Benzoesäure
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Handel kommen zwei Sorten Benzoe vor: 1) die Mandel-benzoe, Oonroo smxgäaloiäes, ist im französ. Handel dasbenjoia en Isrmes, und 2) die gew ö h n li ch e Benzoe,oder Benzoe in Sorten, Ileneoo in sorü8. Erstere hatihren Namen daher, weil sie aus zusammengebackenen Klum-pen besteht, welche auf einem röthlichen Grunde eine Mengegrößerer oder kleinerer weißer oder gelblicher Körner ent-halten, die zerbrochenen Mandeln ähnlich sehen. Dies istdie beste. Die andere Sorte ist schwärzlich, hat keine odernur wenige Körner und viele Unreinigkeiten. Der schlech-teren Sorte sind häufig andere Harze beigemischt. Die Ben-zoe ist hart, leicht zerreiblich, hat einen sehr angenehmenGeruch, besonders beim Reiben und Anzünden, und einenanfangs süßlichen, balsamischen, hintennach aber stechendenGeschmack. Sie schmilzt am Feuer und entwickelt einenstarken Geruch und einen Rauch, welcher, auf einem kaltenKörper verdichtet, Krystalle von Benzoesäure bildet. BeimPulvern erregt sie starkes Niesen. Sie löst sich vollständigin Alkohol oder Weingeist und Essigsäure, im Aether nurzum Theil auf; die ätherischen und fetten Oele wirken nichtauf sie. Nach chemischen Untersuchungen besteht die Benzoeentweder aus mehr gelbem, in Acther löslichem, oder ausmehr braunem, in Aether unlöslichem Harz, ätherischemOel, Benzoe-Säure, in den braunen Stücken auch Ex-traktiv- oder Gerbestoff und Unreinigkeiten. Hauptsächlichwird die Benzoe zu Räucheressenzen, Räucherpulver undRäucherkerzen, zur Bereitung der Benzoesäure, selten alsArzneimittel gebraucht. Das specifische Gewicht ist im Ver-hältniß zum Wasser 1,902. Die beste Vorschrift zur Be-reitung von Räucherkerzen ist die von Dr. Paris: Benzoet Gros, Cascarille 1/2 Gros, Myrrhe 1 Skrupel, Muskat-und Nelkenöl von jedem lOGrain, Potasch-Nitrat s^Gros,Kohle von leichtem Holz 6 Gros, mit Lragakant zu einerfesten Masse gemacht, woraus dann die Kerzen, nach obenzugespitzt, bereitet werden. Löst man Benzoe in Alkoholaus und gießt dazu Wasser, so entsteht eine milchichc Trü-bung und diese Flüssigkeit erhält den Namen Jungfer-milch und wird als Schönheitsmittel (gegen Flecken in derHaut) gebraucht. — Die Benzoe kommt durch die Ostindien-Fahrer über England (London), Marseille, Triest, Ham-burg und Amsterdam in den deutsche» Handel und zwar inKisten von 400 Pfund oder in halben Kisten von 180 bis18» Pfund.
Benzoesäure, äciäum donrostum, Benzoeblu-men, kann man entweder durch trockne Destillation derBenzoe oder auch aus Kuh- und Pferdehaaren bereiten,aber letztere hat einen widrig riechenden, scharf und bren-nend schmeckenden thierischen Stoff beigemischt; oder aufdem sogenannten nassen Wege, durch verschiedene chemischeVerfahren, in den chemischen Fabriken. Die Benzoesäurekommt in weißen, undurchsichtigen, pcrlenmuttcrglänzen-dcn, etwas biegsamen, in der Luft beständigen Nadeln oderBlättchen vor; sie schmeckt schwach sauer und wenn sie nochmit Benzoeöl verunreinigt ist, auch bitter und brennend»nd riecht nach Vanille; in der Wärme schmilzt sie wie Fett.Sie ist außerdem in dem Benzoeharze und dem Horn meh-rerer vierfüßigen Thiere auch noch in vielen wohlriechendenPflanzenkörpern, z. B. der Vanille, dem Zimmt, Calmus rc.
enthalten und wird sowohl als Arzneimittel wie auch unterParfümerien gebraucht.
