Dank
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Bank
aus der Bank empfangen dürfe, sondern sein Einlage-Kapital nur zu fernerem Uebertrag an Andere in den Bank-büchern gutgeschrieben erhalten könne; späterhin stellte esjedoch die Regierung einem jeden Theilnehmer frei, seinGeld in klingender Münze wieder aus der Bank zurück-zunehmen: zu diesem Zwecke errichtete die Anstalt eineeigene Kasse.
Wie es beiGirobanken gewöhnlich der Fall ist, so bekamman auch bei den venetianischen von den ihr anvertrautenKapitalien keine Zinsen vergütet, da man zu jeder Zeit übersein Guthaben verfügen konnte. — Die bei der Bank nie-dergelegten Gelder konnten unter keinem Borwande mitSequester (Beschlag) belegt werden. Zur Erhebung seinesGeldes hatte der Deponent nur nöthig, den darüber vonder Bank erhaltenen Empfangschein (seäe äi Lroäito ge-nannt) vorzuzeigen und abzuliefern.
Ihre Rechnungen führte diese Bank in einer besonderneingebildeten Münzwährung, nämlich nach läre grosse zu20 Soicki t> 12 Denar! gross, ; der Werth einer solchen lüragross» ward auf 10 Ducati oder 62 läre Lsnco und auf 96läro piccole bestimmt. Die Münzsorten, welche die Bankvon Venedig annahm, waren bloß: venetianische gol-dene Zecchinen zu 14>/g und Silber-Ducaten zu8>/s Dirs vane». Alle in Bankvaluta zu zahlendenWechsel, besonders wenn sie die Summe von 300 Ducatiüberstiegen, mußten der Bank zur Zahlung übertragen wer-den; ebenso mußten auch alle Zahlungen für eingekauftesOel, Kaffee, Rosinen, Seide, rohe und gesponnene Wolleund für alle aus dem Westen kommenden Handelsartikeldurch die Bank vollzogen werden.
Im Jahr 1686 stand das Bankgeld um 20Proc. höherals die wirklichen im Umlauf befindlichen Münzen. Umnun ferneren Schwankungen in dessen Zahlwerthe vorzu-beugen, setzte die Regierung eine sogenannte Curant-Valuta fest und valvirte in derselben den Zecchino zu 17,die voppiä zu 29, den Scuäo äella Lroce zu 93/5, den Du-katen oder die Giustina zu 8>/2 und den Silber-Duca-ten zu 6>/g Lire. Diese Curant-Währung blieb.vonnun an unveränderlich um 20 Proc. schlechter als Bank-geld und dieser Unterschied ward das Danco-ägio genannt.— Das cursirende Geld sank bis zum Jahr 1780 hinsicht-lich seines innern Gehaltes fortwährend; die Regierungerhöhte daher in diesem Jahre den Werth des fingirtenBank-Ducatens auf 9^/5 Lire, den des wirklichen. Silber-Ducatens aber auf8 Lire laufendes Geld,welchen Zahlwerth man Piccola-Valuta (kleine Münze) oderöloneta coirenle piccolo nannte. Diese geringere Curant -Währung ist seitdem und bis zum Ablaufe des vorigenJahrhunderts die gewöhnliche venetianische Währung ge-blieben, worin alle Waaren und andere Gegenstände ver-handelt und bezahlt wurden. Sie war342«/g, Proc. schlech-ter als Bankgeld und 2!)>/z, Proc. schlechter als(das frühere) Curant. Den Unterschied zwischen derbessern alten und der geringern neuen (I'iccola)Curantvaluta nannte man das 8opra-4zio (Ueber-Aufgeld; das, was man noch über das gewöhnliche Auf-geld bezahlen muß).
Mit dem Augenblicke, wo sich die Franzosen der Re-publik bemächtigten (1797), hebt der allmälige Verfall
der Bank von Venedig an. Der Freistaat war in den fol-genden Jahren zu sehr von den ganz Europa erschütterndenKriegsstürmen bedrängt, als daß seine Regierung in denwenigen und kurzen Zwischenräumen des Friedens etwasfür die Emporhebung jener ehrwürdigen Anstalt hätte thunund den Handel Venedigs auf den hohen Glanzpunkt wiedererheben können, dessen es bei der so ganz veränderten Rich-tung des Welthandels auf immer verlustig ist. NachdemNapoleon 1803 Venedig mit dem Königreiche Italien ver-einigt hatte, ward durch Dekret vom 11. December 1806die Aufhebung und Liquidation der Bank befoh-len, und zwar so, daß die Gläubiger der Anstalt ein Viertelihrer Forderung in Inskriptionen empfangen, die übrigendrei Viertel aber bis auf Weiteres zu l'/s Proc. verzinseterhalten sollten. Im Jahr 1808 wurde sie endlich gänzlichaufgehoben. Seitdem Venedig, der ehemalige Frei-staat, dem österreichischen Kaiserreich im Jahr 1818 einver-leibt war, hegte man die Hoffnung auf Wiederherstellungdieser alten berühmten Anstalt. .
Portugal
erhielt im I. 1822 die National-Bank in Lissabon,durch Actien und ein Privilegium auf 20 Jahre. Das Ge-sellschaftskapital war 2300 Conto's oder Millionen Reis,die im Jahr 1827 um 2600 Conto's vermehrt werden sollten,aber nicht zusammenkamen. Die Aktie lautet pr. Stückauf 300 Milreis. Die Geschäfte der Bank sind Discon-tiren, Vorschüsse geben und daneben Unternehmun-gen in Staatspapieren, Gold und Silber. Sie giebtBanknoten in Abschnitten zu 4, 10, 20 und 80 Mondas,nämlich 19,200, 48,000, 96,000 und 240,000 Reis, aus.Durch wiederholte bedeutende Vorschüsse an die Regierungin Anspruch genommen, mußte sie im Jahr 1827 eine Zeit-lang ihre Zahlungen einstellen; indessen ergab sich bei derUntersuchung ein Ueberschuß von ohngefähr 3 MillionenMilreis und ihr Kredit befestigte sich wieder.
Reben dieser Bank entstand in Lissabon die Bankvon Lissabon, Danca äa Disko», ebenfalls auf Actien,d 800 Milreis, gegründet. Ihr Geschäftskreis ist derselbewie bei der anderen Bank, und sie giebt auch Banknotenaus. Im Jahr 1838 besaß sie an Geld und Effekten gegen3000 Conto's und zahlte 9 Proc. Dividende. Sie genießtein großes Zutrauen, sie wird jedoch von der Regierung undden Ministern zu sehr beträchtlichen Vorschüssen in An-spruch genommen, und konnte deshalb im Jahr 1846 nichtmehr Baarzahlungen leisten. Um nun so viel Banknotenals möglich der Cirkulation zu entziehen, erbot sich die Bankdieselben zu kapitalisiren zu jährlich 9 Proc. Zinsen und siebinnen einem Jahr baar zu bezahlen. Darauf machte sieam 3. Sept. 1846 ihren bisher noch nicht bekannt gewese-nen Status bekannt. Ihre Activa, bestehend in Forde-rungen an die Regierung (wovon 640 Conto's von der Zeitder letzten Suspension der Baarzahlung herrühren), Wech-seln, Effekten und baar, betragen 10,181 Conto's; dieVerbindlichkeiten sind: 3330 Conto's auf Silber undKupfer lautende Noten der Bank von Lissabon und derZweigbank von Oporto, 392 Conto's in Obligationen ver-wandelte Noten, 298 Conto's Depositen für Papiergeld,738 Conto's effektiv, 43 Conto's rückständige Dividende,