Baumwollemiimuifaktur
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Baumwollenmanufaktur
gefertigt wurde, — d. h. Kaufleute, welche das Recht ha-ben, die Baumwolle einkaufen, Garn spinnen, Waare dar-aus fertigen, diese bleichen zu lasten und dann zu vertreiben.Ein seit dem 30.Dec. 1774 ausgefertigtes und von der Lan-desregierung gebilligtes Regulativ enthält alle Vorschriften,nach denen Vorsteher, Schleierherren, Weber, Wirker u.s. w. sich zu richten haben.
Die Baumwollenarbeiter theilen sich überhaupt in ge-lernte Weber, welche Gesellen und Lehrlinge halten dür-fen, und in Wirker, oder solche, die nur gegen Ablegungeines Probestücks bei der plauenschen Innung sich habeneinschreiben lassen. Die Hauptartikel der plauenschen odervoigtländ. Baumwollenfabriken sind Mousselin, Kar-tun, Cambrai, Linon, Nesseltuch und Schleier,welche letzteren aber sonst weit häufiger gefertigt wurden,als jetzt.
Wie schon erwähnt, wird jetzt die Baumwollcn-manufaktur in allen Zeugen, nicht bloß im Voigtlande, son-dern durch ganz Sachsen lebhaft und fabrikmäßig be-trieben. Dieselbe ist es vorzugsweise, welche in Deutsch-land die Konkurrenz mit England besteht. Dieser Erfolghängt von der allgemeinen Einführung der Maschinenspin-nerei, der Jacquardmaschinen, der mechanischen Webestühle,so wie des Walzen - und Perrotinen-Katkundruckes ab.
In Sachsen bezogen ursprünglich die voigtländischenSchleierherren die Baumwolle ehedem theils aus Wien,theils aus England, und ließen dieselbe im Voigtlande ver-spinnen. Selbst der Landmann, dessen Hände im Sommerdie Feldarbeit gehärtet hatte, spann im Winter aus einemhalben Pfund Baumwolle einen mehr als 22,000 Ellen lan-gen Faden; einige spannen aus derselben Menge einen100,000 Ellen langen Faden und mehr. Die Einfuhr desenglischen Maschinengarns raubte diesen Handspinnern denVerdienst; deshalb bemühte man sich, die englische Maschi-nenspinnerei in Sachsen einzuführen. Es geschah währendder Continental-Sperre. In Chemnitz wurden im I. 1800für unternehmende Handelshäuser die ersten Spinnmaschi-nen von dem Engländer Whitfield gebaut, dem der KönigFriedrich August einen Jahrgehalt von 1000 Thlr. anwies.Bis zum 1.1813 bestanden in Sachsen 83 Baumwollspinn-
maschinen, von denen der erzgebirgische Kreis 83, undChemnitz allein 14, die schönburgischen Receßorte 11, derleipziger Kreis 4, das Voigtländ 13 hatten. Trotzdemwurde fortwährend und noch bis heute fremdes Garn, be-sonders die feineren Nummern aus dem Auslande be-zogen.
In den österreichischen Staaten ist die Baum-wollenindustrie seit dem Jahr 1834 gewachsen, wie sich diesschon aus der statistischen Uebersicht der Einfuhr von Baum-wolle ergiebt, die zu Garn versponnen wurde. Eben das-selbe Verhältniß findet in der Einfuhr von Baum-wollengarn statt, nämlich:
Jahr
weißes,
MuleTwist
weißes
Wassergarn
anderes
weißes
gefärbtes
1829
28,710
42
927,082
232,801 Pfd.
1830
1142
1433
930,279
203,136 -
1831
1369
1338
674,254
155,113 -
1832
3721
89
683,994
201,890 -
1833
9939
1123
1,055,942
202,660 -
1834
467,173
29,733
2,068,886
160,494 -
1833
6,113,200
164,000 -
1836
6,416,800
173,800 -
1837
3,138,300
161,400 -
1838
8,776,600
153,100 -
Die Ausfuhr ist:
Jahr
weißes, weißes
MuleTwist ^Wassergarn
anderes
weißes
gefärbtes
1829
2612
49
113,833
16,708 Pfd.
1830
4949
179
77,801
22,333 -
1831
2303
131
61,203
9626 -
1832
440
679
69,364
13,782 -
1833
2300
475
87,323
12,171 -
1834
8032
888
102,366
18,389 -
1835
74,300
—
—
9400 -
1836
—
—
130,800
10,900 -
1837
—
—
128,700
11,600 -
1838
—
—
83,000
22,300 -
Den auswärtigen Verkehr mit Baumwollengarn durch die genannten Länder und Handelsorte zeigt folgende
Uebersicht:
Jahre
Süd-
Deutsch-
land
Sachsen
Preußen
Krakau
Polen
Brody
Rußland
Türkei
SA
3
Venedig
sonstige
Küste
fremdes
Italien
Schweiz
l8Z«jE>nfuhr
1300
32,391
3867
6
13
10
368
i
373
1189
6349
473
^jAusfuhr
33
36
1
—
—
—
—
1
—
41
—
—
884
22
1837 jEinsuhr
1081
43,193
3878
1
4
19
14
826
18
310
82
174
3763
444
fAusfuhr
23
1
2
—
—
—
—
1
—
39
8
1
746
22
1838!Einfuhr
1461
46,999
8094
1
3
18
13
436
6
70
74
32
2147
330
fAusfuhr
9
—
2
—
—
—
—
1
2
109
12
1
412
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Um die Baumwollenindustrie in Oesterreich genauer nufaktur kennen. Die folgende Uebersicht zeigt die Ein-iennen zu lernen, muß man auch die Baumwollenma- fuhr und Ausfuhr von Baumwollenwaaren.
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