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Bergbau
Bcrg-op-Zooin
bei Stuttgart, am Neckar, mit 800 Einw., ist wichtigwegen seiner Tuch-, Leder- und Baumwollenspinnfabriken,Färbereien, Seidenwattenfabrik, einer Schleif- und Säge-mühle, Bierbrauerei, Mineralbad tc.
Berg-op-Zoom, befestigte Hafen- und Handels-stadt in den Niederlanden, Prov. Nord-Brabant, mit9900 Einw.
Bergamo, Hauptstadt der gleichnam. Delegation inder Lomdardei, auf einer steilen Höde, NO. von Mailand,mit 30,500 Einw., bedeutenden Seiden - und Baumwollen-manufakturen. Ansehnlicv ist die Messe, welche am 22.August beginnt und 14 Tage lang in dem großen massivenMarkrgebaude (bior»), das gegen 300 Buden faßt, gehal-ten wird. Die G.gcnstände des ausgedehnten Handelssind: Seide, Wolle, Seiden- und Eisenwaaren, Wein,Oel, Korn und Leinwand. Auch der Biehmarkt von B. istberühmt.
Münzen. B. rechnet wie Mailand. — Die Preise derSeide werden in lllre correnti und übrigens wie in Turingestellt. Die Courtage bei Seide beträgt 1 8oläo pr. Psd.
B. wechselt auf Amsterdam, Augsburg, Genua, Ham-burg, Livorno, London, Mailand, Neapel, Paris, Lyon,Rom, Benedig, Trieft und Wien, und notirt in lliroauslrioco. — uso und Respecttage nach dem französ., größ-tentheils noch beibehaltenen Gesetz, 30 Tage vom Datumdes Wechsels, und die Wechsel sind den Tag nach dem Ver-falltage zu bezahlen oder zu protestiren. Die gebräuchlicheWechsel-Courtage ist '/j. Proc.
Maaße.
Die neuen metrischen, gesetzlich bei den Behörden ge-bräuchlichen s. Mailand. Im Verkehr braucht man fol-gende, alte:
kangenmaaß. 1 Fuß (llieäe) — 12 Zoll (älli), —194,060 paris. Linien, — 437,767 Millimeter, — 1,3849wiener Fuß; — 6 Fuß — 1 Cavezzo oder Klafter.
Elle oder braocio sind zweierlei: im Handel — 292274paris. Lin., — 0,84616 wiener Ellen; — Baumaaß235,374 paris. Lin.
/eldmaaß. 1 Ruthe (?erlic») — 24 larolo (Quadrat-Passi); -- 3436 QFuß --- 6,6231 stanz. Aren.
Velreidemaaß. 1 8oma oder 82000 — 8 8t»z», » (Zu»r-tari, — 1,712812 Hektoliter oder neun lombard. 8omo, —2,7851 wiener Metzen. — 1 Larro — 10 8ome.
/lüssigkeitsmaaß. 1 llront» — 84 kinto oder 108 lloc-call, — 70,6905 Liter oder neun lombard. ?inlo, —49,9574 wiener Maaß.
Handelsgewicht. Man hat schwere und leichte Pfunde(lubro); 10 schwere Pfunde — 25 leichten Pfunden, —1 Peso oder Rubbio, den man in 300 Oncie (Unzen) ein-theilt. — 1 schweres Pfund (I.ikra gross», I.ir», ?osc>gross») — 30 dieser Oncie, wird bei gröbern Waaren an-gewandt und wiegt 812,8221 Gramm. — 100 schwerePfunde — 81,524 Kilogr., — 174,38 berliner Psd., ---174,37 leipziger Psd., — 145,1437 wiener Psd. — Dasleichte Pfund (I'oso soltlle, lärotta) — 12 Oncie, wirdals Seidengewicht und bei andern feinern Artikeln ge-braucht und wiegt 325,1288 Gramm. 100 leichte Pfundesind ohngesähr--32,609 Kilogr., --- 69,8149 berliner Pfd.,
— 69,8277 leipziger Pfd., — 58,0575 wiener Pfd. — 10leichte Psd. -- 4 schwere Pfd.
