Bisamkörner
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Bist!
wenig Aufmerksamkeit besorgt, daß schon aus diesem Grundeschwer an eine Verfälschung zu denken ist. Martius glaubtvielmehr, daß die Eingebornen das Ausschneiden der Mo-schusbeutel nicht mit der erforderlichen Aufmerksamkeit be-werkstelligen, und deswegen öfters die Haut, welche denBeutel umschlingt, durchschneiden, während der Beutel selbst,etwa wie die Hoden, der Schärfe der Klinge ausweicht.
Eine empfehlungswerthe Methode, den Bisam zummedizinischen Gebrauche aus den Beuteln zu erhalten, be-steht darin, daß man den Beutel in befeuchtetes Fließpapiereinschlägt, was man einige Tage hintereinander wiederholt,woraus dann die äußere Bedeckung sehr leicht mittelst einesMessers abgetrennt werden kann, wodurch man den Mo-schus in einer feinen Haut eingeschlossen erhält, aus der ernun ohne jede weitere Verunreinigung durch Haare erhaltenwerden kann. Die Verfälschung des Moschus mit Blut undGalle ergiebt sich durch die geringere Löslichkeit, sobald dieerste Verfälschung stattgefunden hat, so wie durch das Ver-halten bei'm Verbrennen, wobei die Asche in diesem Fallegelber gefärbt erscheinen wird. — Eben so trübt sich dieLösung des mit Blut vermengten Moschus bei'm Abdampfenunter Absetzung von Flocken; durch die Sublimatlösungwird sie getrübt, was bei ächtem Moschus nicht stattfindet.Wird ein wässeriger Auszug von Moschus mit Salpetersäureversetzt und der gewonnene Niederschlag mit Alkohol ausge-zogen, und nimmt einen bittern Geschmack an, so kann manzuversichtlich darauf rechnen, daß der Moschus mit Galleversetzt war.
Martius sagt, in China scheint die Anfertigung deskünstlichen, thierischen Moschus im Großen getrieben zuwerden, denn seit einigen Jahren wird er in bedeutenderMenge in den Handel gebracht. Dieser chinesische Mo-schus, auch Wampo-Moschus genannt, findet sich insehr kunstlosen, grobgenähten Beuteln, die oft gegen 4 Lothschwer sind. Es fehlen aber daran alle Eigenthümlichkeiten,wodurch die ächten Beutel kenntlich sind. Die behaarteHaut scheint zwar von einem Moschusthier genommen, siehat aber weder die eigenthümliche Oeffnung in der Mitte,noch den Haarpinsel. Die Beutel sind sehr feucht, verlierenviel am Gewicht, und ihr Geruch ist ammoniakalisch mo-schusartig. Die kleineren Beutel sind einzeln in ein StückReißstrohpapier eingewickelt. Auf dem Umschlag befindetsich in rother Farbe die Aufschrift: dlu5k collcctcd in dlnnlündx lung-tken-ckunz-ckunxlioo. Man erkennt übrigens dieseBeutel leicht.
Es giebt auch einen künstlichenMoschus, dlosclwsartikiciulis, aus Bernsteinöl mit rauchender Salpetersäureerzeugt.
Bisamköruer, s. Abelmosch.
Bisamrattenselle. Das Thier, welches diese Felleliefert, heißt Bisamratte, Moschusratte, auch Bi-samspitzmaus, 8vrex mosclialus, und wohnt in Erdhöh-len an den Fluß - und See-Ufern, sowohl in Nordamerika,als auch in Rußland, in der Bucharek rc. bat das Ansetzeneiner Spitzmaus, ist aber größer ais ein Hamster, röthlich-braun und schwärzlichgrau am Rücken, weißlichaschgrau amBauche. Das Haar ist mittelmäßig lang, glänzend undzart wie Biberhaar, jedoch mit längern Stachelhaaren ver-
mischt, der Balg ist überhaupt zwar weich und warm, aberweder schön noch stark. Der Schwanz ist fast so lang wieder Körper, gegen das Ende platt, fast nackt und mit Drü-sen besetzt, die eineBisamsubstanz, an Gewicht etwa 20 Gran,enthalten. Das ganze Thier wiegt ohngefähr 16 bis 20Unzen. Viele derselben gerathen in die Netze der Fischerund ersticken. Man nimmt ihnen dann den Balg zu Pelz-werk und den Schwanz benutzt man, weiter durch seinenMoschusgeruch die Milben entfernt, das Pelzwerk gegen diesezu sichern, indem man ihn dazwischen legt.
