Baumwolle
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Baumwolle
7) Curassao, Curagao, gleichmäßig blaßgelb,aber mit dunkleren Focken, mattglänzend und rein, ist theilsgeringer, theils besser als Domingo. Sie kommt in langen,runden Leinwandballen wie diese, 220 bis 300 Pfd. schwerin den Handel, und ist bis Nr. 100 spinnbar.
8) Barbados, glänzendweiß wie Jamaica, abergleichmäßig länger, unreiner und mit gelben unreifen Thei-len, bis Nr. 100 spinnbar, wird sie in Rallen wie Curaffaoin den Handel gebracht.
9) Jamaica, glänzendweiß, lang und zart, kommtungeschlagen und unrein, in länglich viereckigen Leinwand-ballen ohngefähr 130 Pfd. schwer, mit drei Stricken geschnürt,in den Handel. Die Qualität ist nicht immer gleich. Sieläßt sich bis Nr. 90 spinnen.
10) Cariacou, blaßgelb, unrein, ziemlich lang, wirdder geringeren Pernambuco gleichgeschätzt.
11) St.-Bincent, im Ansehen und Güte der Caria-cou ähnlich, nur unreiner, bis Nr. 30 spinnbar; kommt in250 bis 260 Pfd. schweren Ballen in den Handel.
12) Grenada, glänzendweiß, mit gelben Flammen,läßt sich bis Nr. 60 verspinnen, und wird wie Barbadosgepackt.
13) St. - Christoph oder St. - Kitts, bis Nr. 100spinnbar.
14) Ste.-Lucie, in ungleicher Güte, zwischen St.-Christoph u. St.-Thomas; bis Nr. 100 spinnbar.
13) St.-Thomas, von mittlerer Güte; kommt inBallen von 206 Pfd. in den Handel.
16) St.-Barthelemy, lang, seidenartig, fest, weißins Röthliche spielend, wird für die beste westindische gehal-ten; sie ist bis Nr. 200 spinnbar.
17) St.-Croix, spinnbar bis Nr. 90.
18) Die Baumwolle von den britischen Klein-AntillenTortola, Dominica, Montserrat, Antigua,Trinidad, den Bahama- oder Lucayen-Jnselnläßt sich nur bis Nr. 30 spinnen.
III. Süd-AmerikanischeSorten.r>. Die Sorten aus Venezuela.
Die Baumwolle scheint in dieser Republik heimisch zusein, und wächst hier selbst »och in einerHöhe von 1800FußMeereshöhe, fast auf jedem Boden; sie wird sogar von meh-reren unabhängigen Jndier-Volkschaften am Ventuari, Si-papa und Jnirida gebaut, und die in den Thälern vonAragua, in Maracaibo und am Golf von Cariaco ist sehrgut. Uebrigens blieb der Umfang des Anbaus nicht der-selbe. So ergab er 1794: 1,011,800 Pfd., 1803: 2,863,700Pfd., 1804 nur: 836,300 Pfd., 1809 : 2,300,000 Pfd., 1832und 33: 194,641 Pfd. zu 13633 Pesos Werth, 1841 u. 42wieder: 2,620744 Pfd. im Werth zu 304,936 Pesos, undin Hamburg wurden im Jahr 1843: 3818 Ballen la-Guqy-ra-Baumwolle im Preise zu 41/2 bis 8 Schill. eingeführt.In Venezuela selbst wirb der Verbrauch zur heimischen Ma-nufaktur zu 7,000,000 Pfd. Baumwolle berechnet, währendauch die fremde Einfuhr 1841 und 42 einen Werth von1,976618 Pesos hatte. Die Baumwolle aus Venezuelawird benannt:
1) Laracas nach der Provinz, oder la-Lua^ra
nach dem Hafenort der Meilen entfernten HauptstadtCaracas, aus dem sie versendet wird. Sie ist gelblich,ziemlich langfaserig, ungleich, sehr trocken, spröde und un-rein, so daß bei'm Spinnen, bis Nr. 90 u. 100 möglich, derAbgang sehr beträchrlich ist. Sie wird in Balle» oder Su-ronen aus roher Rindshaut oder Leinwand verpackt undmit Stricken oder Rindshautstreifen geschnürt. Bei Ballenvon 70 bis 78 Kilogramm sind 7 Kilom., bei Ballen von 50Kilom. 4 Kilom. Tara.
2) Valencia, aus der Provinz Larakobo, wirdauch nach der Hafenstadt Puerto-Cabello benannt, wosie zur Ausfuhr verschifft wird. Sie ist wie die vorige bisNr. 90 und 100 spinnbar, und kommt in dem natürliche»,unreinen Zustand in den Handel, giebt also bei'm Verarbei-ten viel Abgang.
3) Loro, nach der gleichnam. Küsten-Provinz benannt,und hier ein Haupterzeugniß; ebenso:
4) Karacavl,», nach der Provinz und der Hafenstadt.
8) L»mana, ebenfalls nach derProvinz undHafenstadt
benannt. Jetzt kommt diese Baumwolle in sehr verschiede-ner Güte in den Handel. Sie ist entweder solche wie dieLaracas, oder eine sehr gleichmäßige und kräftige. Die Pa-ckung ist wie Laracas.
6) ängostura, wird sie benannt, weil sie durch diese be-deutende Handelsstadt zur Ausfuhr kommt. Bremen beziehtdieselbe von hier so wie die von la Luazra.
b. aus Neu-Granada ist
die Larlagcna oderSanlu-llarla, aus dem Departement Mag-dalena. Sie kommt in zwei Qualitäten in den Handel:eine an Farbe schmutzigweiß, in das Gelbe spielend, ziemlichlangfaserig, aber hart und unrein durch zerbrochene Saa-menkörner, und ist besonders in lange, Markige Bündel zu-sammengedreht; die andere, glänzend und dem Schein nachder Pernambuc gleich, lang, weich, kräftig, rein. Sie kommtin viereckigen groben weißen Kattunballen in den Handel,mit 6 Procent Tara.
c. Guyana-Sorten.
Diese Benennung wird im Verkehr nicht gebraucht.Sie bezeichnet hier im Allgemeinen die Baumwolle aus denenglischen, niederländischen und französischen Besitzungen indem Hochlande Guyana auf der Nordostküste von Süd-Amerika, wo auch die gleichnam. Provinz von Venezuelaund die brasilianische Provinz Para liegt. Die Baumwollewird hier im Allgemeinen sorgfältiger gereinigt als in Bra-silien. Die besonderen Sorten sind:
1) Demerary oder Demerara, aus dem gleichna- ^migen Distrikt im englischen Guyana, ist lang, fein, kräftig, !seidenartig glänzend, weiß, schwach in's Gelbliche scheinend, ^läßt sich bis Nr. 200 spinnen, und ist in der besten Sorteauch rein. Sie kommt in Säcken mit 4 Eckzipfeln oder inviereckigen Ballen zu 350 bis 370 Pfd. zur Ausfuhr, meißnach England.
2) Berbice, ebendaher, aus dem gleichnam. Distrikt, -
und wird auch wie jene verpackt. Sonst war sie besser alsjetzt, weiß, glänzend, in's Gelbe spielend, zart und weich,jedoch weniger lang und gleichartig, als Demerara, auchunreiner; jetzt kommt sie oft bräunlich, unrein und gemischt. ^Sie kann nur bis Nr, 100 gesponnen werden. ^