Bmlstcmfirniß
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Bertrainwurzel
zu Königsberg abgeliefert werden, wo vereidete Bernstein-arbeiter ihn jährlich mehrmals auf folgende Art sortiren:1) Sortiment, wozu alle reine, durchsichtige, dichteStücke von 8 Loth und darüber gehören, die beim Verkaufden Meistbietenden überlassen werden. Die Tonne wirdgewöhnlich mit mehr als 3000 Thaler bezahlt; 2) Ton-ne n st e i n e oder S e e st e i n e, von >/-> bis 8 Loth, die Tonnevon circa 230 Thaler, meistens nicht vollkommen harte undetwas zähe Stücke, die sich auch nicht gut pulvern lassen:3) Fernitz- oder Firnißsteine, kleine feste Stücke, diesich gut pulvern lassen, die Tonne zu 100 Thaler; 4)Sandsteine, kleine, dichte, unreine, undurchsichtige,durchlöcherte Stücke, die man gewöhnlich zur Destillationund zum Firniß gebraucht. Die Tonne ungefähr 26 Tha-ler. 3) Schluck oder Schlick, zwar größere, aber eben-falls unreine, undurchsichtige und blättrige, meistens weiße,oft auch schwarze Stücke und von andern Farben, die Tonnezu 20 Thaler. Außerdem hat man noch die Benennungen:Knobel, worunter man kleinere, aber noch zum Drehentaugliche Stücke versteht. Abhäusel (kosum), Spänevon Bernstein, die beim Drehen desselben abfallen; Blank-steine, beschnittene, reine, von ihrer Kruste befreite Stücke.Königsberg führte im I. 1820: 100 Psd. Bernstein in Ko-rallen und 1429 Pfd. in Stücken seewärts aus. — Un-ächte Bernsteinwaare nennt man den gedrehten odergeschnittenen Copal, er ist zerbrechlicher und läßt sich auchdurch seine chemischen Eigenschaften vom Bernstein unter-scheiden. Trüben Bernstein kann man durch Kochen mitLein - oder Nußöl oder durch Erwärmen in heißem Sandeklar machen.
Bernsteinfirniß wird auf folgende Art bereitet:Man läßt den Bernstein bei möglichst mäßiger Hitze schmel-zen, gießt das Geschmolzene aus und läßt es erkalten,darauf wird der geschmolzene Bernstein in Terpentinöldurch Wärme gelöst und dann mit klarem Leinölsirniß ver-mischt oder auch umgekehrt. Soll der Firniß blos zumAnstrich dienen und nicht geschliffen werden, so setzt mankeinen Leinölsirniß hinzu, dann muß man ihn aber nicht zuschwach machen. Die mit Bernsteinfirniß lackirten Waa-ren erscheinen anfangs weniger glänzend, als die mit Co-pallack überzogenen; allein mit der Zeit verlieren letzteregar sehr, während die mit Bernsteinfirniß lackirten ihrenschönen Glanz behalten. Man setzt aber auch beim Schmel-zen Copal zu und bereitet aus beiden mittelst eingekochtenLeinöls einen fetten Firniß.
Bernsteinöl, franz. Iwilo <Io succin; engl. ,-imlwroil, wird durch trockne Destillation des Bernsteins erhalten.Es hat eine gelbe oder braune Farbe und wird durch wie-derholte Destillation wasserhell. Mischt man es langsammit 3 bis 4 Theilen rauchender Salpetersäure, so verändertes sich in ein pomeranzenfarbiges Harz, was wie Moschusriecht und welches man deshalb künstlichen Moschusnennt. Man gebraucht es als Arznei und unter Firnisse.Das beste wohlriechende Bernsteinöl nennt man Ambraöl.
