Vraunau
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summe für einen bestimmten Termin erhalten; dagegen istdie Verfertigung des Haustrunkes in gewöhnlichen Koch-kesseln von der Steuer ganz frei, sobald die Familie nichtstärker als 1V Personen ist.
Bei dieser Malzbesteuerung ist angenommen, daß auseinem Centner Malz 100 Quart Bier gewonnen werden,obschon thatsächlich 120 bis 180 Quart und noch mehr dergewöhnlichen Biere daraus gezogen werden.
Diese Braumalz-Besteuerung besteht in den deshalbbesonders verbundenen Zollvereins-Staaten Preußen, Sach-sen, den'thüringischen Staaten, Braunschwekg und Luxem-burg, in denen daher auch seit 1842 eine Uebergangßabgabevon allem aus den übrigen Zollvereins-Staaten eingeführtenBier, V'/^Sgr. pro Centner, erhoben und unter jene Staa-ten vertheilt wird.
Braunau, 1) Stadt in Böhmen, Kreis Königgrätz,mit 3300 Einw., einem Benediktiner-Stift, beträchtlicherTuch - und Leineweberei nebst vielen Leinwandbleichen. —2) Stadt in Oesterreich, am Jnn, mit einer Brücke dar-über, 2200 Einw., starker Bierbrauerei, Tuchweberei undSchiffbau.
BrauneFarben sind a) Malerfarben, und zwartheils Lackfarben aus Pflanzenstoffen durch die Verbindungmit Thonerde gewonnen; theils erdige oder Mineralfarben,z. B. mehrere Eisenoxyde und Umbraun; theils metallische,z. B. das Hatchettbraun. — d) Farbestoffe oder Pigmente,zur Färberei von Wolle, Seide, Leinen, Baumwolle; z. B-Eichenrinde, Dosten (Origanum vulgäre), die Rinde des Man-gelbaumes (KKiMpberu uwugie), die Bablach, die Schotender ostindischen ölimosa oiuoroa und der afrikanischen MmosaMIoücL, die Wurzel der klzmpbaea alba, Wallnußschalen, dieSchalen der Roßkastanien, Katechu, Manganoryd.
Braunkohle, ist entweder eine Erdkohle, aus ei-ner braunen, moorartigen, mehr oder minder bituminösenMasse bestehend, die im Grubenbetrieb aus der Erde geför-dert, und zum Ziegeln geformt, ehe sie als Brennmaterialverbraucht wird. Sie befinden sich zwischen Sand- undLhonschichten, theils unter dem aufgeschwemmten Lande,theils auch unmittelbar unter der Dammerde, und gehörender jüngsten Formation an. In dieser Beschaffenheit sindsie dem Torf ähnlich, und gehen selbst in denselben über,z. B. zum Theil so in der Gegend um Leipzig und Halle.Während des Verbrennens verbreitet diese Art einen unan-genehmen brenzlichen Geruch. — Dieser Art verwandt istdie sogenannte Papierkohle, die aus verkohlten Blät-tern und Gräsern besteht, deren Lagen im feuchten Zustandezusammenhalten, aber getrocknet zerfallen. Man erkenntdarin deutlich das Gewebe der Blätter und die Grashalme.— Eine andere Art ist das bitumin öse H o lz, das sichhäufig in großen Stücken findet, aber besonders bei Leipzigso stark mit Schwefelkies durchsetzt, daß es deshalb schwerzu brauchen war.
Braunsbei'st, Kreisstadt in Ost-Preußen, Regie-rungsbezirk Königsberg, von der Passarge durchfloffen, dieunweit in das Frische-Haff sich ergießt, mit 8000 Einw.,einer katholisch-thcolog. und philosophischen Fakultät, einembischöfl. Priester-Seminar, Gymnasium, königl.Erzichungs-Anstalt und Schullehrer-Seminar, Handel mit Getreide,Garn und Leinwand.
