

Natürlich konnte die Bank in diesem ungünstigen Ver-hältniß nicht mehr so viel wirken und den Staatssinanzendie Hülfe gewähren, wie früher. Dies wurde immer fühl-barer. Dadurch gezwungen, dachte man daran, das Geld-wesen des Staats, mit besonderer Rücksicht auf die Bankund deren Einrichtung, zu bessern. Deshalb erschien diekönigl. Verordnung vorn 18. Juli 1785. Schon seit 1784,wo Graf Ernst Schimmelmann Finanzminister wurde,suchte man die Masse der Bankzcttel und das Ausleihen,so wie das Discontiren von Wechseln in der Bank zu be-schränken; jedoch blieb für die Wechsel immer noch dasBanco-Comtoir thätig. So scheiterte der in der Ver-ordnung von 1783 vorgelegte Plan, und die Bank schwankteauf dem unsicheren Boden ihrer willkürlich vermehrten Zet-tclmaffe und ihres gefährlichen Verhältnisses zu den Staats-sinanzen. Jetzt zeigten sich die gefährlichen Folgen derBankwillkür und des Mißbrauchs leicht zu schaffender Cir-kulationsmittel. Auch die in Folge des Plans von 1783errichtete Kredit-Kasse, die 1816 wieder aufgehobenwurde, half nichts, weil der ihr vom Könige zugewieseneFonds von 736,000 Rthlrn. nicht in Geld bestand, sondernin Effekten und Activforderungen, worauf die Curant-Bankwieder bei der Kredit-Kasse leihen sollte. Daraus entstan-den immer neue Verwickelungen im Geldwesen, das ohne-dies schon ordnungslos war. Schlechte Ernten in denJahren 1783 und 1786, und der Mangel 1787, so wie derKrieg mit Schweden 1788 und 1789 drückten den Curs von136 bis 189>/2, er hob sich indessen bald wieder durch denregen Handel und stand 1792 auf 136^4- So kam es, daß1799 sogar die Kredit-Kasse der Bank 419,529 Rthlr.schuldete.

Ein neuer Plan, durch Verordnung vom 24. Juni1791, bestimmte die allmählige Einziehung der Curant-zettel der Bank, jährlich Millionen Rthlr. nebst der Be-gründung einer neuen Privatbankanstalt. Damit war alsodie Aufhebung der alten Curant-Bank ausgesprochen. DerFinanzminister stimmte 1790 in den Verhandlungen überden neuen Plan für deren Aufhebung mit dem Urtheil:„Man wird es wohl nicht als wünschenswerth betrachten,ein Hülfsmittel als letzte Resource beizubehalten, das so ofteinen idealen Reichthum erschafft, der wirkliche Armuthhervorbringt, das ein Verzehrungsmittel darbietet, welchesnicht auf Produktion, Arbeitsamkeit und Sparsamkeit ge-gründet ist, das jedes Sammeln baaren Vermögens für dieZeit der Gefahr und Noth für beständig hindert, durch daseine nicht zu kontrolirende, nicht zu berechnende Schuldhervorgebracht werden kann, die unvermerkt zuletzt so weitvermehrt werden könnte, daß weder Zahlungsmittel nochEigenthum vorhanden." Das sind Redensarten, welchenoch heute von allen Seiten gegen Bankanstalten wieder-ballen.

Der Stand der mit Juli 1791 aufgehobenen Curant-Bank war am 30. Juni 1791 nach dem Rescript an die Ober-Bankdirektion vom 16. Mai 1792 und nach den Protokollender Bank:

Activa der Bank in

ausstehenden Forderungen 17,831,064Rthlr. 83 Schilt.

baarer Münze, meist Kupfer 763,820 - 83 -

18,896,888 Rthlr. 70 Schilt.

Passiva der Bank in

Zettelschuld .... 16,163,730 Rthlr. —Schill.

Schuld aufdemFolio(Giro) 1,831,138 - — -

17,996,883 Rthlr. — Schill.also Ueberschuß 600,000 Rthlr. 70 Schill.

In den Activa befand sich die Schuld der Finanzen andie Bank von 9,647,466 Rthlrn. 29 Schill-, worin das vonder westindischen Handels-, der Ostseeischen- und der Kanal-Kompagnie übernommene Darleihen von ohngcfähr andert-halb Millionen Rthlr., so wie von den Finanzen im Vorausentnommene Summe von 1 Million Curant-Zetteln begriffenwar. Diese Schuld sollte von den Activa abgehen und alsabgemacht betrachtet werden. Das Uebrige wurde um1,100,000 Rthlr. herabgesetzt; demnach betrugen die Activainsgesammt 10 Millionen Rthlr. ^

Nach der Verordnung vom 24. Juni 1791 wurde dieneue Bank, dänisch-norwegische Species-Bankgenannt, am 1. Juli 1791 eröffnet und die alte Cu-rant-Bank sollte von dieser Zeit an ihren Geschäftskreisauf die Realisirung und baldige Auflösung beschränken.Die Finanzen, welche die Curant-Bank nicht sofort entbeh-ren konnten, hatten sich schon im Voraus, wie bemerkt,1 Million Curant-Zettcl auszahlen lassen; auch nahm 1794die Species-Bank mit Bewilligung der Finanzen von derCurant-Bank ein Darleihen von 300,000 Rthlr. Curant-zettel, die 1796 noch nicht zurückgezahlt waren; außerdemliehen die Finanzen von der Curantbank 300,000 Rthlr.,um die ausländische Staatsschuld zu tilgen, und als dieseSumme nicht ausreichte, mußte auf königliche Anordnungdas Hof- und Stadtgericht die Depositen aus der Species-Bank in die Curant-Bank versetzen; und auch davon nah-men die Finanzen sofort 200,000 Rthlr. in Curant-Zetteln,und gaben dagegen königl. Obligationen. Ferner benutztendie Finanzen den bedeutenden Vorrath der Curant-Bank ai,Kupfermünze, die im Betrage von mehreren Tonnen Gol-des eingeschmolzen und verkauft wurde. Auf diese Weiseblieben alle Bestimmungen rücksichtlich der alten Curant-und neuen Species-Bank unbeachtet, und die Folge davonwar, daß am Ende des Jahres 1799 mehr Zettel cirkulirtenals 1791, obschon die Bankbücher einen anderen Standanzeigten.

Die Species-Bank war nach dem königl. offenenBriefe von 1791, 16. Fcbr. ein Privat-Jnstitut, mit einemFonds von 2,400,000 Species auf 6000 Actien gegründet,die Species nach dem Münzfuß von 9>/, auf die feine MarkSilber. Man blieb bei 6000 Actien, obgleich 7384 sogleichnach der Aufforderung gezeichnet wurden. Die Einzahlungkonnte, statt in klingenden Species, in Silberbarren oderin Curant-Zetteln nach dem Curs gemacht werden. Dieerste Einzahlung, mit 10 Prvc., geschah im Mai; diezweite mit 8 Proc. im Juni; die übrigen 83 Proc. wurdenhalbjährig mit 10 Proc. eingezahlt, und die letzte Einzah-lung 1793 geleistet. Der Zweck der Bank war, Darleihen

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