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Erster Band. A - G.
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Bank

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Bank

Lebhafter Handel und Schifffahrt, so wie beträchtlicheAusfuhr von Landesprodukten hoben den Curs 1823 auf208 Proc. In der Handelskrisis im Anfange von 1826sank derselbe wieder auf 240 Proc., hob sich indessen biszum Ende des Jahres wieder auf 223. So hielt nun derCurs mit dem besseren Gange des Handels Schritt und standim I. 1827 auf 223 bis 216 Proc. Mit dem sehr vortheil-haften Produktenhandel im Jahr 1828 hob eb sich auf 204Proc. Im Jahr 1829 stand er auf 207 und 1830 auf210 Proc.

Der Stand der Bank war:

deren im I. 1818 1831

Zettelschuld . . . 31,109,000 18,179,000 Rbthlr.

Obligationsschuld . 13,464,000 9,384,000 -

44,373,000 27,363,000 Rbthlr.

Die Schuld wurde also in 13 Jahren um 17 Millionenvermindert. Dagegen bestand das Vermögen oder Kapitalder Bank am 1. Aug. 1831:

in Rbthlr. in Silber in Zetteln

Baarschaft . . . 2,468,000 1,133,000

Pfänder .... 696 000 706,000

3,164,000 1,839,000

Im Jahr 1826 betrug die Baarschaft in Silber nur

1,409,000 Rbthlr. und der Silber-Curs der Bank stand1831 auf 210 Proc. Im I. 1837 hatte die Bank ihreObligationsschuld abgezahlt und dadurch ihren Gewinn anverminderten Ausgaben für die Zinsen, die jährlich 109,339Rbthlr. betrugen, erhöht. Danach belief sich die jährlicheEinnahme der Bank auf ohngefähr 460,000 Rbthlr., diejährliche Ausgabe auf ohngefähr 130,000 Rbthlr. SeitEnde 1835 steht der Silber-Curs der Bank, d. h. der Bank-zettel zum Silberzettel Pari, d. h. 200 Proc., weil 1 Spe-ciesthaler in Silber gleich ist zwei Rcichsbankthalern inZetteln. Im I. 1840 betrug die Zettelmasse ltU /2 Rbthlr.Im I. 1844 hatte die Bank-

Activa . . . 34,676,090 Rbthlr.

Passiva . . 20,613,088 -

activer Ueberschuß 13,422,767 Rbthlr.

Davon sind 640,233 Rbthlr., also beinahe 3 Proc., Ueber-schuß des Actienkapitals.

Der Umsatz war im Jahr

1842 — 1843 : 22,973,800 Rbthlr.

1843 — 1844: 23,296,100 -

Bei diesem Stand zahlte die Bank am 10. Nov. 1843zum ersten Mal den Actionären einen Gewinn-Antheil aus.Dadurch stiegen die Actien, die vor 12 Jahren schwer zu23 Proc. Abnehmer fanden, auf 188 Proc.

Für Deutschland ist die Geschichte des dänischen Bank-wesens jetzt ein beherzigenswerthes Beispiel.

Rendsburg, eine Handelsstadt im Herzogthum Hol-stein. Hier besteht ein Comtoir der dänischen Reichsbank.

Deutschland.

Altenburg. Hier besteht seit 1832 eine herzoglicheLandesbank, deren Zweck ist, einerseits, den KapitalistenGelegenheit zur sicheren und nützlichen Anlage ihrer Kapi-

talien zu geben, andererseits Grundbesitzern und Gewerb-treibenden gegen Sicherheit Darleihen zu gewähren. Aufdiese Weise mobilisirt die Bank das im Lande vorhandeneVermögen, sei es baares Kapital, oder sei es der Werthliegender Gründe, und erhöht so dessen Nutzen. DieGröße des Stammkapitals der Bank ist unbekannt, weildie Bank weder etwas darüber, noch auch bis jetzt Rechen-schaftsberichte veröffentlicht hat. Ihr Geschäft ist im Be-sonderen: Darleihen auf Hypotheken, sowohl feststehend,als auch zur Amortisation nach einem auf Billigkeit berech-neten Plan; Rückzahlungen ohne vorhergegangene Kündi-gung anzunehmen, wobei sie 1 bis 3 Proc. rechnet, wäh-rend ihr gewöhnlicher Zinsfuß 4 Proc. ist; Vorschüsse zumachen gegen Staatspapiere oder andere guteKreditpapiere;und auch: Depositen anzunehmen, bei denen sie die auf län-gere Zeit eingelegten Kapitalien mit 2>/2 Proc. vergütet.Sie besorgt ferner für Rechnung des Staates die Münzprä-gung, die seit der deutschen Münzconvention im I. 1841für das Herzogthum ein wichtigerer Gegenstand des Staats-haushaltes als früher ist. Besonders nützlich erwies sichdie Bank dadurch, daß sie im Jahr 1840 für die Ausfüh-rung der sächsisch-bairischen Eisenbahn auf den Kredit derLandschaft ein Contocvrrent mit 3 Proc. Zinsen und halb-jährigem Abschluß eröffnete. Im Anfange des Decembers1843 betrug diese Rechnung außer den Zinsen ein Debetvon 279,739 Thlr. 13 Ngr. Dieselbe wurde mit Ende desDecember geschlossen. Die Bank erhielt eine Obligationfür 100,000 Thlr., als eine für jetzt unverzinsliche undauch in nächster Finanzperiode nicht kündbare Steuerschuld,nebst einer anderen Obligation für 130,000 Thlr., alseiner mit 3 Proc. zu verzinsenden, mit 1 Proc. jährlich zuamortisirenden und der halbjährigen Kündigung unterwor-fenen Steuerschuld. Der Rest wurde auf neue Rechnungübertragen, die mit ü'/y Proc. Zinsen der Staatsrcgierungbewilligt ward. Selbst Leipzigs Verkehr hat diese Bankin Anspruch genommen, wenn die eigenen Hülfsquellen zurBefriedigung des Geldbedürfniffes nicht ausreichten.

B a i e r n.

In diesem Lande wurde zuerst in Deutschland eine um-fassende Bankanstalt als Baierische Hypotheken- undWechselbank gegründet. Sie vereinigt in ihrem Wir-kungskreise alle Arten der Bankgeschäfte. Dessenungeachtetist sie von den großartigen Bankanstalten Belgiens, die eineCentralisation oder Einigung der Cirkulations- oder Geld-kräfte zum Besten der Industrie und des Handels bezwecken,eben deshalb verschieden, daß sie nur Leih - und Wechsel-geschäfte in der gewöhnlichen Weise betreibt. Es ist jedochnothwendig (vgl. Dänemark, Kopenhagen), daß dieGeldkräfte eines Staates und Volkes möglichst geeinigt wer-den. Um dies aber ausführen zu können, müssen alle Spar-kassen, Lebens-, Brand-, Hagel- und kaufmännische Asse-kuranzen aller Orte eines Landes, insofern sie einen gewissenFonds besitzen, in ein gegenseitiges Verhältniß gesetzt werden.Durch eine solche zweckmäßig eingerichtete Einigung derverschiedenen Bankanstalten und Kassen gewinnt das Geld-wesen eine höhere Kraft, als es in der Vereinzelung jenerAnstalten haben kann, weil die Geldmittel vermöge der ver-vielfältigten Beziehungen einflußreicher als sonst verwendet