Braunschwcig, 1) Herzogthum im nördlichen
Deutschland, dessen Gebiet nicht zusammenhängt, sondernaus 6 getrennten Theilen besteht und jetzt in die 6 Kreisegetheilt ist: Braunschweig, 10,61 QM., 64,308 Einw.;Wolfenbüttel, 10,87 QM., 82,840 Ew.; Helmstädt, 14,44QM., 42,883 Ew.; Holzminden, 14,92 QM., 44,443E.;Gandersheim, 13,04 QM., 41,683 Ew.; Blankenburg 8,2QM., 21,806 Ew., also 1843: 267,363 Ew. in 12 Städ-ten, 13 Marktflecken, 417 Dörfern, 80 Weilern, Hütten-orten ec. Die Kreise Braunschweig, Wolfenbüttel undHelmstädt bilden ein Ganzes, ausgenommen das davon ge-trennte und ostwärts, im preuß. Regierungsbz. Magdeburgliegende Amt Calvörde. Diese 3 Kreise bilden die ehemali-gen beiden Distrikte Schöningen und Wolfenbüttel, im O.und S. von Preußen, im S., W. und R. von Hannoverbegrenzt. Südlich und geschieden davon liegt der KreisBlankenburg, das alte gleichnam. Fürstenthum mit demStiftsamt Walkenried, zwischen Preußen im N. und O.,Anhalt-Bernburg, Hannover, Preußen im S., und Hanno-ver im W.; auf dem östl. und südl. Harz, und durchfloffenvon der Bode, der Haffel und Sorge. Zwischen jenem unddiesem Theil beginnt, östlich an Preußen stoßend, und er-streckt sich, Hannover trennend gegen W., wo es an daspreußische Westphalen und Waldeck grenzt; durchfloffen vonder Ocker, Innerste, Leine, Holzminde, und auf der West-grenze von der Weser berührt und zum Theil auch durch-flossen. Dazu gehört eine Enclave, nördlich in Hannovermit dem Flecken Bodenburg, und noch nordwestlicher eben-falls einer Enclave in Hannover links an der Weser, mit demFlecken Thedinghausen. Der östliche Theil dieses Theils istder Kreis Gandersheim, und der westliche der Kreis Holz-minden.
Der nördliche und nordöstliche Theil ist, den nördlich-sten Saum mit Flugsand und Heide ausgenommen, frucht-bar und eben, mit Ausnahme der mit hartem Holz bewach-senen Bergkette des Elms und der niedrigeren Hügelkettendes Fallsteins, der Lichtenberge rc. Der südliche Theil aufdem südöstl. Harz hat südlich vom Brocken den Wormberg,die Achtermannshöhe so wie den Ebersberg, die merkwürdigeBaumanns- und Bielshöhls im Marmorgebirge mit Mar-morbrüchen und Schwarzwald. Den westlichen Theilnimmt größtentheils das Sandsteingebirge, der mit hartemLaubholz bewaldete'Sollinger-Wald ein, der sich in demVogler und Hills gegen den Harz fortsetzt.
Der Hauptbetrieb sind der Ackerbau und der Bergbau;die Viehzucht wird nur für den Landbau behandelt, nichtals ein selbstständiger Zweig der Landwirthschast. DiePferde werden weniger gezogen als gekauft, aber gepflegt.Viel Sorgfalt wendet man auf die Schafzucht in der Ver-edlung. Durch den Landbau gewinnt man namentlich Wei-zen, gewöhnlich den siebenten oder achten, sogar den zehn-fachen Ertrag, Roggen, Gerste, Hafer, viel Raps undFlachs, Gemüse. Der 1837 auf 337,709 Morgen vermesseneWald gewährt Feuerung dem häuslichen Bedarf, Bergbauund Hüttenbetrieb. Der Bergbau fördert etwas Gold,Silber (jährlich an 1700 Mark), Eisen durch 7 Hochöfen,6 Kupolöfen, 23 Frischfeuer, 4 Walz- und Schneidewerke,2 Zainfeuer, 1 Stahlwerk, an 43,000 Ctr. Roheisen, 33,000Ctr. Gußeisen, 22,000 Ctr. Stabeisen, 1600 Ctr. Zaineisen,