Capital-Conto
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Capstadt
der Kaufmann in Anschaffung von Waaren, der Bankier inGeldgeschäften gegen Zinsen rc., eine Acticn-Gesellschast ent-weder im Eisenbahnbau, oder Einrichtung einer Dampf-schifffahrt, Bergwerksbetrieb rc. an.
Das National-Capital eines Landes besteht kei-neswegs blos in der Menge des im Lande während dieseroder jener Zeit umlaufenden Geldes, sondern überhaupt inden Werthsummen, welche im freien Bodenbesitz, in Künsten,Schiffahrt, Schiffbau, Bergbau, Gewerben, Industrie undHandel von dem Kleinsten bis zum Größten werbend ange-legt sind. Je mannigfaltiger also die Betriebsamkeit in ei-nem Lande ist, ein desto größeres Capital wird dadurch imVerhältniß zu dem Umfange des Betriebes vertreten. Al-lerdings kann das, was die Betriebsamkeit nur für dennothdürftigen Unterhalt erwirbt, nicht als National-Capitalbetrachtet werden, sondern allein dasjenige, was über denVerbrauch mehr ergiebt. Mit diesem Mehr wächst dasCapital. Natürlich spricht man unter ähnlichen Verhält-nissen im Geschäftsleben von einem Betriebs- oderHandels-, Bank-, Bau capital, je nachdem besondernZweck, wozu ein Capital verwendet wird.
Zur Einrichtung und zum Betrieb eines Geschäfts istes nicht nothwendig, daß der Unternehmer eigenesCapital besitzt, er kann dazu fremdes verwenden, das erentweder auf Kredit gegen Zinsen oder durch Betheiligungdes Besitzers am Geschäft erhält. Dies nennt man frem-des Capital oder fremdeFonds. MüßigeCapi-tale werden diejenigen genannt, welche augenblicklich nichtmehr werbend angelegt sind; todtes Capital heißt da-gegen, was ein werbendes Capital sein könnte, wenn esrichtig benutzt würde, aber nicht benutzt wird, z. B. liegendeGründe, Wasserkraft, Lokalitäten, Kleinodien, geeigneteLage von Oertlichkeiten für industrielle Anlagen, Han-del u. s. w.
Capital-Conto, s. Buchhalten.
Caplaken, s. Kaplaken.
d.h.Hüttchen, hießen die alten Sil-berscheidemünzen von Moden«.
Capstadt, engl. copotonm, die Hauptstadt der eng-lischen Kolonie des Caplandes auf der Südspitze von Afrika.Entdeckt wurde dies Land von den Portugiesen, aber nie-mals benutzt. Seit 1600 besaßen es die Niederländer, diees aber auch erst 1632 durch europäische Kolonisten bevöl-kerten, die meist Holländer waren, weshalb die holländischeSprache noch jetzt die vorherrschende ist. Im Jahr 1795eroberten die Engländer das Land, gaben es aber durch denVertrag von Amiens 1801 zurück, nahmen es jedoch 1806wieder, und erhielten es 1815 als völliges Eigenthum.Obgleich das Land schon außerhalb der heißen Zone liegt,so herrschen hier doch nur zwei, statt der vier Jahreszeitender gemäßigten Zone, nämlich die Regenzeit mit heftigenGewittern, vom Mai bis September, bei Nordwest-Wind,der böse Monsun genannt, und die trockene Jahreszeit, wäh-rend unserer Wintermonate, bei Südost-Wi»d, dem gutenMonsun. Das Klima ist gesund, das Land theils frucht-bare Ebene und Thal, theils wildes Gebirge, theils auchentblößt von Vegetation. In den bewässerten Landstrichenist bei günstiger Witterung die Fruchtbarkeit groß, dennoch
das Land an heimischen Produkten sehr arm. Es sind Löwe»,Panther, Schakals, Quaggas, Antilopen, Büffel, Schafe,Schildkröten, giftige Schlangen, Termiten, Eisenholz, derWachsbaum, Brodbaum, Palme, Aloe, Mimosen. Ange-baut werden mit vorzüglichem Gedeihen Korn und Weizen,die besonders nach Mauritius und Rio-Janeiro ausgeführtwerden. Sehr viel Wein wird zum Branntwein verbraucht,ausgenommen der vorzügliche Sonstantia-Wein. Einwichtiger Artikel der Ausfuhr der Kolonie ist die Wolle, dieseit 15 Jahren reißend zugenommen hat. Das spanischeMerino-Schaf, so wie das sächsische und englische gedeihenausnehmend und geben eine vortreffliche Wolle. Der meistglatthaarige Flausch des heimischen Schafes ist nichts werth,und dasselbe allein wegen des oft 20 Pfd. schweren Fett-schwanzes merkwürdig. Pferde und Esel gedeihen nichtgut; die hauptsächlichsten Hausthiere sind die Schafe unddas Rindvieh. Die Ausfuhr der Kolonie besteht außer Ge-treide, Wolle und Wein hauptsächlich in Häuten, Fellen,Hörnern, Aloe. Ein wichtiger Gegenstand ist an der Küstedie Fischerei. Industrie kann sich in diesem Lande nicht ent-wickeln, weil die Bewohner sehr zerstreut wohnen. Einge-führt werden Wollen- und Baumwollenwaaren, Eisen-,Stahl- und Töpferwaaren, Papier, Bücher und andere Ge-genstände des Bedürfnisses, Stückgüter und Likbauholz undZucker aus Indien, Thee aus China rc. Der Handel derKolonisten mit den Eingebornen ist durch Gesetze sehr er-schwert, und namentlich der Verkauf von Schießpulver undGewehren an die letzter» verboten. Indessen nützt diesVerbot fast nichts, weil die Nord-Amerikaner mit der Ost-küste Afrika's in Port-Ratal verkehren, und die Bedürfnisseder Eingebornen befriedigen. Der Werth der gesammtenAusfuhr der Cap-Kolonie betrug im Jahr 1842: 238,107Pfd. Sterl., davon das Meiste auf die Capstadt, nämlich163,446 Pfd. Sterl., und 94,498 Pfd. Sterl. auf Simon's-Lown, und das klebrige auf Port-Elizabcth kommt. —Die Bevölkerung der Kolonie, gegen 9500 QMcilen groß,betrug 1798: 62,000, 1821: 116,000, 1832: 132,000,1842: 171,519 Ew.
Die Seehäfen der Kolonie sind die Capstadt,Coastwise, Simon's-Town, in der Falschen-Baiund Station der Kriegsschiffe, Port-Elizabeth in derAlgoa-Bai, und erst 1820 gegründet. — Die Capstadtliegt auf der Westküste der Kolonie, südlich in der Tafel-Bai, am Fuß des Tafel-, Löwen- und Teufelberges, 33° 56'3" s. Br. 16° 8' 21" ö. L., mit (1842) 22,343 Einw.; istdurch ein festes Kastell befestigt, ist Sitz des Guverneurs derKolonie, hat Magazine, große Schiffswerft, eine Börse,ein naturhistorisches Museum, eine Sternwarte. Uebrigensist die Bai, während die Capstadt übrigens eine vorzüglicheHandelsstation und ein Haltpunkt für die Schiffe nach In-dien, China und Australien ist, während der Monate Juni,Juli und August den Weststürmen offen.
Münzen.
Während der. holländischen Herrschaft rechneteman nach:
Gulden Curant --- 20 Stübern L 16 Pfennige cap-scheValuta. Der Werth eines solchen rapschen Gul-dens war 15 Stüber holländisch Curant, so daß 32'/,