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Erster Band. A - G.
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Berlinerblau

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BcrmudaS-Inselu

braunrother Niederschlag die blaue Farbe unrein macht.Das Pariserblau ist als Fabrikat das reine, das Berli-nerblau der mit Thonerde gemischte Farbestoff.

Die fabrikmäßige Bereitung des Berlinerblaus ge-schieht auf folgende Art: anstatt eine Auflösung von blau-saurem Kali anzuwenden, bereitet man sich gleich die Blut-lauge selbst, indem man Pottasche mit thierischen Substan-zen (Blut, Knochen -c.) in mäßiger Hitze glüht und die Mi-schung dann in heißem Wasser auflöst. Man löst nun denVitriol und Alaun (oder auch Bittersalz) in heißem Fluß-wasser auf, klärt die Flüssigkeit durchs Filtriren, und schüt-tet sie noch heiß, unter stetem Umrühren in erwärmte Blut-lauge, bis kein Niederschlag mehr erfolgt; will man anAlaun sparen, so setzt man der Auflösung von Vitriol etwasSchwefelsäure oder Salzsäure zu, welche auch noch den Nu-tzen gewähren, das >/» schwefelsaure Eisenoxyd, welches deroxydirte Vitriol bei'm Auflösen absetzt, aufzulösen. DerNiederschlug hat, so wie er fällt, eine schmutzig grünlich-graue Farbe, welche aber während des Rührens zusehends inein reineres Blau übergeht, indem der Sauerstoff der Lusthierbei einen wichtigen Einfluß hat. Nachdem sich währendder Ruhe der Niederschlug abgesetzt hat, zapft man die klareFlüssigkeit, welche hauptsächlich schwefelsaures Kali enthält,ab, und wiederholt dieses Verfahren noch einigemal, bistheils alles anhängende Kalisalz entfernt, theils die Farbegehörig dunkel geworden ist. Darauf wird das Präparatauf Seihetücher zum Abtropfen gebracht, an der Luft etwasgetrocknet, ausgepreßt, um das noch anhängende Wasser zuentfernen, in kleine Stücke geschnitten und völlig in derSchatte oder in, bis auf 23» geheizten Trockenkammern ge-trocknet.

Es giebt übrigens ein sogenanntes neutrales undein basisches Berlinerblau. Jenes ist in Wasser leichtlöslich, dieses in Wasser und Alkohol völlig unlöslich, undwird auch von verdünnten Säuren nicht verändert. Esgiebt noch eine andere Art lösliches Berlinerblau.

Nicht selten versetzt man auch das Berlinerblau mitStärkemehl, wodurch aber die Schönheit der Farbe leidet.Dies wird durch's Kochen eine kleisterartige Masse.

Erlangerblau nennt man das mit Glanzruß undSoda (statt Blutlauge und Pottasche) bereitete Berliner-blau. Es giebt außerdem noch eine Menge Sorten, die sichdurch ihren Gehalt an Thonerde und Stärkemehl unterschei-den. Den Zusatz von Stärkemehl erkennt man an demleichten Zerfallen des Bcrlinerblaus im Wasser, an dem klei-sterartigen, leicht schimmelnden Absud, den es mit Wassergiebt, so wie an dem Verlust, wenn man es glüht. — Dasreine Berlinerblau (Pariserblau) hat eine vortrefflich dun-kelblaue, feurige Farbe, muschligen Bruch, Metallglanz aufdemselben und einen in's Kupferrothe spielenden Lüster (wiebei'm Indiz) ; das gewöhnliche mit Thonerde versetzte Ber-linerblau ist mehr erdig auf dem Bruch ohne jenen Glanzund Farbenspiel, ohne jene Farbenintensität. Es ist geruch-und geschmacklos, stark hygroskopisch (wasseranziehend)ohne jedoch feucht zu werden, ist in Wasser und Alkohol un-auflöslich , durch trockene Destillation wird es zerstört.Concentrirte Schwefelsäure zerstört es nicht, verbindet sichmit ihm zu einer weißen breiartigen Masse, die durch Ver-dünnen mit Wasser das unveränderte Pigment fallen läßt;

Salpetersäure zerstört es und löst das Eisen aus. Alkalienund alkalische Erden zersetzen es. — Anwendung alsWasser- und Leimfarbe (bei'm Stubenmalen darf es nie mitfrischem Kalk in Berührung kommen, weil es dann zersetztwird); in der Kattundruckerei, zu Blau und Grün (letzteresmittelst chromsauren Bleioxyds), in der Seidenfärberei, bleuIwMonä, Baumwollen - und Wollenfärberei; zum Blauender Papiermaffe; zur Darstellung von blausaurem Kali rc.

