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Erster Band. A - G.
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Baumwollenmanufaktur

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Baumwollenmanufaktur

reich gebrauchten Baumwolle, und mit etwa 730,000 Spin-deln jährlich an 110,000 Ctr. Garn producirt. Das in denZollverein für die Manufaktur eingeführte Baumwollengarndazu gerechnet, wurden hier gegen 134,310 Ctr. Garn mehrverarbeitet, als in den österreichischen Staaten. DiesesUebergewicht gewann die deutsche Manufaktur durch die bis-herige Zufuhr des englischen Garns in den feineren Num-mern. Die Richtigkeit dieserAnnahme bestätigt dieZunahmeder österreichischen Manufaktur seit der nach Oesterreich er-leichterten Einfuhr des englischen Garns.

Der Werth der in die österreichischen Staaten einge-führten Baumwolle betrug im Jahr 1831: 3,230,968 Fl.,stieg im Jahr 1833 auf 4,083,792 Fl., und betrug über-haupt in dem Zeitraum vom I. 1831 bis 1833: 22,478,176Fl.; die Ausfuhr davon nur 53,136 Fl. Im I. 1836 be-trug sie schon 6,633,820Fl., und im 1.1840: 9,686,208Fl.,in dem Zeitraum von 1836 bis 1840 : 38,881,084 Fl., aberdie Ausfuhr nur 133,648 Fl.

Von Baumwolle wurden eingeführt in den Jahren1831 bis 1835: 702,443 Ctr., ausgeführt 1723 Ctr., undeingeführt von Baumwollengarn 120,070 Ctr., ausgeführt4831 Ctr. ; von 1836 bis 1840 eingeführt Baumwolle1,203,887 Ctr., ausgeführt 4239 Ctr., und Baumwollen-garn eingeführt 303,606 Ctr., ausgeführt 3308 Ctr. Uebri-gcns erscheint die Zunahme der Zufuhr von Baumwollen-garn größer als der Baumwolle; dennoch hat die österrei-chische Baumwollenmanufaktur zugenommen. Im Zoll sinddie österreichischen Baumwollengarnspinnereien gegen diefremde Zufuhr mit 12 Proc. geschützt. Der Zoll auf fremdeEinfuhr war bis zum März 1833 für weißes Mulc-Garnbis mit Nr. 30 pr. Ctr. 81 Fl., für weißes Watcr-Garnebenso 60 Fl., für alles übrige weiße Garn 30 Fl.; späterüberhaupt 20 Fl. und seit März 1834 nur 18 Fl. Trotzdem erweiterte sich die inländische Baumwollcngarnspinnerei;denn im Jahr 1828 waren nicht mehr als 240,000 Spindelnthätig, und verarbeiteten die eingeführten 63,000 Ctr.Baumwolle; im Jahr 1840 verspannen dagegen l,200,000Spindeln die eingeführten 302,000 Ctr. Baumwolle.

Der Zollertrag war von 1831 bis 1838 für Einfuhrvon Baumwolle 1,840,821 Fl., von Baumwollengarn2,273,781 Fl.; im Jahr 1836 bis 1840 für die Einfuhrvon Baumwolle 2,000,478 Fl., von Baumwollengarn4,607,610 Fl. Dieser Ertrag gab also der Staatscinnahmeeinen größern Gewinn durch die erleichterte Garnzufuhr, dieaußerdem die Manufaktur beförderte; der Gewinn bei demermäßigten Einfuhrzoll ist also ein zweifacher.

In Frankreich verhält sich die Baumwollenmanu-faktur zu der in England wie 1 zu 4. Die erste Spur der-selben in Frankreich findet sich im Jahr 1668, wo überMarseille 430,000 Pfd. Baumwolle nebst 1,430,000 Pfd.Baumwollengarn aus der Levante eingeführt wurden. ImJahr 1730 betrug schon die Einfuhr von Baumwolle3,831,620 Pfo., und von Baumwollengarn2,014,078Pfd.;es hatte also damals schon die Baumwollspinnerei in Frank-reich begonnen, und im Jahr 1730 verhielt sie sich zum Jahr1668 wie 7 zu 1. Die Baumwolle wurde allein über Mar-seille aus der Levante bezogen, weil die französischen Kolo-