Beram, Berampaat, sind weiße oder farbig ge-streifte ostindische Baumwollenzeuge, aber jetzt durch dieenglischen Stripes verdrängt.
Bcrberci, ist die Benennung von ganz Nord-Afrika,von Egpten bis zum atlant. Ozean, und südwärts bis zurSahara. Sie umfaßt Tripoli, Tunis, Algerien, Marotko,Fez, selbst den nördlichen Theil der Sahara, Fezzan unddie Wüste zwischen Fezzan und Egypten. Durch die Er-oberung von Algerien hat Frankreich hier das Uebergewichtgewonnen, das bis dahin England besaß.
Berbcresk heißen in Konstantinopel die in Algier,Tunis und Tripolis geprägten Mahbubs. Sie sind aus21 karatigem Golde gemünzt und gelten in jenen afrikani-schen Staaten 3 Piaster. Siehe auch den Artikel Mahbub.
BerbcriSstrauch, Berberitzenstrauch, Sauer-dorn, kerberis vulxaris. Von diesem Strauche werden dieBeerom , liaccao Lerberilüs, das Holz und die Wurzelnbenutzt. Die Beeren sind roth, länglich, schmal und wal-zenförmig und stehen in Trauben wie die Johannisbeeren.Sie enthalten einen angenehmen sauern Saft, den man alsSurrogat des Zitronensaftes, zu einem kühlenden, zusam-menziehenden Getränk, als Mittel zur Magenstärkung,Stillung der Durchfälle und Rühren, und gegen Skorbutbenutzt. Sie kommen getrocknet oder eingemacht inden Handel. Der aus ihnen gepreßte Saft hält sich, mitRum versetzt, lange Zeit, und mit Zucker gesotten giebt ereinen sehr angenehmen Syrup, den man wie den Himbeer-saft zur Limonade anwendet. Das Holz und die Wur-zel färben sehr gelb (wie das Gelbholz) und werden zu die-sem Zwecke hie und da angewandt. Das Holz wird auchzu Tischlerarbeiten, zu Schuhpflöcken -c. geschätzt, kommtaber wenig vor, da der Berberisstrauch nicht sehr häufigangebaut wird.
Bcrbice, Distrikt im cngl. Guyana, am atlant.Ozean, 28,000 engl. QM. groß, mit 34,000 Einw., derHauptstadt Rieu we-Amsterdam. Die Produkte sindZucker, Cacao, Indigo, Tabak.'
Berchtcsgodei«, Marktfl. und Landgcrichtsort inBaiern, Ober-Baiern, mit 1800 Einw., königl. Schloß,Haupt-Salzamt, Rent-Amt, Forst-Amt, Oberzoll-Eontrolle,Salzbergwerk, Holz- und Leinwaaren-Handel, Blei undGallmei.
Bcrdiansk, Hafen- und Handelstadt in Rußland, erst1836 an der Mündung des kleinen Flusses Berdianka in dasasowsche Meer gegründet, und 183» dem Handel geöffnet,mit 8000 Einw. Die Ausfuhr besteht in Weizen, Lein-und Rapssamen, Wolle, Butter, rohen Häuten und Hanf,und betrug im Werth 1837: 494,036, 1840: 4,372,463Rubel Ass.
Berditscheff, Berdiczow, Stadt in Rußland,Guv. Volhynien, mit 20,000 Einw., hat ansehnliche Märkte,und treibt Handel mit Wachs, Honig, Talg, Hanf, Wolle,Roßhaaren, Borsten, Hausenblascn, Hasensellen in derAusfuhr, mit roher Seide, Sensen, Maschinen in derEinfuhr.
Berg, ein Weiler mit Marktrecht in Würtemberg,