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auf Waaren und Effekten zu machen, besonders auf trocke-nes Getreide. Sie lieh aber nicht unmittelbar auf Grund-stücke, ebenso wenig auf die eigenen Letten der Bank unddie Anleihen konnten längstens nur auf 6 Monate geschehen.Sie discontirte ferner Wechsel und Wechselobligationcn,jedoch nur im Verhältniß der in der Kasse vorräthigenBaarschaft; außerdem betrieb sie auch das Giro-Geschäft.Uebrigens war die Bank berechtigt Zettel auszustellen, indem Verhältniß von 1000 Species baar zu 1900 SpeciesZetteln, die jedoch auf Verlangen mit Silber oder baarerValuta eingelöst werden mußten. Diese neuen Zettel warenanfänglich kein gezwungenes Zahlungsmittel, wurden indes-sen in den schleswig-holsteinischen Kassen für Steuern, ebensoin Dänemark zu Zahlungen in Species von der Staatskasseangenommen; erst die Verordnungen vom 11. Juli und3. Dec. 1794 verfügten, daß Privatpersonen wie die öffent-lichen Kassen verpflichtet seien, sowohl Specieszettel alsCurantzettel wie Species zu dem Cursverhältniß von 125Proc. zu nehmen. — Die Bankdirektion wurde so gebildet,daß von den Actionären 15 Repräsentanten und von diesenwieder 5 Direktoren gewählt wurden. Drei der Direktorenmußten Kaufleute sein.
In Rücksicht auf das Allgemeine war die Begründungund Bankordnung der neuen Anstalt ebenso fehlerhaft, wiedie der alten Curant-Bank, ja die Wirksamkeit derselbenzeigte sich noch mißlicher, insofern als sie in ihr Geschäft diealten Curantzettel zog, die nach den erwähnten Verfügun-gen ganz außer Curs gesetzt werden sollten. So lieh dieSpecies-Bank 1798 vom Banco-Komtoir 200,000 Curant-zettel und 1799 von der Curant-Bank selbst, die doch schonseit 1791 keine Darleihen mehr austhun sollte, 600,000Rthlr. Zettel. Auf diese Weise, so wie' durch verschiedenegroße Vorschüsse, gerieth die neue Bank mit den Staats-finanzen in dasselbe gefährliche Verhältniß, wie die alteCurant-Bank. Im I. 1796 wurden ihr sogar vom Finanz-kollegium die Ueberschüssc der rendsburger Staatskasse zurVerfügung gestellt gegen Specieszcttel; sie erhielt sogar dasRecht, Specieszettel im Verhältniß zur Baarschaft wie 22zu 10 auszugeben. Um die Cirkulation der Specieszcttel zubefördern, durfte die rendsburger Staatskasse Specieszettelgegen Silber einwechseln.
Die Schwäche oder vielmehr das mißliche Verhältnißder Species-Bank, trotz ihres Bankfonds von 2,400,000Species, enthüllte die Handelskrisis im September 1799,wodurch die Finanzen und durch diese die Bank in die größteVerlegenheit geriethen. Die Bank hatte den Finanzen ihreganze Baarschaft gegeben und konnte nun deshalb selbstnicht ihre Zettel baar einlösen. So lange waren dieselbenüberall wie baares Geld genommen worden, als aber dieUnfähigkeit der Bank sie einzulösen bekannt wurde, verwei-gerte man deren Annahme in Holstein und Schleswig; des-halb hob eine Verordnung vom 1. Nov. 1799 dort die An-nahme derselben in den dortigen Kassen auf, während siein den königl. noch wie Münze angenommen wurden undalle hierher strömten. Wie die Finanzen und die Bank jetztvon aller Baarschaft entblößt waren, so stockten die Cirku-lationsmittel auch im Handel. Uebrigens hatte der Silber-werth der Bank gegen 2 Millionen betragen, während ohn-gefähr 5 Millionen Specieszcttel cirkulirten. Nach der
letzten Bankrechnung für das Jahr 1798 bis 1799 betrugder Ueberschuß der Bank 196,958 Species, der Reserve-Fonds 178,848 Species, und die Dividende zu 6 Proc.144,000 Species.
Nachdem die Bank aufgehört hatte als Leihinstitutzu wirken, und nur noch das Diskontogeschäft betrieb,wurde dies namentlich in Rücksicht auf die Darleihen sehrfühlbar. Deshalb wurde eine neue Leihanstalt, die Depo -sito-Kasse gegründet. Nach einer Verordnung vom13. Novbr. 1799 trat dieselbe an die Stelle der Species-Bank, deren Direktion auch die Direktion der neuen Kasseübernahm. Leider hatte diese keinen anderen Fonds alseine Anleihe von 4 Millionen Curantzetteln aus der altenCurantbank. Diese Anleihen wuchsen indessen so auffallend,daß dieselben durch eine Verordnung vom 12. Nov. 1803beschränkt werden mußten. Um die von der Deposito-Kasseausgegebenen alten Curantzettel von den übrigen zu unter-scheiden, wurden sie mit dem besonderen Stempel: Depo-sito bezeichnet.
Der Handelsstand hatte für sich neben der Deposito-Kasse eine Leihanstalt „Committee für das Leih-institut zum Besten des Handels" errichtet, das ebenfallsdie Erlaubniß erhielt, zinsentragende Zettel, die sogenann-ten Committee-Zettel auszustellen, die von lOORthlrn.täglich 1 Schill. Zins trugen. Davon machte die CommitteeDarleihen auf Waaren und Effekten zu 5 Procent DieSumme war auf 1,800,000 Species festgestellt, von der600,000 Species der König garantirte. Die Zettel cirku-lirten leicht und wurden sogar mit Agio ^gesucht, warenaber schon vor dem Oktober 1800 alle wieder eingezogen.
Alle diese Anstalten waren genau betrachtet nichts alsFortsetzung der alten Curant-Bank, deren Zettel immerwieder zum Fonds benutzt wurden. Hätte man nicht mitden neuen Anstalten neue Zcttelarten geschaffen, so würdedies Verfahren wenigstens das Gute gehabt haben, daßman die Zettelmaffe nicht vermehrt hätte, während es über-haupt nicht an klingender Münze im Lande fehlte. Nament-lich benutzten die Finanzen die Depositokaffe, um durch die-selbe undauf deren Namen Millionen von alten Curantzettclnaus der Curant-Bank zu ziehen. So erhielt die Deposito-Kasse während achtzehn Monaten 13 Millionen Rthlr. vonCurant-Bank, und bei dieser Summe waren die Finanzenmit 8 Millionen Rthlr. bethciligt. In diesen Verhältnissenwuchs die Zettelmaffe ansehnlich und um mehr als das Dop-pelte, obschon die Speciesbank einige Millionen Zettelallmälig eingezogen und außer Curs gesetzt hatte. Trotzdieser Wirren im dänischen Geld- und Zettelwesen stand derCurs, vermöge des sehr vortheilhaftcn Handelsverkehrs desdänischen Reichs, gut bis zum Frieden von Amiens.
Uebrigens bewegte die Deposito-Kasse beträchtlicheSummen, die nicht bloß in einfachem Zettelgeld bestanden,sondern sie nahm auch baare Einlagen gegen Deposito-kassc-Obligationen an. Im I. 1805 hatte sie aufHypotheken folgende Darleihen gegeben:
auf Häuser und Grundstücke . . 3,025,475 Rthlr.auf königl. Obligationen, Species
u. a. Actien. 1,819,928 -
auf westindische Grundstücke . . 661,000 -
auf Waaren. 78,200 -