Beil
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Beinschwarz
fortpflanzen läßt. Davon kommt das getrocknete Kraut,Norba äbroiani, in den Handel. Dies hat graulichgrüne,mit einem weichhaarigen Ueberzuge versehene, fein doppeltgefiederte Blätter. Frisch ist es von starkem, citronenarti-gem Geruch, der auch beim Trocknen nicht ganz verlorengeht. Im Aufguß gebraucht, ist es ein aufregendes, ma-gen- und nervenstärkendes Mittel. 10 Pfund frisch abge-streifte Blätter geben trocken 2'/? Pfund Ertract, und durchDestillation nahe an 2 Drachmen ätherisches Oel. Esschmeckt stark aromatisch, schwach bitter. — 2) Der Wer-muth, Lrleinisia 4bsvntbium, lün., dessen Blätter nebstden blühenden Spitzen als Nerba 4KsziuI>n in den Handelkommen, wächst nicht bloß im südlichen Europa, sondernauch in einigen nördlichen Gegenden (z. B. im Großherzog-thum Posen, Kreis Bombst, im Dorf Schwenken) in an-sei nlicher Menge wild und wird übrigens in Deutschlandangebaut. Die gefiederten, mit ungleichen Einschnitten ver-sehenen Blätter sind unten weißgrau und mir kurzen anlie-genden Härchen bedeckt. Farbe: graulich grün; Geruch:angenehm aromatisch; Geschmack: etwas brennend, aroma-tisch, ungemein bitter. 10 Pfund liefern durch Auskochung2>/2 Pfund Ertract. In der Schweiz bedient man sich derArtomisia vulloswcs, Lam. und der ^riemisia spicota, sacq.unter dem Namen schwarze Genipkräuter zur Bereitung desbekannten Lxtract ä'LKszmüie; zu demselben Zwecke soll manauch die 4rtemisia ruposiils, bin., X. glooiolis und A. inuloi-linn, VM. sammeln. — 3) Der p o n tisch e oder römischeWermuth, 4rlo>msia ponilca, bin., eine Pflanze Asiens,die schon von den Alten benutzt ward. Sie hat grünlichgraue, feinzertheilte Blätter, von angenehm gewürzhaftemGeruch und stark aromatisch bitterm Geschmack. DasKraut kommt unter dem Namen Ilorka 4dszmtdü ponlici inden Handel. Alle diese eben angeführten Arten von Beifuß,so wie die Lriomisia Lvntra, Iwittwer- oder Wurm-samen werden fast ausschließlich in der Lrzneikunde ge-braucht. — 4) Der gemeine oder eigentlich sogenannteBeifuß, tlerba Lriemisiao, Lrtomisia vuigarig l.., wächstüberall an Wegen, Hecken, Bächen, auf Schutthaufen undalten Mauern wild, und blüht vom Juli bis September.Er treibt eckige, grüne oder röthliche, lange Stengel, welchein die rispenförmigen Blüthen ausgehen. Die kleinen, run-den und filzigen Blüthen sitzen traubenförmig an kurzenStiele». Die Stengel mit den Blüthen werden abgeschnit-ten, getrocknet und gut aufbewahrt, und dann in der Kücheals Gewürz gebraucht. Geruch und Geschmack angenehmaromatisch und schwach bitterlich; Wirkung, gelind erre-gend. Die Wurzel, kegelförmig, und an der Spitze ästig,außen weiß, mit einer saftigen Rinde von erdigem, süß-lichem, zuletzt scharfem Geschmack und schwachem Geruch,wird sorgfältig getrocknet, aber nicht gewaschen, gepulvertund in verschlossenen Gefäßen aufbewahrt. Sie wird alswirksames Mittel gegen Epilepsie, Veitstanz rc. empfohlen.