1 Unze (Onc>a) — 24 vonari, » 24 6rani, ist in beidenPfunden dieselbe.
Beim Wägen des Goldes und Silbers bedient mansich der mailändischen Mark.
Während der Eingangs erwähnten Messe genießen alleein- und ausgehenden Waaren 9 Tage lang völlige Zoll-freiheit und für die nächsten 4 Tage wird nur die Hälfte derbestehenden Abgaben entrichtet. Auf dieser Messe stellen sichdie Preise der Seide fest.
Bergamottc, eine Art von llövocbe (grobes lang-haariges Wollenzeug) ungeköpert und ungeschoren.
Bergamottc, eine Abart der gemeinen Citrone imsüdl. Europa. Sie ist von birnförmiger Gestalt und hateine sehr ölreiche Schale.
Bergamottenöl, Oloum llorgumoiiuo, stanz, b!s-seucs äo llorxamoio, das aus der Schale der Bergamotten-citrone durch Auspressen bereitete ätherische Oel. Es istgelblich oder gelbbräunlich und stets etwas trübe. Geruch:eigenthümlich, angenehm; Geschmack: bitterlich. Es istziemlich dünnflüssig, wird mit der Zeit ganz hell unter Ab-setzung eines geringen Bodensatzes. Es wird zu Parfüme-rien gebraucht. Messt na, Genua und Neapel, sowie Graffe in Süd-Frankreich liefern das meiste. Die inItalien übliche Abscheidungsart des Oels ist folgende: mandreht die Citrone in einer Art blechernen Trichter, der mitZähnen, wie ein Reibeisen, besetzt ist, herum. Hierdurchwird die Schale abgerieben und zerrissen und das Oel fließtdurch den Trichter in ein untergesetztes Gefäß. Verfälschungmit Mandelöl erkennt man an dem Oelfleck, den es aufPapier macht, oder durch Schütteln des Oels mit Alkohol,wo dann das Oel oben auf schwimmt, oder eine trübe Auf-lösung giebt. Den Zusatz mit Spiritus findet maw durchVermischung mit Wasser, das den Spiritus aufnimmt unddadurch die Menge des Oels verringert. Es muß übrigens,um es gut und wohlriechend zu erhalten, von dem Boden-satz ab in frische Gläser gegossen werden.
Bergbau, umfaßt alle Verrichtungen, wodurch ge-wisse Naturprodukte, Mineralien, Fossilien tc., aus derTiefe der Erde zu Tage gefördert werden. Seine vielfacheWichtigkeiten Rücksicht auf Nationalwirthschaft, durch denGewinn und Verwerthung an sich todter Güter für In-dustrie, Gewerbe und Handel bedarf keines Beweises.Sachsens Bergbau ist seit Jahrhunderten eine wohlthätigeQuelle für das Land gewesen. Durch die Steinkohlenberg-werke hat die Industrie Englands erst ihren großartigenAufschwung gewonnen, weil man dadurch für den Maschi-nenbetrieb das beste Feuerungsmaterial gewann. Die öster-reichischen Staaten verdanken dem Bergbau auf Steinsalzdie erste und nothwendige Würze, außerdem auch edle Me-talle. Wie viel edle Metalle förderte nicht der Bergbau inder neuen Welt zu Tage, die in den Verkehr übergegangen,denselben anregten und förderten. Wie viel würde nicht diemenschliche Gesellschaft ohne den Besitz von Eisen, Kupfer,Zinn, Blei, Quecksilber rc. entbehren! Kaum ist irgendeins dieser Produkte nicht im Gewerbebetrieb, in der In-dustrie und im Handel; insofern ist also auch der Bergbau