Band 
Erster Band. A - G.
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Cambridge

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Campher

! in solcher Vollkommenheit, daß sie-dieostindischcn und lcvan-tischen übertreffen. In Oesterreich und Böhmen macht manauch welche. In der Schweiz liefert sie St.-Gallen, inSachsen Plauen, Lengefeld, Falkenstein rc.

Cambridge, Hauptort der gleichnam. Grafschaft inEngland, mit 21,000 Einw., einer berühmten Universität,zwei Messen, Getreide- und Butterhandel.

Camecl, das, stanz. Ldanwau : ital. und span. Lanwlo ;engl. Lonwl; arab. Ojinwl; lat. Lamelus; griech. ;

ist in Arabien einheimisch und wird hier nur wegen dergroßen Wichtigkeit erwähnt, die es im Orient für den Han-del hat, indem es im mittleren Afrika und in Asien (Persien)durch die Wüsten zu den Karawanen gebraucht wird. Des-halb wird es auch „das Schiff der Wüste" genannt.

Camenz, gewerbsleißige Stadt in Sachsen, Ober-Lausitz, an der schwarzen Elster, mit 4300 Einw., die Luch,Wollzeuge, Strümpfe rc. liefern; auch Lessing's Geburtsort(1729, 22. Juni).

Campecheholz, s. Blauholz.

Campher, Kampher, Kampfer, Omplwra, istein eigenthümlicher Bestandtheil zweier in Hindostan undChina wachsenden Bäume, schon den Griechen und Römernbekannt, und einer der wichtigsten Droguerieartikel. Infrüherer Zeit wurde er bald zu den Gummatas, bald zu denHarzen gerechnet, und erst in der neueren Zeit durch bota-nische und chemische Untersuchungen die Abstammung, Be-reitung und die Natur des Camphcrs näher kennen gelernt.

! Die Stammpflanzen sind: 1 ) llaurus Oamplwra , i.m., derCampherlorbeer, und 2) vrz-obalanops 6a»ip!iora, llolekr.Von dem erstangeführten schönen Baume, der in Japan,China, Cochinchina rc. einheimisch ist, erhalten wir denchinesischen oder japanischen Campher, der aus denWurzeln, dem Stamm, den Aesten und Blättern durch De-stillation gewonnen wird. Dieser Campher kommt alsRoh-campher, llampliorn eruilu, in den Handel. Derselbe istmit Schmutz, Stroh, Blättern, Holzstückchen rc. verunrei-nigt. — Die zweite Pflanze liefert den Sumatra- undBorneocampher. Dieser wird nicht durch Destillationgewonnen, sondern findet sich im Innern des Baumes alsMark, mit dem Campheröl verbunden. Mit einer Axtmacht man 14 bis 13 Fuß vom Boden bis nahe auf dieMitte des Stammes einen Einschnitt und dann eine kleineOeffnung, aus welcher das natürliche Campheröl, wenn esvorhanden, herausfließt. Der Baum wird umgehauen;man spaltet ihn und sammelt den Campher, der sich imUmfange einiger Zolle findet. Eine Klasse der dortigen Ein-gebornen, die den Namen Toongoo Nyr Capoor füh-ren, rühmt sich, die Kenntniß zu besitzen, die am meistenEampher haltenden Bäume z» erkenne». Der so erhalteneCampher führt den Namen Se Tantong oder Kopf-eampher. Eine geringere Sorte wird aus dem Splint,welcher den Campher umgab, herausgescharrt, und Magen-oder Fußcampher, Oupoor inalee (malaiisch: Kakki),genannt. Unter dem Namen Orgar versteht man einenCampher, der sich in jungen, angehauenen, keinen Camphergebenden Bäumen nach 7 oder 8 Jahren erzeugt. DerKopf-, Leib - oder Magen - und Fußcampher wird noch derReinigung wegen durch drei Siebe von verschiedener Weite

