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Erster Band. A - G.
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Baranken

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Larstteris

fruchtbaren Weinberge, mit 2496 Ew., der Unter-Präfekturund einem Civil-Tribunal, vielen Messerschmieden, Brannt-wein-und Droguenfabriken, Handel mit Wein, vorzüglichemHanf, Wolle und Holz.

Baranken, Baranjen, russisch Uaranbi, Astra-kanfelle, heißen die Lämmcrfelle von schwarzer, graueroder weißer Farbe, welche aus Rußland und Polen in denHandel kommen, fein- und kraushaarig sind und zu denfeinen Rauchwaaren gerechnet werden. Zur Kleidung sindsie beliebter-als Fuchspelz, weil sie nicht so wie dieser abhaa-ren. Der Name kommt von dem russischen Wort Baran,„das Schaf," her. Man versteht in Rußland unterBaranken jede Gattung von Schaffellen, wogegen da«Plelzwerk von Lämmerfellen Merluschki heißt. DieBaranken kommen vorzüglich von ungebornen Lämmern,indem die Schafmütter, ehe sie lammen, geschlachtet wer-den; die feinste Sorte dieser Felle nennt man Schmaasenoder Schmosen; doch schlachtet man auch häufig die Läm-mer, sobald sie zur Welt kommen. — Man unterscheidetächte und unächte Baranken. Die letzteren sindgefärbt und den ächten oft täuschend ähnlich, doch von weitgeringerer Güte und Beschaffenheit. Die Kenner unter-scheiden sie durch die Farbe und nach der größer» oder min-dern Feinheit, Kräuselung und lockigen Beschaffenheit derHaare. Die ächten sind selbst in Rußland sehr theuer undungemein hoch geschätzt, und bilden einen wichtigen Handels-artikel. Im südlichen Rußland besonders ist der Handelmit Baranken sehr beträchtlich. Sie gehen von hier aus ingroßer Menge nach Polen, auch nach Deutschland, nach derMoldau und Wallachei und den südlichen türkischen Provin-zen, ferner über Kiachta nach dem chinesischen Reich. —Die tatarischen Kaufleute bringen im Winter die Lämmer-felle, welche sie am Jaik von den Kirgisen und Kalmückeneingetauscht haben, nach Samara im Orenburgischen, sorti-ern sie, lassen sie daselbst gerben und zusammennähen undbringen auf diese Weise den größten Theil der feinen Läm-merpelze in den Handel, die durch ganz Rußland vertriebenwerden. Auch die Kirgisen bringen eine Menge Felle vonjungen und ungebornen Lämmern nach Orenburg. Dieseübertreffen die kalmückischen oft noch an Schönheit und mä-chen im Pelzhandel bei weitem die größte Zahl aus. AuchLaurien liefert eine beträchtliche Menge Lammfelle, die vor-züglich zum Verbrämen der Mützen gebraucht werden unddeshalb in Rußland, Polen, der Türkei, mehrern asiatische»Provinzen rc. einen starken Absatz haben. — Man unter-scheidet die Baranken im Handel nach der Farbe und nachden Gegenden, aus welchen sie kommen. Hiernach giebt esfolgende Sorten: russische, schwarze und weiße; tscher-kessische, schwarze; kirgisische, schwarze; ukraini-sche, schwarze (die schönsten der schwarzen); kalmückische,weiße, bunte, braune und rothe, mit rauher, haariger undnicht sehr glänzender Wolle; taurische(aus der Krim),schwarze, grüne, röthliche und weiße; bucharische, vonschwarzer, grauer und bläulicher Farbe, von sogenanntenarabischen Schafen (eine Mittelrace zwischen breit - undlanggeschwänzten). Man schätzt diese bucharischen Felle umso höher, je lockiger und gleichhaariger sie sind, und man be-zahlt in der Bucharei selbst für ein solches Lammfell der be-sten Art, welches spiegelglatt und,wie Damast geblümt ist,

einen Ducatcn, in Orenburg gilt es fünf Silberrubel; per-sische, graue, welche die astrachanschen Kaufleute ausMangischlack holen, weicher, krauser und schöner als dieschwarzen Baranken, aber auch so theuer, daß man in derTürkei sie nur zum Verbrämen von weißen Mützen (wozusie den Hospodaren der Moldau und Wallachei, den Drago-manen der Pforte und der europäischen Mächte dienen) undAufschlägen an Staatskleidern anwendet; in Konstantinopelwird das Paar dieser persischen Felle mit 80, 100, selbst 200Piastern bezahlt; — isländische und dänische, weiße,welche gewöhnlich als russische verkauft und hauptsächlich zuUnterfutter gebraucht werden. Auch Sicilien undRomliefern gekräuselte Lammfelle in den Handel, die jedoch weitgeringer sind als die russischen. — Die aschgrauen Ba-ranken werden am meisten geschätzt und zerfallen in zweiSorten: Baklatui, von kurzen Haaren und atlasartigerFeinheit, die vorzüglich nach Polen und der Türkei verkauftwerden; und eine geringere Sorte mit länger» und gekräu-selten Haaren, die häufig nach Deutschland kommen undhier unter dem Namen Krimmerpelz bekannt sind. Die-jenigen Lammfelle, welche man Schmasen oder Schmo -sen nennt, werden nach Deutschland schon zubereitet ausPolen, Litthauen und Rußland versandt. In der Türkei,und besonders in Konstantinopel, werden die schwarzen Felleam häufigsten verbraucht. — Die braunen und braun-rorhen Baranken sind am wenigsten gesucht.

Die Kirgisen, Kalmücken und Tataren sind in der Zu-bereitung der Baranken am meisten geschickt" und verstehendie Kunst, die Haare der Lammfelle besonders schön, krausund lockig zu machen, indem sie das Lamm, sobald es zurWelt gekommen ist, auf einige Zeit in grobe Leinwand festeinnähen, täglich einmal mit warmem Wasser befeuchten undeinige Male des Tages in gewissen Richtungen mit der fla-chen Hand über die Leinwand fahren. In der Ukraineschneidet man das Lamm aus dem Leibe der Schafmuttcrund bereitet es dann auf eben diese Weise zu, oder manschlachtet auch die Lämmer sogleich, nachdem sie geboren sind.Die feinste Gattung dieser Felle ist es, welche den NamenSchmase führt. — Wenn man das Lamm der Mutter»die man tödtet, in einer gewissen Zeit ihrer Trächtigkeit ent-reißt, so erhält man Felle, welche so kurzhaarig, glatt undglänzend sind, wie der schönste Atlas.

Man verkauft die Baranken überhaupt nach Tulupen(zusammengenähten Pelzen), nach Saiken und nach 100Stück. Die sicilianischen und römischen, die unter dem Na-men Büffette in den Handel kommen, werden ebenfalls zu100 Stück verhandelt.

Barantschinsk, Dorf in Rußland, Guvern, Perm,mit bedeutenden Eisenhüttenwerken.

Baras, s. Leinwand.

i engl. barratr^, vom spanischen barst,Lug, Betrug, Dieberei, abgeleitet, heißt italienisch darataria.Der rechtliche Begriff des Wortes ist in den verschiedenenStaaten, die Rhederei, Seehandel und ein Seerecht haben,verschieden, je nach dem herrschenden Gebrauch, und ebensoverschieden sind auch die Ansichten der Rechtslehrer über denUmfang der rechtlichen Bedeutung des Worts, in England,Frankreich, Sardinien (Genua), Spanien, Belgien (Ant-werpen), Hamburg, Dänemark, den nordamerikanischen