Band 
Erster Band. A - G.
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China — 872 — China

Bambus, Rettig, und besonders Thee, der eine beträchtlicheAusfuhr liefert.

Merkwürdig ist China als die Heimath einiger wichti-gen, aber von hier aus nicht weiter verbreiteten Erfindun-gen, z. B. des Porzellans, Schießpulvers, Papiers, derMagnetnadel, Seidenweberei, die auch Gegenstand der Ge-werbe sind. Außerdem beschäftigen sich die Bewohner vor-züglich mit dem Ackerbau und Handel, sehr wenig mit derViehzucht. Die Zahl der Bewohner ist unbekannt; im ei-gentlichen China rechnet man 149 Millionen, und mit denin der Fremde 184 Mill., nach anderen Angaben überhaupt330 Millionen. Die Sprache der Chinesen ist eine Zeichen-sprache, die an Vielfältigkeit der Zeichen alle Sprachen über-trifft. Der Handel und Verkehr im Innern so wie auch nachAußen ist sehr lebhaft. Chinesen leben auf allen Inseln imgroßen und indischen Ozean wegen des Handels, der dorthinfür die Chinesen sehr ergiebig zu sein scheint. Landwärts stehtChina nur mit Rußland, und zwar vertragsmäßig nur inzwei Orten, auf der sibirischen Grenze gegen die Mongholei,Zuruchaitu und vorzüglich Kiachta, in regelmäßigerVerbindung, außerdem auch inGuldscha. In dem östlichgelegenen Zuruchaitu ist der Umsatz unbedeutend; meistwerden die Geschäfte in Kiachta gemacht, theils durch rus-sische Kaufleute und deren Commissionäre, theils durch Chi-nesen und Bucharen, die während der Handelszeit im Ja-nuar, Februar und Juli in dem benachbarten Maimatschinwohnen. Die russischen Waaren werden entweder ausMoskau oder sogleich von der Messe in Nischnei-Nowgoroddurch Karawanen nach Kiachta gebracht. Von Moskaubis Kiachta beträgt die Entfernung an 6300 Werst. DieWaaren gehen zu Lande bis Tjumen, von da zu Wassernach Lomsk, von hier bis Jrkutzk zu Lande, und von hiernach 'Kiachta theils zu Lande, theils zu Wasser. VonNischnei-Nowgorod werden die Waaren entweder direkt zuLande nach Kiachta, oder auf der Wolga und Kama überPerm gebracht. Eigen ist es, daß man sich vor dem Beginn desMarktes über den Tauschpreis jeder Waare durch Kommis-sionäre einigt. Das Tauschmittel im Großhandel ist inKiachta blauer Nanking, der in Sibirien Kitaika heißt, undim Kleinhandel der Aiegelthee, dessen Ziegel nach Bedürfnißin mehrere Stücke zerschnitten werden. Zehn Stücke Nan-king bilden einen Ballen oder Tun. Indessen wird auch ge-gen Silber und selbst gegen russische Bank-Assignationen ge-handelt, die durch den Tauschhandel wieder an die russischenKaufleute zurückkommen. Für die Russen ist der Handelauf Tausch von Waaren vortheilhafter, als wenn sie Silber-barren nach dem Gewicht von den Chinesen oder Bucharenerhalten. Die angesehensten Einwohner in Kiachta sindrussische Kaufleute oder Bevollmächtigte russischer Handels-häuser. Die russischen Waaren auf diesen Märkten sind-Tuch, Wollenwaaren, baumwollener Sammt, Leder (Juch-ten), Pelzwerk, Leinwand, Metallwaaren, Spiegel und an-dere Kleinigkeiten; die Chinesen bringen dagegen Thee,Seide, Seidenzeuge, Nanking, Rhabarber,Kandiszucker und, etwas edle Metalle. Die Ausfuhr der rohen Seide ist ver-boten, und kann nur durch den Schmuggelhandel umgesetztwerden. Außerdem ist Thee ein Hauptausfuhr-Artikel.Davon betrug die Zufuhr nach Rußland 1800:69,973,1819 r 113,991, 1839: 206,693, 1841 : 242,682 Pud.

