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Erster Band. A - G.
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340
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Baumwolle

Batzendingle — 340 —

Münzen, denen sie den Namen Batzen gaben. Diese sindaber an Werth fast alle verschieden.

Batzendingle, ein Maaß im schweizer Kanton So-lothurn, — V, preuß. Metze; 2 B. — 1 Achtelmöß, 4 B.^ 1 Immer», 16 B.-- 1 Möß, 192 B. --- 1 Mütti.

Bau, heißt im Herzogthume Oldenburg ein Feldmaaßvon 64,000 oldenb. Quadratfuß oder 364>/, rheinl. Qua-dratruthen. 1 Bau ist --- 40 Juck; 1 Juck alten Maaßes---- 1609 QRuthen -> 324 QFuß, also 1 Bau eigentlich —31,840 QFuß; aber nach der Verordnung von 1836 — 640Kataster-QRuthen, » 100 QFuß.

Bauholz, s. Holzhandel.

Baumöl, s. Olivenöl.

Baumsägen, s. Säge.

Baumseide , Boomside, ist ein aus Wollen - undBaumwollengarn gewebtes Zeug, das in Norddeutschland(Hamburg, Lübeck, Lüneburg und Bochold im Münsterschen)gemacht wird. Die Stücke halten 20 brabanter oder 24Hamburger Ellen, sind nach der Verfertigung von den zünf-tigen Meistern der Schau des Amts unterworfen, werdenuntersucht und nach der Güte und Verschiedenheit der Sor-ten gestempelt, welches Lothen heißt. Die besten sind: Su-perfeine, in der verdorbenen Aussprache Cyper, dieerste Sorte, welche auch mit dieser Benennung gestempeltist, der Doppeladler die zweite, der verschlageneDoppeladler die dritte, und der einfache Adler dievierte Sorte, von den angehängten Zeichen so genannt,welche auf der andern Seite das Stadtwappen enthalten.Die Zeuge gehen stark nach Holland, wo sie, so wie auch inden Gegenden, wo man sie fabricirt, zur eigenthümlichenKleidung mancher Classen von Einwohnern (Packer, Ab-lader rc.) dienen.

Baumwachs, heißt 1) ein Gemisch von 1 TheilWachs; 1 Theil gemeinen Terpentin, 2>/z Theil Weißpech,>/« Theil Baumöl, und >/- Theil Talg, das bei gelindemFeuer zusammengeschmolzen, und zum Verbinden derSchnitte bei dem Pfropfen der Bäume gebraucht wird. —2) ein gelbliches festes Fett, auch Pinny-Talg genannt,das durch Auskochen der Früchte der Vateria inckica, einesauf der Malabar-Küste wachsenden Baumes, gewonnen wird,dem reinen Stearin beinahe gleich ist, zu Lichtern gebrauchtwird, und mittelst Alkalien zu Seife verarbeitet werdenkann.

Baumwolle, engl. couon, franz. coion, ital. co-tono, domkugia, span. algoäun, portug. alxo-Ino, dän.domulä, schweb, komull, holländ. llaloon, doomv-ol, poln.lE-olna, russ. cdlodtscbatnju Iimnngu, ungar. pamut, pamulk,g^apott, arab. Kulan, ist ein zarter, wolliger und weicherFaserstoff, welcher in einer nußartigen Saamenkapsel gewis-ser Gewächse die Saamenkörner einhüllt. Verschieden vonFlachs, Hanf, Wolle und Seide durch den eigenthümlichenBau der Faser, so wie durch die Weichheit und den Flaumderselben, so läßt sich doch die Baumwolle auch in die fein-sten Fäden spinnen, und sogar bei weitem leichter durchMaschinen, als der Flachs und Hanf. Es giebt verschiedeneArten Gewächse, welche die Baumwolle erzeugen. Die ei-gentliche Baumwollpflanze steht in Linnö's System in derKlaffe ölonaäelpdia, Ordnung kolz-unäria, und gehört zu der

natürlichen Familie der Malvaceen. Indessen sind die Merk-male der vielen Arten nicht sicher zu bezeichnen. Im All-gemeinen unterscheidet man drei Hauptarten:

