Borar-Weinstein
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Bordeaur
bei'm Erkalten aus der Flüssigkeit sich in Krystallen abschei-det. Die Krystalle werden gesammelt, abgetrocknet, umkry-stallisirt, und wenn es auf vollkommene Reinheit ankommt,in einem Platintiegel geschmolzen, denn die krystallisirteSäure enthält leicht noch etwas anhängende Schwefelsäure.Die Boraxsäure erscheint in weißen, schuppenartigen Blätt-chen von ganz schwach saurem Geschmack. Sie dient zumFärben des Goldes, in der Kunstfeuerwerkerei zur Hervor-bringung eines grünen Feuers, und so wie der Borax alsFlußmittel.
Borax-Weinstein, lat. lartaius doraxatus, Wein-stein und Borax verbinden sich zu einem eigenthümlichenSalzgemisch, dem Borax-Weinstein. Er besteht aus 20,749Kali, 61,248 Weinsteinsäure, 10,109 Boraxsäure, 4,119Natrum, 3,776 Wasser; ist in lauem Wasser leichtlöslich.Er läßt sich nicht krystallisiren, sondern bildet in Stückenoder Stengeln eine gelblich weiße, gummiartig durchschei-nende Masse, ist auf dem Bruch glasartig glänzend, gepul-vert aber völlig weiß. Er fühlt sich klebrig an, hat einenauffallend sauren, nicht unangenehmen Geschmack, verändertdie blauen Pflanzenfarben, wie eine Säure, und wird infeuchter Luft flüssig. Deshalb muß er, gepulvert, in einemgut verschlossenen Glase an einem nicht zu warmen Ort auf-bewahrt werden. Wird er übrigens vor dem Pulvern nichtsorgfältig getrocknet, so backt er in dem Glasgefäß so fest zu-sammen, daß man ihn, ohne auszulösen, oder das Gefäß zuzerschlagen, nicht wieder herausbringen kann. Die wässerigeAuflösung schimmelt leicht. — Die Verunreinigung desBorax-Weinsteins mit Metalloxyden wird durch Schwefel-wasserstoff oder Cyaneisenkalium und Galläpseltinktur ent-deckt; der Weinstein und die weinsteinsaure Kalkerde sondernsich in der Auflösung mit kaltem Wasser als Nieder-schlag ab.
Borbo, ist eine ägyptische Rechnungsmünze, wovon8 zu einem Medino und 320 zu einem Piaster gehören. EinBorbo hat ohngefähr den Werth von >/„ Thlr.
Bördelt, ein geringes Baumwollenzeug, wasinCairo,Alexandrien und Damiette gewebt und zur Kleidung für dieniedrigen Bolksklassen verbraucht wird.
Lorüate (ital.), heißen buntgestreifteKanevasleinen, die in Italien (Genua) verfertigt werdenund nach der Türkei gehen, wo sie Alladscha genanntwerden. Sie dienen dort vornehmlich als Tapeten, und eineSorte gebraucht man zu öeibgürteln.
