Bemburg — 390 — Bernburg
pelt, das gestempelte und also richtige Stück zu 40 schweizerBatzen.
Laubthaler zu 6 LivreS.
Im Kapital- und Kassenwerth: 1 braban-ter Kronenthaler — 39>/2 schweizer Batzen und 1franz. 8Frankenthaler-- 34'/r schweizer Batzen. —Im sogenannten Curantfuß: 1 ganzer Kronenthaler —40 Batzen; 1 franz. 8 Frankenthaler — 33 Batzen. Im er-steren Fuß ist 1 hiesiger Gulden — 39 Kr. 1,037 Pf. im24>/2 Guldenfuß, — 11 Sgr. 7,130 Pf., und 1 schweizerFranc--40 Kr. 2,320Pf. im 24-/2Guldenfuß, -- " Sgr.7,130 Pf.; — im anderen Fuß 1 hiesiger Gulden -- 1 Fl.3 Pf. im 24'/2 Guldenfuß; 1 schweizer Franc — 11 Sgr.8,143 Pf.
Maaße und Eenüchle.
Der Werkschutz — 130 pariser Linien, — 12 Zoll a
12 Linien. Bei'm Fcldmeffen 1 Werkschutz auch — 10 De-cimalzoll. Ein Steinbrecher-Zoll — 13 Zoll, — 1,0390schweizer Fuß.
1 Ruthe -- 10 Werkschuh; 1 Klafter -- 8 Werkschuh.— 1 Elle — 240,14 pariser Linien. Im Leinwandhandelist die sogenannte langenthaler Elle gebräuchlich, —23-/2 deiner Zoll, —276-/, pariser Linien,— 1,0386 schwei-zer Ellen. — Im größeren Verkehr braucht man den altenpariser Stab (äunc).
Im /eldmaaß: 1 Juchart oder Morgen bei Waldungen45,000, bei Leckern 40,000, bei Wiesen 33,000 berner Q.-Fuß. Die kleine berner Juchart hat 32,000, die kleinsteberner Juchart 31,250 berner QFuß.
Vom /liisßgkeitsmaaß hat der Saum 4Brente —100 Maaß oder Pinten, die Maaß — 4 Vierteli, —84,25 pariser Kubikzoll.
Vom /ruchtmaaß hat der Mütt 12 Mäs ä 4 Jmi a2Achterli. Das Mäs hält 706,34 pariser Kubikzoll;1 Mütt — 3,05914 preuß. Scheffel. — 1 Landfaß — 6Saum; das gewöhnliche Faß — 4 Saum, 1 Landfaß — 11/2gew. Faß.
Der Centner hat 100 Pfd. berner oder sogenanntesEisengewicht; das Pfund hat 32 Loth a 4 Quintlein i>4Pfennig, — 820,035 Gramm, — 100 berner Pfund —102,907 frankfurter schwere Pfd. — Das Gewicht fürGold, Silber, Seide und Salz ist das pariser Markgewicht.Die Mark hat 16 Loth, das Loth 4 Quintlein, das Quint-lein 4 Pfennig (Deniers), der Pfennig 24 Gran.
Das Medicinal- und llpolhekergewicht ist das alte nürn-berger.
Verarbeitetes Gold ist 18 karatig, verarbeitetes Silber
13 löthig, und der Stempel des Stadtwappens, der Bär aufeinem Balken.
