Baumwolle
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Baumwolle,
September. Diese Art wächst in Ostindien und Persien, inAmerika, der ganzen Levante und in den südlichen Gegen-den Europas, namentlich in der europäischen Türkei, aufden Inseln Malta und Sicilien, so wie im südlichen Italien.
4) Eine Art ist die Nanking- oder gelbe Baum-wollstaude, Ovsszpium roligiosum lünn., 6. kisnlcmo öle^en.Ihr Vaterland soll nach einer Meinung Ostindien, nament-lich Trankebar, nach einer Ansicht China sein, wo sie amhäufigsten gebaut wird. Der mäßig hohe Strauch theiltsich in viele Aeste, die wie Blätterstiele und Blumenblätterüberall mit schwarzen Drüsenpunkten besetzt sind. DieStengel sind gelb, die Blätterstiele aber weniger lang alsdie der vorigen Art, an dem Stengelstiele herzförmig, undgewöhnlich in drei, seltener in fünf zugespitzte Lappen «eis-laufend, oben dunkelgrün, unten Heller, und mit Flaum-haar bedeckt. Die Blüthenstengel treiben aus den Blatt-sticlwinkeln. Die durchaus schwefelgelben, fünflappigenBlüthenkelche sitzen ebenfalls in einer dreitheiligen, von vie-len Aippeln umgebenen Hülle. In der Tiefe des Blüthen-kelchs steht eine den Stengeln fast gleichfarbige kegelförmigeSäule, durch die in einander verwachsenen zahlreichenStaubgefäße gebildet, aus welcher oben die dreitheilige,grüne Narbe des Stempels hervortritt. Die lederartigeFruchtkapsel ist kugelförmig, hat innen drei Fächer, worindie in der feinen gelblichen Wolle eingehüllten Fruchtkörner,je sechs, liegen. In der Reife springt die Fruchtkapsel drei-theilig aus, und die elastische Wolle dringt hervor.
Als Abarten dieser Nanking-Baumwolle betrachtet mandie weißblühende. Dazu gehört wahrscheinlich auchdie weißblühende römische Baumwolle, im botanischen Gar-ten zu Paris.
Einige Botaniker halten nur 3) und 4) als wirklicheArten der Baumwolle; Hamilton dagegen nimmt drei an,nämlich: 1) llossxpium alduin, mit weißer Wolle und wei-ßem Saamen; 2) 6. mgrum, mit weißer Wolle und schwärz-lichem Saamen; 3) 0. cwceum, mit gelber Wolle; — Ca-vanilles mit andern zehn, und Decandolle beschreibt drei-zehn Arten. Daraus ergiebt sich, daß die Bestimmung derKten noch keineswegs fest steht. So werden auch folgendeArten botanisch unterschieden: die darb «den fische (6.bardackonso, Innn.), am gewöhnlichsten in Westindien undSüd-Amerika; die haarige (K. lürsutum, l.mn.); die in-dische (6. inäicum, I..); die weinblättrige (6. ri!i-kolium, l..), in Ostindien und auf den Mascarenhas; diepunktirte (<-. punclalum, 8cl>um.); die heilige (6.relißiosum); die gelbe (6. rnkum), und Nanking-B.(0. klanliino, ölezon.). Nach einer anderen Annahme sinddie drei letzteren Annahmen Eins.
