Canal
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Canal
1 übersteigt, — ein so staunenswertber Gewinn, daß man sichnicht wundern kann, wenn andere Nationen nachahmten,was so Vortheilhaft war.
„Die Canäle in Holland sind gewöhnlich 60 Fuß breitund 6 Fuß tief, und werden sehr sorgfältig rein gehalten;der Schlamm als Dünger ist ebenfalls sehr nutzbar. DieCanäle liegen gewöhnlich eben, so daß keine Schleusen nö-! chig sind. Von Rotterdam nach Delft, dem Haag und Ley-^ den ist der Canal ganz eben, wird aber bisweilen von star-kem Winde heimgesucht. Größtentheils liegen die Canäleüber den Feldern oder dem Lande, damit sie das Wasserfortführen können, welches im Winter das Land über-j schwemmt. Um das Wasser von Delftland zu ziehen,
^ braucht man 200 Windmühlen im Frühjahr, um es in diei Canäle zu heben. Alle Canäle in Holland sind mit unge-' Heuer starken Dämmen eingefaßt, und von diesen hängt derSchutz gegen Ueberschwemmungen ab; demnach ist es vonder größten Wichtigkeit, sie im besten Zustande zu erhalten,und man sorgt wirklich auf treffliche Weise dafür."
Der größte Canal in Holland und für jetzt vielleicht inder Welt ist der von Amsterdam nach Niewdiep bei demHelder, welcher großen Schiffen eine sichere und leichte Fahrtvon Amsterdam nach dem deutschen Meer gewähren soll.Diese Stadt hat 40 Fuß Wasser auf der Rhede vor demHafen, aber der Rampus oder die Barre bei der Bereinigungdes V mit dem Zuyder-See nur 10 Fuß, und deshalb müs-sen alle Schiffe von bedeutender Größe, die i» den Hafenhinein oder aus ihm hinaus wollen, ausladen. Da nunder Auyder-See voll von Untiefen ist, so waren alle gewöhn-lichen Mittel, den Jugang zu Amsterdam zu verbessern,nutzlos, und man entschloß sich deshalb zuletzt, einen Canalvon der Stadt nach dem Helder, dem nördlichsten Punkteder Provinz Holland, anzulegen. Die Entfernung zwischendiesen beiden Endpunkten beträgt 41 engl. Meilen, dieLänge des Canals aber beträgt SO'/z M. Die Breite derOberfläche des Wassers beträgt 120 rheinl. Fuß, am Boden08 und die Tiefe 20 Fuß 9 Zoll. Die einzigen Schleusen,welche man brauchte, waren zwei Fluthschleusen an denEnden. An jeder Seite laufen zwei breite Wege zum Ziehen(Leinpfade) hin, und der Canal ist breit genug, daß sichzwei Fregatten ausweichen können. Der Canal wurde1819 angefangen und 1828 beendigt, und die Kosten warenauf 10 bis 12 Mill. Gulden angeschlagen. Die Beförde-rung des Handels von Amsterdam entschädigt mehr als hin-reichend für die Kosten.
4) Dänische Canäle. Der holsteinische Canal istvon großer Wichtigkeit. Er verbindet die Eider mit derBucht von Kiel, bildet eine schiffbare Verbindungsstraßezwischen der Nordsee und der Ostsee, und erlaubt denSchiffen, von der einen in die andere auf einem kurze»Durchschnitt zu gelangen, statt der langen und beschwerli-chen Fahrt um Jütland herum, und durch das Kattegatund den Sund. Die Eider kann von Schiffen, die nur 9Fuß im Wasser gehen, von Lonningen an der Mündungbis Rendsburg befahren werden, wo der Canal anfängt,der mit der Ostsee bei Holtcnau in der Nähe von Kiel inVerbindung steht. Der Canal ist im Ganzen 26 engl. M.lang, oben 98 Fuß, unten 31 Fuß 6 Zoll breit und 9 Fuß 6
Zoll tief. Der höchste Punkt über dem Meeresspiegel beträgt24 Fuß 4 Zoll, und zu dieser Höhe werden die Schiffe durch6 Schleusen hinausgehoben und wieder herabgelassen. Er kannvon Schiffen von 120 Tonnen Last befahren werden, undwurde 1783 eröffnet. Im Durchschnitt befahren den Canaljährlich 3000 Schiffe.
