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Erster Band. A - G.
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Batavia

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Batavia

asiatischen Inseln, 6» 8' 88" s. Br. 104° 32' 87" ö. L., ineiner weiten Bucht. Der Hafen oder eigentlich die Rhedebefindet sich zwischen dem festen Lande und mehreren kleinenunbewohnten Inseln, die während der stürmischen Jahres-zeit, wenn die Rordwestpafsatwinde wehen, hinlänglichenSchutz und einen guten Ankerplatz gewähren. Schiffe von300 bis 800 Tonnen gehen ungefähr anderthalb Meilen vonder Küste vor Anker. Durch die Stadt fließt der Tjiliwong,den Schiffe von 20 bis 40 Tonnen einige Meilen landein-wärts von der See befahren können. Eine Menge Kanäledurch die verschiedenen Stadttheile bieten dem Handel großeBequemlichkeit. Wegen der ungesunden Lage der Altstadt,auf der sumpfigen Küste, gründete der General Daendels et-was landeinwärts auf den Anhöhen von Weltevreden eineneue Stadt, und verlegte dorthin die Bureaus der Regie-rung. Die Mehrzahl der ersten Kaufleute hat hier ihrenWohnsitz aufgeschlagen und kommt nur, wenn es die Ge-schäfte verlangen, auf kurze Zeit am Tage über in die Alt-stadt. Die Folge davon war, daß letzter« nur hauptsächlichvon Chinesen und den Abkömmlingen der alten Kolonistenbewohnt ist und mehrere ihrer Straßen zerstört und verlas-sen sind. Indessen bot der Guverneur, Baron van der Ca-pellen Alles auf, die Ursachen des ungesunden Klimas derAltstadt zu beseitigen, und ließ deshalb mehrere Straßen er-weitern, einige Kanäle ausfüllen, andere reinigen, unnützeFestungswerke niederreißen !c.; dadurch gelang es ihm, dasKlima von Batavia eben so zuträglich wie in irgend einerandern Stadt der Insel zu machen. Im Jahr 1824 wurdemit der größten Genauigkeit eine Zählung veranstaltet, diefolgendes Resultat gab: Europäer oder Abkömmlinge vonEuropäern 3028; Javaner oder Malayen 23108; Chine-sen 14708; Araber KOI, Sklaven 12419; die Gesammtzahlder Einwohner in der Stadt und ihrer Umgebung kann mitAusnahme der Garnison zu 83861 (nach Andern 60000)Seelen angenommen werden. Jetzt wird die Bevölkerungauf 60000 bis 70000 geschätzt.

Die ersten Kaufleute sind Holländer, Engländer, Fran-zosen, Amerikaner und Deutsche; daneben treiben die Chi-nesen und Araber Handelsgeschäfte. In Batavia und seinerUmgegend werden an bestimmten Tagen zahlreiche Bazarsoder Märkte eröffnet; mehrere davon finden jetzt alle Tagestatt, da die Chinesen als Verkäufer eine unermüdliche Aus-dauer haben. Der Handel Batavia's ist doppelter Art,nämlich zum Theil in den Händen der niederländischen Han-delsgesellschaft centralisirt, zum Theil unter eine Mengeholländischer, englischer und amerikanischer Handelshäuserdes ersten und zweiten Ranges vertheilt. Die niederlän-dische Handelsgesellschaft gründete sich auf zusammengeschos-sene Privatkapitalien, deren Inhabern die Regierung Pri-vilegien ertheilte, die ihr keine allzu große Verpflichtungauferlegten. Die ersten Resultate dieses Etablissements wa-ren günstig. Ungeachtet dieser mächtigen Rivalität bestehenin Batavia 1 amerikanisches, 8 englische, 2 französische und3 niederländische Handlungshäuser. Die Einfuhr umfaßtalle Manufakturerzeugniffe Europa's, gewirkte Stoffe fürden Luxus wie für das Bedürfniß, kostbare Waffen, Tücher,Kram-, Kurz - und Seidenwaarcn, europäische, chinesische,indische und malayische Handelsartikel, Stoffe von allenGattungen und zu allen Preisen, ferner alle Waaren und

