Bank
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R. gegen dreimonatliche und bis 1 Million R. gegen vier-monatliche Kündigung.— Laufende Rechnung auf Giroeröffnet die Bank bei Einlagen von mindestens 300 Rubeln,und besorgt das Ab- und Zuschreiben ohne Vergütung; nurin Geschäften mit auswärtigen Contoren (Transferten)berechnet sie >/, Proc. Provision. — Die Bank discontirtWechsel, die nicht unter 8 Tagen und nicht über 6 MonateVerfallzeit haben, und berechnet den Disconto nach der Be-stimmung des Finanzministers. — Vorschüsse giebt dieBank gegen Verpfändung von russischen Erzeugnissen,jedoch auf 6 bis 9 Monate, gegen einen Zins, der 1 Proc.niedriger ist, als der Wechsel-Disconto. Die Waaren müs-sen sich jedoch in Städten befinden, wo Bank-Comtore sind,oder bei Börsen, in Kaufhöftn rc. — Comtore hat dieBank in Moskau, Riga, Archangel, Odessa, Astrachan,Kiew, Rybnik, Wladow, in Kharkow (bis 1849); das zuOdessa kauft auch Wechsel auf das Ausland. — Als imJahr 1839 der Curs des Silberrubels zum Bankrubel ge-setzlich festgestellt ward, wurde mit der RCB. eine besondereDepositen - Kasse verbunden, zur Verwaltung derebenfalls neuen Depositen - Billets, die in allenöffentlichen Kassen angenommen werden. Die Summe der-selben belief sich im Jahr 1848 auf 17,813,334 Rubel. DasKapital der Bank war 1844: 8,371,420 R., das Reserve-Kapital 1,981,380 R. und der reine Gewinn 244,089 R.
Außerdem bestehen in Rußland Leihkassen und V e r -wahrungs - oder Depositen - Kassen. Im I. 1845befanden sich in den letzteren 347,200,721 Rubel, und derenGewinn betrug 1844:1,238,938 R. An Vorschüssen gabendie ersteren aus 1844: 36,233,198 R., und zurückgezahltwurden 36,999,248 Rubel.
Die Kollegien der allgemeinen Fürsorgegeben kleinere Vorschüsse und nehmen Gelder zur Verzin-sung; sie sind also Leih- und Sparkassen. Eingezahltwurden 1844: 10,802,861 Rubel, zurückgezahlt 8,792,748Rubel, und die Darleihen beliefen sich auf 8,140,433 Rubel,das eigene Kapital der Kollegien 14,286,423 R. und derreine Gewinn 373,172 Rubel.
Das Kapital der Leihbank, Kommerzbank, der Ver-wahrungskassen und der Kollegien der allgemeinen Fürsorgebetrug 1843: 79,167,063 Rubel an eigenem Vermögen,364,413,413 Rubel an Einlagen, oder mit Einschluß derDiscontirungen 612,147,906 Silber-Rubel.
Alle, den obigen Kredit-Anstalten anvertrauten Kapi-talien sind übrigens keiner Sequestrirung, weder auf Staats-»och Particular-Forderungen, unterworfen.
Ein im Januar 1830 zu Petersburg erschienenes kaiser-liches Manifest enthält dasReglementüber die Ein-lagen und Anleihen bei den Bank-Institutenund faßt vornehmlich folgende Verfügungen in sich:
„In den Bank-Anstalten, und zwar in derKommerz- und Leihbank, in den Depositen-Kassen von St. Petersburg und den Kollegiender öffentlichen Fürsorge, werden für die Zu-kunft die Procente für Einlagen zu vier, fürAnleihen aufHypothek, auf liegende Gründeauf fünf Proc. jährlich bestimmt. Die Privat-Bank-Creditoren, welche ihre Einlagen nicht zu 4 Proc. in
den Banken lassen wollen, können solche in Gemäßheit derallgemeinen Bankregeln zurückfordern. Der Wechsel-Disconto in der Commerz-Bank bleibt aufdem jetzigen Fuße und die Disconto-Procentewerden nach den Handels-Eonjunkturen be-messen."
„Darleihen aus den Bank-Anstalten sindzukünftig folgender Art: 1) AufHypothek vonHäu-'sern, statt 12 auf 13 Jahre, mit jährlicher Bezahlung von3 Proc. Interessen und 3 Proc. Tilgung, übrigens aus denFuß der bisherigen zwölfjährigen Darleihen. — 2) AufLandgüter: a) Statt der jetzigen 24jährigen Darleihenauf 26 Jahre nach Maaßgabe der Tabelle mit Bezahlungvon jährlich 5 Proc. Interessen und 2 Proc. Tilgung undein für allemal 1 Proc. Prämien. l>) Auf 37 Jahre nachder Berechnung, mit jährlicher Bezahlung von 3 Proc.Interesse und 1 Proc. Tilgung, dabei ein für allemal mitO/a Proc. Prämie. — Die früher contrahirten achtjährigenAnleihen bleiben in ihrer Kraft, wenn der Schuldner solchenicht auf neue Termine umzulegen wünscht."
Im Besonderen müssen von den Banken im russischenReich noch erwähnt werden:
In Helsingfors die finländischeBank, welcheDepositen-Billets und Obligationen-Scheine ausgicbt.
In Mitau der kurländische adelige Kredit-Verein. Derselbe hat hier seinen Sitz, besteht aus Guts-besitzern des kurländischen Gouvernements und giebt seit1830 gegen Darleihen auf adelige Güter Pfandbriefe, diejährlich 4 Proc. Zins tragen. Zur Berathung der Angele-genheiten des Vereins versammelt sich dessen General-Kon-vent alle drei Jahre in Mitau.
In Reval die esthländische adelige Kredil-Kasse. Dieselbe hat auf die von ihr auf Landgüter gege-benen Darleihen Pfandbriefe, mit 4 Proc. jährl. Zinsenausgestellt. Sie besteht seit 1802 und erhielt von der Kronenach und nach 1,643,000 Silber-Rubel, die bis 1833 bisauf 1,081,708 Rubel zurückerstattet waren. Mit der Kredit-Kasse wurde schon 1804 und dann 1828 wieder ein Til-gungs-Fonds vereinigt, um durch einzuzahlende jähr-liche Procente die Schuld in einem gewissen Zeiträumeabzutragen. In der erstem müssen jährlich mindestens3/, Proc. oder können bis 10 Proc., in dem andern müssenjährlich auf jedes verpfändete Gut 1 Silber-Rubel xr. Hakengezahlt werden. Das Darleihen aus einen Landhaken be-trägt 1260 Silber-Rubel.
Die polnische National - Bank in Warschauwurde durch Ukas im Mai 1828, zu dem Zweck, die Staats-schuld Polens abzutragen, so wie den Handel, den Kreditund die Industrie im Königreich zu befördern, errichtet.Um den erstem Zweck zu erreichen, wurde vom Kaiservon Rußland die jährliche Summe der consolidirten Rentenangewiesen, welche dem vollen Betrage der in das großeSchuldbuch eingetragenen Renten gleich kommen soll, undeine zweite jährliche Summe, welche die Höhe des zehntenTheils der consolidirten Renten erreichen und zur Tilgungdieser letztem bestimmt sein soll. Beide Summen sollen,bis zur.gänzlichen Tilgung der Staatsschuld, alljährlichauf das Budget der Ausgaben des Königreichs gebracht und