Der Werth der russischen Einfuhr nach China betrug 1823:21,333,340, 1838:29,001,192, 1841: 26,381,886 RubelAssign. Im Jahr 1843 war der russisch-chinesische Handelin Kiachta viel stärker als 1844. Der Gesammtumsatz imEin- und Austausch betrug 13,622,000 Rubel Silber.Die Einfuhr nach Rußland beträgt durchschnittlich jährlich33,000,000 Rubel Assign., und die Ausfuhr nach China32,000,000 Rubel Assign.

Seewärts hat der Handel seit dem erfolgreichenKriege der Engländer gegen China ein weiteres Gebiet ge-wonnen. Allerdings standen die Engländer, Holländer,Dänen, Portugiesen, Franzosen und Nord-Amerikaner schonlange mit China im Verkehr zur See, indessen war derselbeauf die Stadt H o n g - K o n g (s. C a n t o n) beschränkt, undrücksichtlich Englands besaß die ostindische Compagnie bis1834 das Monopol des Handels mit China. Dieses istaufgehoben, und durch den Friedensvertrag Englands mitChina am 29. August 1842 sind den Engländern die fünfHäfen Canton, Amoy , Foo-Chou-Foo, Ring-Po undShanghai für den Handel geöffnet. Bis zum Kriege warein Hauptartikel der Einfuhr der Engländer nach Chinadas Opium, die sich aber seitdem wieder vermindert hat,während die Einfuhr von Baumwolle aus Bombaywieder gestiegen ist. Sehr bedeutend ist die Ausfuhr derEngländer aus China von Thee. Diese betrug 1793:16,067,331, 1816:36,234,380, 1836:49,307,701, 1841:30,787,796, 1842: 40,742,128 Pfd. Außerdem ist auch dieenglische Ausfuhr von roher Seide (1837: 1,734,232,1842: 180,114 Pfund), Nanking (1837: 129,467, 1842:3300 Stück), Krep-Shawls, Seiden-Krep, Inga» cossia(1837:8232, 1842. 276,117 Pfd.), Chinawurzel (1837:23,380, 1842: 19,716 Pfund), Rhabarber (1837: 88,238,1842: 72,318 Pfund.), Cochenille (1837: 6376, 1842:665 Pfd.), Zinn (1837: 60, 1842: 183 Ctr.), Rohr-stöcke rc. nicht unbedeutend.

In der Einfuhr englischer Waaren in China ist vor-zugsweise die von Baumwollenwaaren beträchtlich, die1837: 10,964,423, 1838 : 22,133,621, 1839: 16,673,448,1840: 13,478,478 Parks betrug; dann Twist und Baum-wollengarn, Leinen- und Wollenwaaren, Glas, Eisen- undStahlwaaren, Leder rc.

Die Ausfuhr aus China nach Indien besteht namentlichin Zucker, Thee, Porzellan, Nanking, Cassia, Kampher-rc.,ist jedoch nicht bedeutend. Dagegen wird viel Baumwolleaus Bombay nach China gesendet.

Der Nordamerikanische Handel bezog aus China anThee 1839:9,296,679,1840:19,966,166,1841:11,163,931Pfund; führte aber in China ein an heimischen und fremdenProdukten 1839 für 3,678,309, 1840:6,640,829, 1841:3,988,388 Dollars.

Ueber die Ausdehnung des portugiesischen, spa-nischen, französischen, schwedischen und hol-ländischen Handels läßt sich nichts Bestimmtes angeben,er ist aber, mit den erwähnten verglichen, unbedeutend undschwankend. Am bedeutendsten mag noch der holländischesein, aber trotz der Schutzzölle in Holland können die Hol-länder der Unternehmung und Thätigkeit der Amerikanernicht widerstehen. Der portugiesische Handel, namentlich