1) den baumartigen Baumwollstra uch,Lossvpmm nrdareum Lina. Derselbe wächst besonders inOstindien, China, Arabien, Egypten, auf der Westküstewie im Innern von Afrika, und in einigen Gegenden Ame-rika'-, mehrere Fuß hoch. Die Fruchcnüsse sind reif braunund schwarz, und die Wolle darin ist weiß und fein. Eineranderen Pflanzenart gehört der Baumwollbaum vom-dax in den Gattungen üoinbax ponlanärum, kumbox Leide,und üomkox KepwplivIIum an. Diese Bäume wachsen ineinem gegen 20 Fuß hohen und starken Stamme in Ostindienund Amerika, erzeugen auch einen baumwollartigen Faser-stoff, der weiß und fein ist, sich aber wegen der Kürze undSprödigkeit der Faser nicht zum Spinnen eignet. Auch er-zeugen einige Arten der Pappel und Weide einen wollarti-gen Faserstoff, der sich jedoch nicht zum Spinnen eignet.

2) Die strauchartige Baumwolle wächst fastüberall, wo die krautartige gedeiht. Ihr Strauch gleichtdem Johannisbeerstrauch. Die Dauer desselben ist nichtüberall dieselbe. In Ostindien und Egypten bleibt er 6 bis10 Jahre, in Westindien und Süd-Amerika nur 2 bis 3Jahre, in kühleren Himmelsstrichen nur einen Sommer.Blume und Frucht gleichen denen der krautartigen. Vondieser Gattung kommt die brasilianische und Guyana-Baum-wolle. Der Baumwollstrauch giebt selten länger als 8 bis6 Jahre gute Baumwolle, aber in dem heißen Himmelsstricheine doppelte Ernte im Jahr: die erste vom October bisDecember, die andere vom Februar bis April.

3) Die krautartige Baumwolle, t-oss^pium derko-ceum, wird am meisten angebaut. Diese ist nur eine einjäh-rige Pflanze, die 2 bis 3 Fuß hoch wächst. Der Stengel istgrün; die oben dunkelgrünen, aber unterseits Heller grünenBlätter haben dunkle Rippen, sind dem Weinblatt ähnlich,in meist fünf spitzauslaufende Lappen getheilt, auf beidenSeiten behaart, und sitzen auf langen, haarigen Stielen.Die großen Blüthen treiben, je eine oder mehrere, aus denBlattstengelwinkeln hervor, sind becherförmig durch fünfharte, oben stumpfe, aber im Grunde zusammengewachseneBlätter in einem dreispaltigen, in viele Zipfel zertheiltenäußeren Kelch festsitzend, gebildet. Die Blüthenblätter ha-ben oben eine schwefelgelbe, und im Kelch eine bräunlich-rothe Farbe. Selten entfalten sich die Blüthen ganz hervoraus der großen Blüthenkapsel. In der Blüthe sitzen zahl-reiche Staubgefäße, die im Grunde in eine Röhre (einbrü-derig) mit einander verwachsen sind. Die Staubgefäßehaben kurze Staubfäden und nierenförmige, einfache, zwei-klappige Staubbeutel, aus deren Mitte die 3- bis lttheiligeNarbe des fächerigen Stempels hervortritt. Fällt dieBlüthe ab, so erscheint die eiförmige harte Fruchtkapsel, dieso groß als eine Wallnup wird. Dieselbe ist erst grün, reifbraun, und hat inwendig 3 bis 8 Fächer, worin die in denWoll-Flaum verwachsenen Fruchtkörner eingehüllt sich be-finden. In der Reise springt die Saamenkapsel in dreiKlappen auf, und die Baumwolle dringt durch die Oeffnun-gen hervor. Dies ist die Zeit zur Ernte, wo dann die rei-fen Kapseln mit der Hand eingesammelt werden. Die Saat-zeit ist der März, April oder Mai, die Blüthcnzeit August,