nien nur wenig lieferten. Im Jahr 1668 galt der CentnerBaumwolle 28 Livres 16 Sous, aber im Jahr 1730 wech-selte der Preis nach Güte und Vaterland der Baumwollezwischen 70 bis 00 Livres. Die Einfuhr von 1730 ver-theilte sich durch Wiederausfuhr nach Italien auf 381,210,nach Spanien 28,881, nach Portugal 3237, nach Holland81,324, nach England 142, nach dem Norden 366,362, nachGenua als Transito 650,000 Pfd.; für den inländischen Ver-brauch blieben 2,328,244 Pfd.

Im Jahr 1763 wurde in Amicns eine Baumwoll-sammet-Manufaktur eingerichtet., und im Jahr 1773 ließendie Direktoren derselben nach Zeichnungen aus EnglandBaumwollspinnmaschinen bauen. Im Jahr 1784 erhieltMartin aus Amiens, als erster Einführer von Baumwoll-spinnmaschinen aus England, ein Privilegium zur Errich-tung einer Manufaktur zu Epine bei Arpajon. Im Jahr1785 bewilligte die Regierung dem Mechaniker Miln eineSumme von 60,000 Livres, Wohnung nebst einem jährl.Gehalt von 6000 Livres und eine Prämie von 1200 Francsfür den Bau aller zu einer Manufaktur nöthigen Maschinen.Im Jahr 1787 wurden4,466,000, 1788: 3,430,424, 1789:4,770,221 Kilogramm Baumwolle zum Verbrauch einge-führt. Im Jahr 1780 ließen die beiden Kaufleute Morghamund Maffey in Amiens eine Mull-Jenny bauen, die einenschönen Faden spann. Darauf wurde eine Spinnerei zuGand und eine zu Paffy eingerichtet. Im Jahr 1802 wurdedem Schaugericht von Geschwornen ein Stück Musselin vor-gelegt, dessen inländischen Ursprung man sogar bezweifelte.Im Jahr 1803 wurden in St.-Quentin mehrere Baum-wollwebereien gegründet. Die ersten Zeuge, welche daraushervorgingen, waren Basins, dann Calicots zum Druck,bald auch Percals, glatte und geschmackvoll gemusterte Mus-seline. Gleichen Schritt mit St.-Quentin hielt die StadtTarare. Die Baumwollmanufaktup entwickelte sich immermehr und mehr. Ohne die Zufuhr aus den französischenKolonien gingen im Jahr 1803: 10,711,663 , 1804:10,886,313, 1806:0,077,328, 1807: 12,061,396 Kilogr.ein; aus den Kolonien kamen 1803: 4800, 1806: 23,273,1807: 13,031 Kilogr.

Ansehnlich war der Aufschwung der französischen Ma-nufaktur von 1806 bis 1820, aber noch mächtiger entwickeltesich dieselbe von 1820 bis jetzt. Dies zeigt die beträchtlichgestiegene Einfuhr von Baumwolle, die schon vorher ineiner statistischen Uebersicht S. 382 nachgewiesen ist. ImDurchschnitt arbeiten in der neuesten Zeit in Frankreich3,300,000 Spindeln, und bei der Spinnerei sind 8 bis900,000 Arbeiter beschäftigt. Der mittlere Werth des Ge-spinnstes beträgt durchschnittlich 170,000,000 Frcs., und derManufakturwaaren 223 bis 250 Mill. Frcs., von denenohngefähr '/, oder >/§ in's Ausland abgeht.

Die Baumwollenindustrie ist in Frankreich namentlichin den Depart. Haut- und Bas-Rhin, Vosges, Haute-Saone, Doubs, Scine-inferieure, Somme, Pas-de-Calais,Aisne, Eure, Manche, sowohl rücksichtlich der Spinnerei u.Weberei heimisch. In der Spinnerei zeichnen sich Lille,St.-Quentin, Elsaß, die Nvrmandie, Reuen, in der WebereiSt.-Quentin, Amiens, Troyes, Paris, Lyon, Tarare, Ri-mes, Montpellier!c. aus.