Im Jahr 1837 machten Stephan und Nash in London dieEntdeckung, das Berlinerblau durch Kleesäure zu einer kla-ren dunkelblauen Flüssigkeit aufzulösen. — Fabriken vonBerlinerblau bestehen in Köln, zu Dünwald, Meiningen,Gotha, Nürnberg, Schweinfurt, Frankfurt a. M., Wien rc.

Auch in England wird viel bereitet. Das französische istgeringer als das deutsche und hat meist einen Stich in'sGrünliche. In Frankreich fabricirt man auch eine Sorte,die im feuchten Zustande unter dem Namen bleu ci> xsw ver-kauft und in den Tapetenfabriken verbraucht wird.

Berlinerroth , eine in viereckige Stücke geformteLackfarbe. Man bereitet sie aus einer Fernambukholzab-kochung mit Zusatz von Alaun. An manchen Orten nenntman auch einen rothen Krapplack Berlinerroth.

Berluche, krolucbe, eine Art von Beiderwand (gro-bes Wollenzeug), die ehemals in der Normandie (zu Caenund Darnetal) gewebt wurde. Man nennt auch oft das inpoitou unter dem Namen Droloine bekannte Gewebe ausWollen- und Leinengarn Berluche.

Bermudas-Inseln, Sommers-Jnseln (nach -ihrem zweiten Entdecker, Sommer, so genannt), eine etwa 8 ^

Meilen lange Gruppe kleiner Inseln und Klippen, unter l32" nördl. Br. und 82" westl. L., der britischen Regierung l

gehörig. Das Klima ist mild und begünstigt die Produk- '

tion, welche auf den mit fruchtbarem Boden bedeckten Felsen ^die den westindischen Inseln angehörigen Erzeugnisse liefert,worunter aber besonders die Cedern zu erwähnen sind, welchezu Schiffsbauholz verarbeitet werden. In der Nähe deskleinen, aus sehr zahlreichen Eilanden bestehenden Archipels !wird auch Wallfischfang betrieben. Bewohnt sind nur dreiInseln; die Einwohnerzahl mag sich auf 8671 Seelen be-laufen, worunter 4000 Neger. Die größte Insel ist Ber-muda, worauf der Hafen Hamilton. Auf der Insel St.-George ist die Stadt gleiches Namens, mit etwa 3000 E.,

Sitz des Gouverneurs dieser Inseln, und die eigentliche !Hauptstadt derselben. Die Stadt St.-George ist im Jahr ^1836 von der britischen Regierung zum Freihafen erklärtworden, doch mit der Bedingung, daß Alles, was daselbsteingeführt wird, um später nach den englischen Besitzungenin Westindien, auf den südamerikanischen Eontinent, odernach den Bahama-Jnseln wieder ausgeführt zu werden, bei ^der Einfuhr in diesen Besitzungen von den gegenwärtig da-selbst bestehenden Einfuhrabgaben nicht befreit sein soll.

ttechnung, Münzen, Maaße und Gewichte wie aufJa-maica; s. Kingston I. 471, und vergl. Westindienll.

Die einzelnen Inseln sind St.-George 1,880 QAcres lmit 1463 Ew.; Hamilton 1631 QAcres, 772 Ew.; Smith1281 QAcres, 374 Ew.; Dcvonshire 1,281 QAcres, 319Ew.; Pembroke 1281 QAcres, 1794 Ew.; Paget 1,281QAcres, 829 Einw.; Warwick 1281 QAcres, 898 Einw.;