Bernsteinsciure, latein. Xciüum snccimcum, franz.Aciüe succiniguo , engl. Luccinic ucid, wird durch trockeneDestillation von Bernsteinstücken in einer gläserne», oderim Großen in einer eisernen Retorte, oder durch Destilla-
tion von Bernsteinpulver mit Schwefelsäure, 1 Pfd. Bern-steinpulver mit 1 Loth Schwefelsäure, verdünnt mit ihremhalben Gewicht Wasser, in einem irdenen Gefäß über ge-lindem Feuer beständig umgerührt, bis die Masse kaffe-braun wird, und dann destillirt, gewonnen. Bei langsa-mem Verdunsten der flüssigen Masse schießt die Bernstein-säure an. Sie hat noch eine mehr oder weniger gelbbrauneFarbe, die von brenzlichem Del herrührt. In diesem Zu-stand ist die Säure noch unrein, und darf noch nicht alsArzneimittel angewendet werden. Die Reinigung kann aufverschiedene Weise geschehen. Die chemisch reine Bernstein-säure krystallisirt in weißen glänzenden Krystallen, besitzteinen eigenthümlichen, schwach säuerlichen Geschmack, rö-thet Lackmuspapier, ist flüchtig und läßt sich ohne Rückhaltsublimiren, die Dämpfe erregen beim Einathmen Husten.An der Luft verändert sie sich nicht, sie zerfließt und verwit-tert nicht. Angezündet verbrennt sie mit blaßblauer Farbe,verpufft auch, auf erhitzten Salpeter geworfen, mit weißerFlamme. Die reine Bernsteinsäure, in Wasser aufgelöst,trübt das Wasser nicht, dagegen von der noch ölhaltigenSäure wird das Wasser milchig.
Bernsteinsäure enthält auch der Terpentin. Sie wirdauch aus japanischem Wachs gewonnen, wenn man dasselbemehrere Wochen lang mit Salpetersäure in einem Destillir-Apparat digerirt und die übergegangene Säure von Zeitzu Zeit zurückzieht. Die aus der cvncentrirten Flüssigkeitim Erkalten anschießenden Krystalle müssen noch weiter ge-läutert werden.
Die Bernsteinsäure ist für die Medizin und Chemiewichtig. Die käufliche ist häufig mit saurem, schwefelsau-rem Kali, Weinsteinsäure, Weinstein, Kleesalz, Borar-säure, Salmiak, Zucker, Kochsalz rc. verunreinigt. DieVerunreinigung erkennt man daran, daß die Bernsteinsäurein einem Silberlöffel erhitzt, leicht flüssig wird, und beimErkalten wieder krystallisirt. Bei stärkerer Hitze muß sieganz verfliegen, oder nur wenig Rückstand bleiben, der vonBernsteinöl herrührt. Das specifische Gewicht beträgt 1,S8.Sie besteht aus 48,48 Kohlenstoff, 3,96 Wasserstoff, 47,SSSauerstoff.
Bernthaler, s. Bärenthaler.
Berri, die türkische Meile.
BertholletscheS Tchießpnlver ist ein Erzeugnis,zum Füllen der Zündhütchen. Es besteht aus 18 Theilensechsfach oxydirtem salzsaurem Kaliumoxyd, 10 Theilensalpetersaurem Kaliumoxyd, 6 Theilen Schwefel, 3 Thei-len Lycopodium und 3 Theilen geraspeltem und pulverisir-tem Faulbaumholz. Die Mischung muß in einem hölzernenMörser mit hölzerner Keule unter einander gerieben, undmit 12 Theilen Wasser, worin 4 Theile Gummi arabicumaufgelöst ist, angemacht werden, worauf die Mischung zumFüllen fertig ist.
Bertramwurzel, Ringblumen-, Speichel-, Zahn-,Jungfernkraut-, Johanniswurzel, üoüix l'zreldri, von derPflanze knOumüsI'xrotlirum lünn. oder ^nuezcius i^rmdrumI.inn. Sie wächst in der Berberei und im südlichen Europa(Frankreich) wild, wird aber auch als medizinische Pflanzein Thüringen, Böhmen, bei Magdeburg und in Hollandgebaut. Die Wurzel der berberischen, auch Iludi» I'vreOniromuni genannt, früher gebräuchlicher, ist walzenförmig/
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