geschlagen. Gewisse Mengen dieser drei Campherartenstellen den Sumatracamp her des Handels dar. Essind mehr oder weniger eckige, rundliche, größere oder kleinerekrystallinische Stückchen, die in mit Zinnfolie ausgeschlage-nen Kisten, Tubben, im Gewicht von 1150 bis 1160 Pfd.versendet werden. In der Farbe weicht der rohe Camphersehr ab; er ist weißlich, gelblich, schmutzig grau. In Su-matra wird es als Zeichen seiner Güte betrachtet, wenn erweiß, glänzend, fast durchsichtig ist und im Wasser unter-sinkt; dies thut unser roher Campher nicht. Aus dem na-türlichen Campheröl, das in Ostindien häufig gebrauchtwird, soll ebenfalls noch Campher gewonnen werden; ersetzt sich entweder am Boden in dem Oel ab, oder er wirddurch Kochung, oder, indem das Oel einer Destillation un-terworfen wird, als Rückstand erhalten. Ob diese Sortezu uns kommt, ist nicht bekannt. Der rohe Campher wurdefrüher in Venedig, später allein in Holland, jetzt aber inEngland und vielen Städten Deutschlands raffinirt. Esgeschieht dies in großen Oefen, in flachen gläsernen Kolben,mit einem geringen Zusatz von Kohle, ungelöschtem Kalkoder Kreide; hierbei soll der Sumatracampher einen Veil-chengeruchverbreiten. — Der Camp her vonBorneokommt von demselben Baum, wird aber in China höher ge-schätzt als der von Sumatra.

Der rafsinirte Campher findet sich in runden-, obenconvexen, unten concaven, in der Mitte gewöhnlich mit ei-nem Loch versehenen Kuchen von 2 Pfd. Gewicht; sie sindin starkes, blaues Papier eingeschlagen, um die Verflüchti-gung zu verhüten, werden in Fässern versendet, von deneneins gewöhnlich 600 Pfd. wiegt und 250 bis 231 solcherCampherbrode enthält. Er ist nicht fest, leicht zu zerbre-chen, und zeigt dann stets eckige, krystallinische Absonderun-gen. Von Farbe ist er weiß, halbdurchsichtig und besitzteinen starken, durchdringenden, nicht unangenehmen, aro-matischen Geruch und einen starken, erwärmenden, späteretwas kühlenden, bitterlichen Geschmack; verhält sich beimKauen dem Wachs ähnlich, und schwimmt auf Wasser indrehender Bewegung. Er läßt sich für sich allein nicht zuPulver reiben; es geschieht aber leicht auf Zusatz von wenigAlkohol oder Aether. Durch Sublimation läßt er sich leichtin Oktaedern oder sechsseitigen Blättern krystallisiren, undobschon er bei mittlerer Temperatur seine Consistenz nichtverändert, so verdunstet er doch allmälig und setzt sich anGlaswänden rc. in sechsseitigen Blättern an. Bei 110"ll. wird er dünnflüssig wie Oel und verflüchtigt sich dabei indicken weißen Dämpfen. Er entzündet sich leicht und brenntmit Heller, Rauch ausstoßender Flamme, sogar auf demWasser schwimmend. Im Wasser löst sich der Campherwenig; in Alkohol, Aether, flüchtigen und fetten Oelen löstsich der Campher leicht auf; mit Schwefel und Phosphorkann man ihn zusammenschmelzen. Aus der Vermischungdes Camphers mit Salpetersäure giebt er Campher-säure, uciäuni camplioricuin. — Das specifische Gewichtdes Camphers ist 0,983 bis 0,996, und seine.Bestandtheilesind 81,763 Kohlenstoff; 9,702 Wasserstoff; 8,863 Sauer-stoff. Der in Ostindien noch flüssige Campher, und C a m-pheröl genannt, ist verschieden von dem/ampherhal-tigen Oel, Oleum cainplioralini», in den europäischen Apo-theken, das aus 1 Theil Campher mit 8 Theilen frischen