Erzeugnisse, welche der Boden von Java nicht erzeugt, alsfranzös. und spanische Weine und Branntweine, chinesischenThee, indischen und manillischen Reis; dagegen liefert Javafür die europäischen und asiatischen Märkte Reis, Kaffee,Zucker, Oele, Tabak, Katschang, Mais, Baumwolle, vieleArten Hülsenfrüchte, überhaupt die Produkte der einheimi-schen Industrie. Der Anbau des Indigo, des Kakao, derTheestaude und der Seide hat große Fortschritte gemacht.Das aus Batavia ausgeführte Zinn kommt von Banca, dasKupfer aus Japan, die feineren Gewürze von den Moluk-ken und der Pfeffer von Sumatra. Beträchtlich sind dieArrak-, Ziegel- und Kalkbrennereien, die Gerbereien, dieFärbereien, die Lichter-, Töpferei- und Kartenfabriken. DieArrakbrennereien liefern jährlich gegen 1200 Fässer (dam-ques) dieses Liqueurs, den die Chinesen fortwährend, jedochnicht im Uebermaß genießen. In den Gerbereien sind chine-sische Arbeiter beschäftigt; die Färbereien befinden sich gleich-falls in den Händen der kleineren eingebornen Fabrikanten,welche die Stoffe auf dem Lande weben und färben.

Die Färbestoffe, deren sie sich bedienen, sind gewöhnlichIndigo, die Wurzel des Mankoudou, der Roucou, derSaa-men der Baumwollenstaude, die Wurzel des Cucuma, Ing-wer und Katschang-Oel. Um dem Stoffe die gehörige Farbezu geben, läßt man ihn zu wiederholten Malen in dem Ge-säße, worin sich diese Mischung befindet, einweichen. DieBereitung des Batik geschieht dadurch, daß man diejenigenTheile des Stoffes, welche glatt oder hell bleiben sollen, mitgeschmolzenem Wachse überstreicht und sie dann in dem Fär-bestoffe einweichen läßt. Auf diese Weise verfertigt manTaschentücher oder Schürzen (sarongs), deren Gewebe sehrfein und deren Farben schön und mannichfaltig sind.

Der Stand des Handels in Batavia war in der Aus-fuhr im I. 1828: 17,499,341 Fl., 1843: 21,470,000 Fl.;in der Einfuhr 1828: 17,976,094 Fl., 1843: 13,040,000 Fl.Im Jahr 1828 liefen ein: 960 Schiffe mit 63,278 Tonnen-Last; 1843 dagegen hatten die eingelaufenen Schiffe 126,886Tonnen-Last.

Das Hafen-Reglement verbietet jedem auf derRhede ankommenden Schiffskommandanten, weder selbst,noch irgend jemand vom Schiffsvolk oder einem Passagierzu landen, bevor nicht das Schiff von einem Boot desWachtschiffes untersucht ist. Dann bestimmt es, daß derSchiffsherr beim Landen sich sogleich zum wachthabenden Auf-seher begiebt, und dann auf das Polizei-Amt. Die Deklara-tion über die Schiffsladung muß binnen 24 Stunden nach derAnkunft aus der Rhede im Zollamt abgegeben werden.Bei'm Landen muß der Schiffsherr die Schiffspapiere bci'mAufseher abgeben. Nach Sonnenuntergang einzufahren oderzu landen ist bei 800 Fl. Strafe verboten. Feuergewehreund Ammunition dürfen nicht eingeführt werden, ausgenom-men Vogelflinten über 100 Fl. Werth.

Tarif. Bon den Waaren, die auf englischen Schiffeneingeführt werden, müssen 23 Proc., aber auf niederländi-schen Schiffen 12>/2 Proc. Abgabe entrichtet werden, d. h-nach dem in Batavia geltenden on-gros-Preis, nicht nachdem Fakturenwerth. Der Ausgangszoll auf den auf einemfremden Schiffe nach einem fremden Lande ausgeführtenKasse beträgt xcr Pikul 8 Fl., auf einem fremden Schiffe

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