Band 
Erster Band. A - G.
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nämlich, daß die Bank nichts zu thun brauche als ihreZettelausgabe einzuschränken, um die Wechselkurse in einfür das Land günstiges Verhältniß zu bringen und damitzugleich die edlen Metalle in das Land zu ziehen. DasDirektorium hält es für seine Pflicht, zu erklären, daß esfür diese Meinung keinen haltbaren Grund zu finden ver-mag." Indessen beachtete die Bank von England, wie esjede vorsichtige Bank thut, den Stand des Wechselcurses inihrem Geschäftsbetrieb sorgfältig, sobald es darauf ankommt,Wechsel im hohen Belauf bei ungünstigem Wechselcurse dis-contiren zu sollen. Führte man diese Discontirung aus,so würde dadurch allerdings die Baarschaft dem Lande undder Bank zum Nachtheil entzogen.

Der Preis des Getreides, der 1821 und 1822 sehr ge-drückt gewesen war, hob sich 1823 wieder etwas, und dieserUmstand trug neben andern Umständen dazu bei, die Spe-kulationswuth außerordentlich zu steigern.

Da nun die Notenausgabe der Landbanken viel zu großwar, so wurde im Herbst 1824 das Umlaufsmittel überreich-lich, der Curs sank und die Bank von England wurde sehr starkum Gold angegangen; da aber die Direktoren der Bank indemselben Jahre die Verbindlichkeit von der Regierungübernommen hatten, diejenigen Inhaber äprocentiger Stockszu bezahlen, welche in die Umwandlung in 3>/2procentigenicht willigen wollten, so mußten sie eine bedeutende Summehierfür nach dem Sinken des Curses vorschießen. Dieseswirkte dem Abzüge des Goldes von der Bank entgegen, unddie londoner Geldmittel wurden deshalb bis zum September1823 nicht bedeutend berührt. Als aber durch das fort-währende Verlangen des Publikums nach Gold das Geldin Hier Hauptstadt selten geworden war, dehnte sich der ge-drückte Zustand schnell auf das Land aus. Diejenigen Pro-vinzialbanken, — und sie waren zahlreich, — welche ur-sprünglich ohne hinreichendes Kapital gegründet wordenwaren, oder die man nach irrigen Grundsätzen geleitet hatte,sielen, sobald es ihnen schwieriger wurde, Geld von Londonzu erhalten. Die einmal entstandene -Beängstigung wurdeallgemein, und Vertrauen und Kredit waren auf einige Zeitgänzlich verschwunden. Im September wurde die Bankzu London mit Wechseln aller Gegenden bestürmt. Siebeschränkte ihre Discontirungen, sie erhöhte ihr Diskontovon 4 aus 3 Proc., aber alles dies half nichts, den Sturmzu beschwichtigen, und binnen drei Wochen stieg der Betragder von ihr discontirten Wechsel von vier auf fünfzehnMillionen Pfd. St. Dasselbe Geschick erlitten alle Bankendes Landes. Da brach das Haus Sir Peter Pole, einealte Firma, und in der kurzen Zeit von 6 Wochen sielenüber 70 Banken trotz der großen Vorschüsse, die sie von derBank von England erhielten. Die Münze war Tag undNacht thätig, um die Barren in Geld umzuwandeln, daswie in Strömen abfloß. Am 24. Decbr. besaß die Bank inLondon nicht mehr als nur eine einzige Million. Dieswar der Höhepunkt der Noth. Schon fürchtete man denBruch der Bank und damit den Verlust des Kredits für dasLand. Da wurden mit Genehmigung des königl. GeheimenRaths die schon außer Curs gesetzten Ein-Pfundnoten wie-der ausgegeben, in der Summe einer Million, — und dieserettete die Bank. Wegen dieser unerwarteten ungeheurenBewegung in diesem Jahr nennt man dasselbe „das große

Seifenblasenjahr" (tde great bubblo z-oar). Denn bei derEröffnung des Parlaments schilderte die Thronrede, dieAdressen beider Häuser und die Reden der Parlamentsmit-glieder die Lage des Landes als eine durchaus glückliche unddurchaus gesicherte.

Um eine Wiederkehr des großen Unglücks zu verhüten,das durch diese und die früheren Bankerotte der Landbankenveranlaßt wurde, beschloß man 1826 mit der Zustimmungder Bank von England, das Gesetz von 1708 aufzuheben,welches die Zahl der Theilnehmer an Bankanstalten auf nur6 beschränkte. Es war von nun an erlaubt, überall, nurnicht innerhalb eines Umkreises von 63 engl.Meilen von London, Banken mit jeder Anzahl vonTheilnehmern zu errichten. Die Direktoren der Bank vonEngland entschlossen sich zu gleicher Zeit, Zweigbanken inden vorzüglichsten Städten zu errichten, und in diesem Au-genblicke bestehen solche Anstalten in Gloucester, Manchester,Birmingham, Leeds, Liverpool, Bristol, Ereter, Newcastle-upon-Tyne, Hüll, Rorwich rc.

Außer dem Versuch, die Häufigkeit der Bankerotteunter den Lankbanken durch Aufhebung des Gesetzes zu ver-mindern, welches die Anzahl der Theilnehmer beschränkte,wurde ferner 1826 beschlossen, die fernere Ausgabe vonEin-Pfundnoten zu verbieten. Die Nützlichkeit und Wir-kung dieser Maaßregel ist der Gegenstand vielen Streitesgewesen. Allerdings ist dadurch einer der bequemsten Wegeabgeschnitten worden, auf welchem die geringeren Landban-ken ihre Noten in Umlauf brachten, und insoweit muß alsodie Maaßregel gut sein. Aber es stehen ihnen noch vieleandere Wege offen, und wenn man glaubt, dadurch dasLandbankenpapier auf die beste Basis zu bringen, welchedasselbe haben sollte, so irrt man sich gewaltig. Vor 17S2waren keine Noten unter 5 Pfd. im Umlauf, und dochwurde ein volles Drittel der damals bestehenden Land-banken bankerott.

Durch die Aufhebung der gesetzlichen Bestimmung von1708 und durch die freigegebene Bildung von Aktienbankenund Ausgabe von Bankzetteln glaubte man die Wiederkehrvon Krise» für immer unmöglich gemacht zu haben. In-dessen geschah die Bildung dieser neuen Banken nur lang-sam, bis in das Jahr 1836, wo sie durch große Theilnahmeschnell gefördert wurde, ohngeachtet der Krisis im 1.1833,Hart aber traf sie das unheilschwangere Jahr 1836. Esereigneten sich schwere Fallissements. So brach die Nor-thern- und Central-Bank in Manchester mit 40 Zweigban-ken, die Agrikultur-Bank in Irland mit 46 Zweigen, undandere folgten im Jahr 1837. Daneben entstanden jedochwieder neue Banken ohne besondere Schwierigkeiten. ImI. 1839 und den folgenden Jahren brachen wieder vieleBanken, s. S. 203. Alle diese Ereignisse drängten zu einerwiederholten und ernsten Prüfung der Bankfrage. SirRobert Peel hatte sich derselben schon früher, wie wir ge-sehen haben, im Parlament angenommen, und währendseines Ministeriums wurde eine große Maaßregel gesetzlicheingeführt. Er sprach in der Sitzung des Unterhauses am20. Mai 1844, indem er jene Fallissements erwähnte: „Ichfrage Sie demgemäß, ob Sie nach solchen Erfahrungen nichtüberzeugt sind, daß es hohe Zeit ist, etwas zu thun, um