Bernbnrg, Bären bürg, die Hauptstadt des al-ten sächsischen Herzogthums Anhalt-Bernburg, an derSaale, über die eine schöne steinerne Brücke führt, bestehtaus der Alt- und Neustadt und der Stadt vor dem Berge,hat eine Schleuse in der Saale, ein herzogliches Schloß aufeinem hohen Felsen an der Saale, und gegenüber eine be-deutende Papiermühle, außerdem eine Fayencefabrik, und6000 Einw. Jetzt ist die Stadt durch eine Eisenbahn mitKöthen, und dadurch mit der magdeburg-leipziger Bahn
verbunden. — Das Herzogthum, 16 QM. groß mit ^1843 046,929 Einw., besteht aus drei Theilen: dem obern unduntern Herzogthum; jenes südöstlich am Unterharz, diesesdavon durch Preußen getrennt, gegen NO., an der Saale;und von beiden wieder entfernt, rechts an der Elbe dasAmt Koswig. Das Ganze ist in 9 Aemter mit 77 Ort-schaften getheilt. Davon umfaßt das Ober-Herzogthumdie Aemter: Ballenstädt, Hoym, Gernrode, Harzgerove,Günthersberge mit 21 Ortschaften; das Unter-Herzog-thum die Aemter: Bernburg, Plötzkau, Mühlingeu; dasAmt Koswig, beide mit 86 Ortschaften. Das Ober-Her-zogthum ist gebirgig, und besitzt beträchtlichen Bergbau beiHarzgerode in der Silberhütte mit dem Selkenpochwerk,in dem Silberbergwerk Pfaffenberg, der Untergrübe, derbirnbaumer Grube, in dem Steinkohlenwerk Opperode mitden neudorfer Blei-Silbergruben, der Pfaffen - und Meise-berger Zug genannt, den Tilkröder Eisensteingruben, außer-dem im Mitbetrieb der gräflich Stolbergischen, in Preußenliegenden Lntimoniumgrube bei Wolfsberg und der Straß-berger Silbcrgruben; im Selkthal eine Kupfer- und Eisen-vitriolhütte; auch ein beträchtliches Eisenhüttenwerk, dasStab - und Gußeisen liefert, nebst einer Drahtzieherei undeiner Fabrik für kurze und Blankschmiedewaaren; in Gern-rode eine Fabrik chemischer Erzeugnisse. In Harzgerode istein Bergamt. Ballenstädt hat Flanell- und Leineweberei,Bierbrauerei; Koswig Tuchmanufaktur, Bierbrauerei undFischerei (Lachs). Andere Produkte sind Holz und Wild.Wichtig ist auch der Getreidehandes^ wie überhaupt derHandelsverkehr des Landes beträchtlich war.
Münzen.
Dem Zollverein haben sich die drei anhaltischen Her-zogthümer schon seit 1826 angeschlossen, aber die seit 1841eingeführte deutsche Münz-Convention ist nicht ausgeführt.Es prägt zwar nach dem 14 Thalerfuß, aber mit der Ein-theilung des Thalers in 24 Groschen. In diesem Münzfußist auch das Papiergeld der Köthen-Bernburger Eisenbahn-gesellschaft, 200,000 Thlr., gesetzlich gefertigt, so daß esin den Landeskaffen für den Rennwerth angenommen undselbst bei der Kammer^affe in Bernburg auf Verlangen ge-gen baares Geld ausgewechselt wird. — Die Goldmün-zen des Herzogthums sind Alexius-dDr und Carl-d'O r zu 5 Thlr. in Gold, wie die preuß. Friedrichsd'or.— Ducaten, im I. 1826, aus Scheidegold, 67 Stückauf die rauhe köln. Mark, M/z Karat fein Gold.
In Silber gab es bis gegen 1800: -/z Thalerstückezu 24 Mariengroschen, 36 Mariengroschen i> 8 Pf. —I THlr., gesetzlich 17Vz Stück auf die rauhe Mark zu15»/g Loth fein, also 18 Stück auf die feine Mark. Dieswaren halb e Speciesthaler. Eben so waren Groschenzu 12, Mariengroschen zu 8 Pf., so wie 6-, 4-, und 3-Pfennigstücke geprägt. — Bis 1834 wurden Ganze, Halbe,Biertel-Speciesthaler, nebst 4-, 2-, 1-, 1/2 guten Groschen-stücken, im Conventions-20-Guldenfuß geprägt, wie inSachsen. Von den Groschen machten gesetzlich 144 Stück1 rauhe Mark köln. 6 Loth fein.
In Kupfer giebt es: Vierpfennig-, Dreipfennig-(Dreier), und 1-Pfennigstücke.
Maaße und Venüchle sind die preußischen.