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Erster Band. A - G.
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Baumwolle

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Baumwolle

3) Essequibo, ebendaher, aus dem gleichnam. Fluß-thal; weiß, glänzend, hie und da gelblich; weniger fein,lang und weich als Demerary, aber eben so gepackt, alsdiese.

4) Surin am, aus dem niederländischen Guyana;lang, weiß, glänzend mit einem Schein in's Gelbe, kräftig,fein und weich, theils rein und geschlagen, theils nicht ganzrein und ungeschlagen, aber bis Nr. 200 spinnbar.

In der neueren Zeit hat man hier eine Baumwolle ausSea-J s land-Saamen gebaut, und eine feinere, kräfti-gere und weichere Sorte als die Surinam gewonnen, diezwar unreiner als diese ist, aber im Preise höher gehaltenwird. Sie kommt in viereckigen mit Stricken geschnürtenBallen in den Handel.

8) Nicker ie, ebendaher; blaßgelb, fein, weich, glän-zend und ohne Finnen, in der besten Qualität, und dann derSurinam beinahe im Preise gleich. In der schlechteren Qua-lität ist unreifes und mattes Gewächs eingemischt und über-haupt ungleich.

6) Cayenne, aus dem französischen Guyana. Esgiebt davon zwei Sorten, eine langfasrige und eine kurz-fasrige. Die erstere ist fein, weich, gleichmäßig, kräftig,glänzend, weiß in das Gelbe spielend, und läßt sich bis Nr.200 spinnen; die andere ist kurz, weniger fein, härter, un-gleicher in der Länge. Beide leiden jedoch durch Finnen.Diese Baumwolle kommt in runden und viereckigen Ballenverschiedener Größe in den Handel.

ö. Brasilianische Sorten.

Brasilien ist eins der geeignetesten Länder für denBaumwollbau. Das Gewächs giebt nicht nur einen reich-lichen Ertrag, sondern es ist auch gut. Im Jahr 1781 kamdie erste Baumwolle aus Brasilien in den Handel. Sie wargut, aber sehr unrein. Seitdem hat sich der Anbau erwei-tert und die Pflege verbessert, wodurch das Produkt anGüte gewonnen hat. Die Sorten sind:

1) Pernambuco, nach der Provinz benannt, wo siewächst. Sie ist lang, mattglänzend, weißgelb, gleichmäßig,zart, kräftig, sehr rein, und läßt sich sogar über Nr. 280spinnen. Die Verpackung zur Ausfuhr geschieht theils inrunden, theils in viereckigen Ballen in weißem Kattun, mitBaststricken geschnürt, und mit ?! oder einem gekrönten ?gezeichnet. Davon wurden in Hamburg 1843 1328 Balleneingeführt, und Borrath waren noch 1200 Ballen zu ki'/zbis 6>/, Schilling.

2) Maranham, aus der gleichnam. Provinz; weiß-gelb, mit mattem Schein, rein, lang, etwas stark und hart,aber kräftig, und läßt sich bis Nr. 200 und 280 spinne».Sie wird in Kattun zu runden oder viereckigen Ballen ver-packt und mit !ill gezeichnet. Hamburg hatte 1843 da»on3K8 Ballen, im Preise von 8 bis 6 Schill.

3) Bahia, aus der gleichnam. Provinz; ist lang,ziemlich fein, weniger gleichmäßig und offen, als die vorige,auch unrein durch unreife Baumwolle, Saamenkörncr undBlätter. Sie läßt sich bis 200 auch 280 spinnen, und kommtin Kattun in runde» oder viereckigen Ballen verpackt, undwie die vorige, mit I'I gezeichnet, in den Handel. Hamburgführte 1843 davon 1283 Ballen ein, u. harte noch 800 Bal-len Vorrath zu 8'/- bis 8V, Schill.

4) Para, ebenfalls nach der Provinz benannt. Sie istlang, gelblich weiß, ziemlich sein u. kräftig, gewöhnlich aberdurch Saamenkörner, unreife gelbe Focken, und glanzloseFlausche unrein. Sie kann nur bis Nr. 80 oder 60 gespon-nen werden. Verpackt und versendet wird sie in Kattun alsrunde Ballen. Davon wurden 1843 in Hamburg nur 33Ballen eingeführt, aber es waren noch 283 Ballen Vorrathzu 8 bis 3-/g Schill.

8) Ceara oder Clara, aus der gleichnam. Provinz;gleicht im Aussehen der Pernambuco, ist rein, aber stärkerund offener. Die geringere Sorte derselben kann nur bisNr. 60 gesponnen werden. Sie kommt in langen viereckigenBallen in Kattun zur Ausfuhr, mit L gezeichnet.

6) Aus der Provinz Minas Geracs kommen die Sor-ten MinasRovas, Sertaro und Minas Geraes.Dieselben werden in breite viereckige Ballen in Rindshäute(Suronen), aber auch eben so in Kattun verpackt. Die er-stere ist lang, zart, seidenartig, in der besseren Qualitätweiß und glänzend, jedoch meist mit unreifen Focken ver-mischt, die blaßgelb, kürzer, gröber und matter sind. Ucbri-gens läßt sie sich bis Nr. 100 spinnen. — Die andereSorte ist derselben ähnlich, aber schmutzigweiß und unreindurch Schalen und Kerne. — Die letzte ist die geringstedieser Sorten; ungleich blaßgelb, kurz, matt im Schein,unrein durch unreife Flausche, Saamenkörner und Schalen.Sie ist bis Nr. 60 spinnbar.

7) Rio, kommt aus der Provinz liio granäe äol klartein gleicher Packung wie die vorhergehenden Sorten Minas.Sie ist in Güte verschieden. Die beste hat ein weißes Anse-hen, das in's Gelbe spielt, ist ziemlich lang, stark und grob,aber rein von Schalen und Saamen. Die schlechteren undunreinen Sorten sehen ungleich schmutziggelb aus, haben un-gleiche Fasern, lange und zarte, mit kurzen, groben undglanzlosen vermischt. Diese werden nur dem geringeren west-indischen Gewächs glcichgeschätzt.

8) Parahyba, das Erzeugniß der glcichn. Provinz,ist wie Maranham verpackt, wie diese hart, aber auch spröde.Sie kann bis Nr. 60 gesponnen werden und ist die wohl-feilste brasilianische Sorte.

9) Santos, aus der Provinz San-Paulo, ist un-gleich blaßgelb durch dunkelgelbe Flammen, die Faser nichtohne Glanz, lang, zart und weich, aber unrein durch Scha-len und Saamen. Sie kommt, wie die Minas-Rovas, inKattun in kleinen Ballen verpackt, zur Ausfuhr.

10 ) Alagoas, eine der besseren brasilianische» Sor-ten, kommt erst seit einigen Jahre» aus der gleichnamigenProvinz. Sie ist weißgelblich, glänzend, lang, fein, weichund kräftig, der Pernambuco ähnlich, leidet aber mehr durchAbfall, als diese. Die Ballen sind länglich-viereckig inKattun und mit schwachen Rohr- oder Schilfseilen ge-schnürt.

Auch erzeugt die Provinz Piauhy Baumwolle,v. Peruanische Sorten

sind Lima und Payta oder Piara. Die erstere wirdin viereckigen Ballen entweder in Rindshaut (Suronen) oderKattun verpackt. Das Ansehen ist schmutzigweiß, die Faserfein, aber ungleich lang. Sie läßt sich von Nr. 100 bis 200spinnen. Die beide» anderen haben ziemlich gleichmäßige

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