5) Schwedische Canäle. Der Göta-Trollhätta-Canal, im Jahr 1832 vollendet, verbindet die Ostsee mit derNordsee. Diese Verbindung geschieht mittelst des Trollhätta-Canals, wodurch die hohen Wasserfalle des Göta-Flussesbei Trollhätta umgangen werden, des Wener-Sees (beiMariastad) mit dem Wiken-See (bei Tatorp), dieses Seesmit dem Billstrommen, des Billstrommen mit dem Bettenin einer Länge von 39,727 Mötres. Auf der Scheide zumbaltischen Meer sind der Botten-, Wettern-, Boren-, Roxen-und Asplangen-See und der Motala-Elf bis unterhalbSöderköping in einer Länge von 100,300 Metres durch dieSeen und 87,600 Moires durch Canäle verbunden. DieBreite des Canals in der Tiefe ist 12,76 Moires, die Tiefe2,97Mötres. Die Kosten dieses großartigen Baues betrugen10,430,000 Bancothlr. Für Schwedens Schifffahrt ist dieseWasserstraße insofern von der höchsten Wichtigkeit, als da-durch der Sund, welcher in der Gewalt Dänemarks sich be-findet, umgangen und zugleich der Binnenverkehr beför-dert wird.
Außer dem obigen vereinigt der Arboga-Canal denHielmarsee mit dem Mälarsee, und seit 1819 ist ein Canalvon dem Letzter» bis zur Ostsee bei Södertelge angelegtworden. Der Canal von Strömsholm hat eine Ver-bindung zwischen der Provinz Dalecarlien, dem Mälar-See rc. bewirkt.
6) Französische Canäle. Der erste Canal, derin Frankreich ausgeführt wurde, war der vonBriarc,33,301 Metres 43 Centimötres lang, mit 12 und 29 Schleu-sen, welcher die Seine und Loire verbinden sollte. Erwurde 1603 unter der Regierung Heinrichs IV. begonnenund 1642 unter Ludwig XIII. vollendet, und kostete 6,300,000Francs. — Den Canal von Orleans, der sich an denvorigen anschließt, fing man 1673 an. Aber das großartigsteUnternehmen der Art ist der Canal von Languedoc.Der Plan dazu wurde unter Franz I. entworfen, unterLudwig XIV. aber begonnen und vollendet. Er reicht vonNarbonne bis Toulouse und sollte eine sichere und schnelleVerbindung zwischen dem mittelländischen Meer und dematlantischen Ocean herstellen. Er ist 244,092 Mötres lang,6 Fuß tief und hat 114 Schleusen. An manchen Stellenwird er durch starke und lange Brücken über große Flüsse ge-führt. Er kostete ohngefähr 8 Mill. Thlr.
Außer diesen großen Werken besitzt Frankreich nochmehrere andere schöne Canäle, wie den Lanal ä'Xiro ä lallassin, im Wassergebiet der Scheide, um die Flußschifffahrtzwischen Paris und Dunkerque abzukürzen; 33,897 Mötreslang, dient er zugleich zur Entwässerung der Sümpfe, ist10 Mötres breit, mit 1>/2 Mötres Wassertiefe. — llanaläes Xräonnos uu äo Lbampagne , zwischen der Seine, Aisneund Maas, in der Länge 39,214 Mötres 90 Centim. mit34 Schleußt», und 21,000 Mötres mit 4 Schleusen. DieBaukosten betrugen 13 Mill. Francs. — 6-uwI ä'Xrles au