Der Baumwollbau ist jetzt über die ganze Erdeausgebreitet, und gedeiht vorzüglich in allen Ländern, dieeine mittlere Temperatur von 20 bis 28 Grad haben, aberauch noch da, wo die mittlere Temperatur 14 Grad Reaumurist. Auf der nördl. Halbkugel erstreckt er sich ohngefähr biszum40, Breitengrade, sogar in der Krim bis zum 43. Grade;auf der südl. Halbkugel dagegen hört er schon zwischen dem30. u. 33. Breitengrade auf. In der heißen Zone, nament-lich in Süd-Amerika, wächst er noch in der Höhe von 4200Fuß an den Bergen. Wie lange der Baumwollbau schon
betrieben wird, ist unbekannt; indessen soll schon das uralteHandelsvolk, die Phönizier, Baumwollpflanzungen auf derInsel Tylos gehabt haben, und Herodot erzählt, daß er aufseinen Reisen in Persien von einem wolletragenden Baumhörte, und Philostratos berichtet, daß die Egypter ihreBaumwollzeuge aus Indien bezogen. In späterer Zeitverbreitete sich die Baumwolle durch Anbau über die Ber-berei, Syrien, Malta, die griechischen Inseln, Sicilien,Sardinien, das südliche Italien, Frankreich, Valencia,wurde dann nach West-Indien, Guyana, Brasilien, dencolumbischen Staaten in Süd-Amerika, nach den Vereinig-ten Staaten in Nord-Amerika, schon vor dem Freiheits-kriege verpflanzt, und hat hier eine dem Anbau vorzüglichgünstige Heimath gefunden.
Ueber die Kultur, d. h. über die Art und Weise desAnbaues der Baumwolle läßt sich nichts allgemein Gültigesbestimmen. Dies ist überall verschieden. Indessen ist einsumpfiger Boden durchaus unpassend, und dem Gedeihenein regniger Sommer höchst ungünstig. Ein sandiger Bo-den, der Meerküste nahe, trägt die feinste Baumwolle inSüd-Carolina, Georgia, und auf den Inseln an dieserKüste, während dieselbe Art landeinwärts ein schlechteresProdukt giebt; dagegen gedeiht sie in Brasilien und in dencolumbischen Staaten auf dem dürrsten, vom Meer entfern-ten Lande am besten. Zur Saat muß der Boden gut be-arbeitet werden. Die Körner werden in 4 bis 3 Fuß voneinander entfernte Löcher oder Furchen gesät oder gefreut.Nach 14 Tagen kommen die Keime zum Vorschein. In denersten Monaten wachsen sie spärlich, und müssen sorgfäl-tig gepflegt, wiederholt behackt und von Unkraut gereinigtwerden. In dieser Zeit zieht man die schwächern Pflanzenaus, kneipt oder schneidet auch an den stärkeren die Spitzendes Stammes so wie der Aeste ab, um theils das zu üppigeSprossen zu verhüten, theils auch deshalb, damit sich mehrAeste bilden, wodurch der Ertrag erhöht wird. Nach 3 bis6 Monaten entfaltet sich die Blüthe, und in 4 Wochen istdann auch schon die Frucht reif. Fangen die Saamenkapselnan aufzuspringen, so ist man unausgesetzt beschäftigt, dieaufgesprungenen Kapseln zu sammeln. Eingesammelt, wer-den sie völlig beseitigt; dabei wird die Baumwolle sorgsam,die reife von der noch nicht völlig gereiften, gesondert, unddann von den Saamenkörnern gereinigt. Das Letztere ge-schieht jetzt fast allgemein durch eine besondere Maschine, nurin Ostindien, Mejico ic. noch mit den Händen. Diese Arbeitheißt Egreniren. DieMaschine besteht entweder aus zweinahe an einander in entgegengesetzter Richtung gehendenHolzwalzen, die durch eine Kurbel bewegt werden, oder ausEiscncylindern. Da sich jedoch die letzter» leicht so sehr er-hitzen, daß die Baumwolle entzündet wurde, so wurden dieCylinder hohl gebaut, um sie durch Luft oder Wasser ab-kühlen zu können. Indessen lehrte die Erfahrung, daß dieBaumwolle mit grünen Saamenkörnern bei weitem schwerersich von diesen Körnern trennen läßt, als die Baumwollemit schwarzen Saamenkörnern; aber die Kunst half auchdieses Uebel beseitigen. Man erfand eine Maschine, miteiner horizontalen eisernen Walze oder Welle von ohngefähr0 Zoll Durchmesser. An derselben sind kreisrunde Säge-blätter befestigt in von l >/2 Zoll großen Zwischenräumen, diedurch Holzscheiben ganz ausgefüllt werden. Seitwärts nach