Hauptstadt des Deport. Gironde unddes gleichnamigen Arrond. in Frankreich, 44° 30^ 14" n.Br. 2° 34/14" w. L.; alt, groß, schön und reich, nebenMarseille und Havre der bedeutendste Handelsplatz Frank-reichs, links an der Garonne, über die hier eine schöneSteinbrücke von sechszehn Bogen führt, mit 104,686 Einw.Der Fluß bildet hier einen halbmondförmigen Hafen von1 Kilometer Breite und ohngefähr 8 Kilometer Länge, der1000 bis 1200 Schiffe fassen kann. Mit dem mittelländi-schen Meer steht die Stadt durch den Languedoc-Kanal inVerbindung. Die Fluth tritt in 3 Stunden in den Hafen.Die Stadt hat eine königl. Akademie der Wissenschaften undschönen Künste, eine philomatische,' eine linneische, eineAckerbau-, eine Gartenbau-Gesellschaft, eine botanische, eine
hydrographische und Schifffahrtsschule, eine Freischule fürZeichnen, Malerei, Bildhauerei und Baukunst, königl.Laubstummen-Lchranstalt, eine freie Handelsschule, Lehr-kursus für Mechanik und Geometrie, große öffentliche Bi-bliothek, naturhistor. Museum, botanischen Garten, diePräfektur, königl. Gerichtshof, Civil-Tribunal, Handels-Tribunal, General-Handelsrath, Handelskammer, Börse,das schönste Theater in Frankreich, schöne gothische Kathe-drale nebst andern alten merkwürdigen Kirchen und öffent-lichen Gebäuden, mehrere Bankiersgeschäfte, eine Langueäo voräeaux (s. den Artikel Bank S. 261), mehrere See-,Feuer-, Lebens - und andere Assekuranzen. Sehr beträcht-lich ist der Handel; außerdem bestehen hier Zuckerraffinerien,Teppich-und Tapisseriemanufakturen, Fabriken für Glas,Wein, Wachstaffet, Bleischrot, Regen- und Sonnen-schirme, Fayence, Liqueure, Holzvergoldung, Hüte, Mün-zen, Schiffszwieback, ferner Messerschmiede, Wollkämmerei,Wollspinnereien, Gerbereien und Lederfabriken, Färbereien,Metallgießereien, Kesselschmiede, Schiffbau, Maschinenbau-Werkstätten rc. Den lebhaften Verkehr befördern regel-mäßige Dampfschifffahrten nach Agen, Blaye, Langon,Montagne, Nantes, Paullac, Royan, Tonneins rc. Esist hier auch ein Entrepok für verbotene Waaren, und eswerden Schiffe nach Amerika, Afrika und Ostindien ausge-rüstet. Der Handel beschäftigt sich besonders mit Getreide,Mehl, Wein, Branntwein, getrockneten Pflaumen undanderen Landesprodukten rc. Außer fünf eintägigen wer-den zwei vierzehntägige Märkte vorn 1. März und 13. Oktbr.an gehalten. Die Ausfuhr der Bordeaux-Weine (s. Wein),früher sehr beträchtlich, ist gesunken, und nicht mehr halbso stark. Uebrigens unterhält unter den fremden StaatenEngland den lebhaftesten Schifffahrts-Verkehr mit Bordeaux.Im Jahr 1842 kamen 138 englische Schiffe von 30,089Tonnen hieran, und es fuhren 143 englische Schiffe von31,092 Tonnen von hier nach England, Irland, Canada,Mauritius, Calcutta, Madras, Bombay, Valpariso rc.ab; außerdem kamen 1842 an preußische Schiffe 34 von19,716 T., hannöv. Schiffe 26 von 3110 L., Hamburger
6 von 840 T., bremer 11 von 1840 T., lübecker 29 von8762 T., oldenburger 6 von 800 T., mecklenburger 20 von3980 L., österreich. 8 von 2643 L., Nordamerikanische 39von 11,376 T., schwedische und norwegische 30 von 9390T.,belgische 6 von 308 T.; ab fuhren preuß. 33 von 19,880 T.;hannöv. 19 von 2384 T., Hamburger 6 von 920 L., bre-mer 12 von 1970 T., lübecker 31 von 3040 T., oldenb.
7 von 900 T., mecklenb. 17 von 3190 T., österreich. 8 von2648 T., nordamerik. 41 von 12,097 T., schwedische undnorweg. 48 von 8713 T., belgische 10 von 1002 T. Fran-zösische Schiffe im Handelsverkehr mit den Kolonien undfremden Staaten kamen 1842 an 372 Schiffe von 60,908 L-,
1 Wallfischfänger von 801 T., 49 Stockfischfänger von7380 L., im Küstenverkehr 2871 Fahrzeuge von 187,903T.; ab gingen im Kolonial- und Fremdhandel 263 Schifftvon 31,796 T., zum Stockfischfang 2 von 330 T., und zumKüstenhandel 2773 Sch. von 182,315 T.
Münzen, Nechnungsweise und Lurs sind wie in Parisund Frankreich überhaupt; nur der Curs aufAmsterdamwird ^ 37 Fl. Holland. Cur. für 120 Frcs.; auf Ham-burg zu 30 oder 90 Tage üalo ibt 26 Schilt, hamb. Banko