Wegen des starken Geruches, den auch der Balg behält,werden die Bisamrattenselle nur in schmalen Streifen zuVerbrämungen gebraucht. Das Haar kann wie das Biber-haar zu Hüten benutzt werden. Rußland, besonders Peters-burg und Archangel, so wie England aus Canada, bringenBisamrattenselle in den Handel. Im I. 1818 erhielt Eng-land 28,000 dieser Felle aus Canada und 10,000 aus denVereinigten-Staaten.
Bischofs, ist ein Getränk aus rothem Wein, Pome-ranzen, Zimmt, Nelken und Zucker. Es wird auch mittelstdes B-isch offextracts bereitet, der deshalb wegen desjetzt sehr verbreiteten Gebrauchs ein Handelsartikel ist. ZurBereitung des Ertracts nimmt man l/2 Maaß Rum oderCognac, 4 Loth unreife und grob zerstoßene Pomeranzen,3 Loth zerschnittene Curaeaoschalen, l/2 Quentchen Zimmt,1/2 Quentchen Nelken, läßt diese Mischung in sehr mäßigerWärme in einer leicht verschlossenen Glasflasche destilliren,bis die Zuthaten gut ausgezogen sind; dann gießt man dieFlüssigkeit ab, und verwahrt sie gut verschlossen, damit siesich nicht verflüchtigt. Erst bei'm Verbrauch und bei derVermischung mit Rothwein wird in Wasser aufgelöster Zu-cker zugesetzt.
«isvlt«, ordinäre französische Iwirnspitzen.
Bismar-Pfund, Bißmar-Pfund, heißt inDänemark ein Gewicht von 12 Pfund --- 12 Pfd. 26 Lothpreuß.; 3 Bismar-Pfund bilden 1 Wog.
Bismutl), s. Wismuth.
BiSquit, franz. Mscuit, heißt das unglasirte Stein-gut; ferner derSchiffszwieback, der in den Küstcnstädten einbedeutender Handelsartikel ist; und auch ein feines Gebäckder Conditoren.
Bisse, eine birmanische RechnungSmünze, ---100 Ti-kals, --- 72 Thlr. 22 Sgr. 10 Pf. preuß.
Bister, brauner Lack, chemisch Braun, eineaus fein zertheiltem Ruß bestehende braune Tuschfarbe.Man bereitet ihn aus den härtesten Stücken des sogenanntenGlanzrußes, der sich in Schornsteinen ansammelt, wo wei-ches Holz gebrannt wird. Man pulvert diese Stücken,schlägt das Pulver durch ein feines Haarsieb und wäscht eswiederholt mit reinem Wasser, so lange sich dasselbe färbt.Der jedesmalige Bodensatz giebt einen Farbestoff von feine-rer Güte, bis der letzte Bodensatz die feinste Sorte giebt.Ma» macht die Masse dann mit Gummiwaffer zu einemTeige an, bringt denselben in beliebige Formen und läßt ihnlangsam trocknen. Der Bister wird nicht in der Oelmalerei,nur in der Waffcrmalerei gebraucht.
Bisti, eine persische Silbermünze, 4 Stück — 1 6»^deck. 40----1 2ucxo, 80 — 1 ölamuüi, 1601 Abassi,
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