Beil, der Form nach eine kleine Art, mit einem Kopf,einer Oese und gegenüber die Schneide. Diese wird entwe-der von beiden Seiten, oder nur von einer und zwar derlinken Seite angeschliffen. Die letztem werden von denIimmerleuten, Tischlern, Drechslern, Wagnern, Bött-chern rc. zum Zuhauen oder Zurichten von Werkstücken ge-braucht Nach der verschiedenen Bestimmung ist auch die
Form und die Benennung verschieden, z. B. Handbeil,Breitbeil, Richtbeil. Die Schneide des letztem gleichteinem Flügel.
Beilbrief, Bielbrief, Bylbricf, heißt das vonder Obrigkeit beglaubigte Attest über das Vaterland oderden Ursprung, die Gattung, Größe, Trächtigkeit oder Trag-fähigkeit eines im Bau vollendeten Schiffes. Dieses Zeug-niß ist ein nothwendiges Document, wenn auch nicht inallen schifffahrttreibenden Ländern ein regelmäßig gebräuch-liches. Uebrigens kann es auch ein bloßes Privatattest desSchiffbaumeisters sein, dessen Unterschrift aber nachher le-galisirt werden muß. Dieses Zeugniß bürgt für die See-tüchtigkeit des Schiffs, vor der Obrigkeit vom Schiffbauermit einem körperlichen Eide beschworen.
Bein, heißen die zu allerlei Werkstücken durch Aus-kochen, Bleichen rc. zubereiteten Knochen.
Beinschwarz, Knochenkohle, thierischeKohle, heißt die Kohle, welche von dem Glühen von Kno-chen in verschlossenen Gefäßen zurückbleibt. Sie wird ent-weder zum Entfärben des Zuckers in der Zuckersiederei, oderzum Klären verschiedener Flüssigkeiten, besonders desZucker-syrups, oder auch als schwarze Farbe gebraucht. Lowitzin Petersburg machte zuerst auf die fäulnißwidrige und ent-färbende Wirkung der Kohle im Allgemeinen aufmerksam;darauf beschäftigten sich mehrere Chemiker mit genaueren Un-tersuchungen. Zuerst wendete Guillon in Frankreich dieKohle im Großen zum Entfärben des Zuckers in der Zucker-raffinerie an, wodurch der Zucker weit reiner und schönerwurde.
Man braucht zur Bereitung des Beinschwarzes alleKnochen. Sie werden entweder in eisernen Retorten, zurGewinnung von rohem kohlensauren Ammoniak (Salmiak),wie beim Glühen der Steinkohlen in der Leuchtgasbereitung,oder in kleinen eisernen Töpfen in besonders dazu eingerich-teten Oefen geglüht. Das Gewicht der Kohlen wird durchdas Glühen um die Hälfte verringert. Die Qualität desBeinschwarzes hängt besonders von der Reinheit der Kno-chen ab. Je reiner sie von fettigen, fleischigen Theilen undSehnen sind, um so kräftiger entfärbend wirkt die Knochen-kohle. Die Kohlenstücke werden durch Mahlen auf einerMühle zerrieben. Die Kohle besteht aus 100 Theilen ausphosphorsaurem und etwas kohlensaurem Kalk, etwasSchwefeleiscn oder Eisenoxyd, zusammen 88, Kiesel undKohle haltigem Eisen 2, Kohle, etwa >/-s Stickstoff haltend,10 Theile.
Die feinste Art des Beinschwarz, die man als Maler-farbe anwendet, wird aus den Abfällen des Elfenbeines dar-gestellt, und deshalb gewöhnlich auch Elfenbeinschwarzoder gebranntes Elfenbein genannt. Es stellt dasschönste Rabenschwarz dar ohne bläulichen Schimmer, undist unter allen schwarzen Pigmenten das ausgezeichnetste.Man kann das Elfenbeinschwarz im Kleinen leicht auf fol-gende Art bereiten: man bringt in einen gewöhnlichenSchmelztiegel Elfenbeinabfälle, die man vorher hat Leinöleinsangen lassen; alsdann befestigt man auf dem Tiegel mit-telst Lehm, dem viel Sand beigemengt ist, einen flachenDeckel mit einer kleinen Oeffnung, läßt den Lehmbeschlagtrocknen, setzt den Tiegel in einen Windosen, umgiebt ihn