Band 
Erster Band. A - G.
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Chinarinde

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Chinarinde

Farbe, sehr hart, schwer und von glattem Bruch, gerollt;Geschmack stets bitter, aromatisch und zusammenziehend.

4) LortexLIiinaesaenalbilllls, Lina» säen pal-licka, Lkina leim s. ?ena, blasse oder Ten-China, inRöhren 4 bis 16 Zoll lang, welche schief, oft bogenförmig,manchmal auch gewunden sind und sehr zerbrechlich. Häufigfehlt die Oberhaut. Die Farbe ist, je nachdem die Borkemehr oder weniger abgerieben ist, bald weißlichgelb mit klei-nen abgeriebenen glatten, braunröthlichen Stellen, bald istsie ein Gemisch von gelblich- oder grauweißen, braunen undschwärzlichen Flecken. Die Unterfläche ist schmutzig zimmt-farben. Geruch schwach lohartig, dumpfig; Geschmack an-fangs etwas säuerlich, dann etwas zusammenziehend undschwach bitter. Sie kommt in Kisten von 11V bis 114 Pfd.Netto, oder in Seronen von 7V bis 100 Pfd. Netto. DieTen-China gehört zu den schlechtesten und unwirksamstenSorten. Mehrere Chemiker konnten darin weder Chininnoch Cinchonin entdecken. Nach Göbel's und Kirsts Unter-suchungen ergab sich, daß 1 Pfund etwa 12 Gran reinesChinin erithält. Man mischt die Ten-China fast allen an-dern Sorten betrüglicherweise bei, worauf man achten muß.Die Mutterpflanze soll Lincbona pudoscons sein. — Wör-ter Lbinae säen nizricans, Lkina Ion nixricans,Liiina ksouäoloxa, dunkle Jaen-China, kommt etwa seit 20Jahren als eine besondere Sorte in den Handel, und warvorher als Lora-China verkauft worden. Sie wird in Ki-sten von 80 bis 100 Pfund verpackt, ist aber als Arznei-mittel untauglich.

8) Lortex Ldinae 1,oxao, Lkina lusca, LbinaoMoinalis, ächte Lora-, graue, oder peruvianische China.Diese Sorte gehört zu denen, die mit am frühesten nachEuropa kamen, und in vielen Pharmacopöen als lldinaku8c», ächte braune China bezeichnet und für die Bor-räthe in den Apotheken bestimmt ist. Unter dem NamenKrön-China, Cuma äs lloxa llorono, wurde sie früherfür die königliche Familie nach Spanien gebracht. In Bezugaus ihre Güte und Heilkraft gab man ihr früher den erstenRang; in der neueren Zeit haben aber die Chemiker nach-gewiesen, daß ihr Gehalt an Alkaloiden (Chinin und Cin-chonin) nur sehr unbedeutend ist, und sie steht durch diesenMangel selbst der lllüna llova äuro, der Lbmo Iluomslics undder Llün» Nova llbrosa nach; dessen ungeachtet steht sie nochimmer mit am höchsten im Preise. Richt sind die dünnenRöhren die besseren, sondern die dicken vorzüglicher. Siemüssen fest und schwer sein, eine ebene Unterfläche, keinendumpfigen oder moderigen Geruch haben, auch nicht mit vie-len Flechten bedeckt sein. Geschmacklose Stücke sind untaug-lich. Im Handel erscheint sie stets in zusammengerolltenRöhren mit ziemlich regelmäßigen 1 bis l'/r Linien von ein-ander entfernten Querriffen versehen, wodurch die Borke inRinge getheilt scheint, deren Rand erhöht ist; niemals inflachen Stücken. Selten bemerkt man Knoten oder Warzen,die dann gewöhnlich von brauner Farbe sind, während dieRinde schiefer-, asch-, oder schwarzgrau ist. Häufig bemerktman auch milchweiße, aschgraue und leberbrauneFlecken, diezum Theil von Flechten herrühren, von denen eine Mengeverschiedene Arten auf der Lora-China vorkommen. Innen istsie glatt und von brauner Farbe. Der Querbruch ist ebenoder wenig saftig. Geruch lohartig. Geschmack anfangs

zusammenziehend, säuerlich, dann etwas bitter. Die Ver-sendung geschieht in Kisten und Seronen, oder in mit Häu-ten überzogenen Rohrgeflechten. Die ersten wiegen 100 bis110 Pfd., die letzten «0 bis 90 Pfd. Netto. Als Stamm-pflanzen sieht man die Linodona Lonäuminca und L. scroki-culata an.

6) Lortox Lkinao l>souäo-l.vxoe, dunkle Ten-China. Wird erst seit wenig Jahren als eigene Sorte inden Handel gebracht. Sie kommt selten in dicken, meist nurin feinen und Mittel-Röhren vor, die 4 bis 12 Zoll langsind. Ihre Oberfläche hat sowohl Querrisse als Längsrun-zeln. Gewöhnlich ist die Borke noch auf der Rinde vorhan-den. Da die Rinde stets mit sehr viel Flechten bedeckt ist,so ist die Farbe häufig verschieden. Im Allgemeinen ist sieschwärzlich und schwärzlichgelb. Bei genauer Betrachtungzeigt sich eine Abwechselung von grauweißer, strohgelber undbraunschwarzer Farbe. Der Querbruch ist faserig oder split-terig; Geruch dumpf, moosartig ; Geschmack anfangs säuer-lich, dann zusammenziehend. Sie kommt in Kisten von 100bis 130 und in Seronen von circa 100 Pfund. Für dieStammpflanzen hält man die Linckona niliäo und cincbonaloncikolia.

7) Lortex Lkinoo rexius, Lkinaregia, Lali-Königs-China, gelbe oder braune China.

Kommt seit dem Jahr 1790 in den Handel und zwar er-scheint sie sowohl in Röhren, als auch in flachen Stücken;zum Theil mit Borke versehen und auch wohl unbedeckt.Länge sehr verschieden. Dicke 2 bis 6 Linien. Die Borkeist stark mit Runzeln und Furchen, durchzogen; wo sie vor-handen ist, erscheint die Farbe moorhirsengrau, und wo siefehlt, zimmt- oder dunkelrostbraun; Querbruch faserig odersplitterig, spröde. Beim öftern Brechen zeigt der Rinden-körper die Eigenthümlichkeit, kleine, glasglänzende Splitterabzusondern, die in der Haut stecken bleiben und ein unan-genehmes Jucken hervorbringen. Geruch schwach lohartig.Geschmack säuerlich und stark, aber nicht unangenehm bitter-lich, gewürzhaft und schwach zusammenziehend. Michaelisfand in einem Pfund unbedeckter flacher Chinarinde 286 Granreines Chinin. Kirst und Göbel erhielten nur 93 Gran.Durch v. Santen, der sämmtliche Sorten Königs-China un-tersuchte, wurden im Durchschnitt aus dem Pfunde etwa140 Gran schwefelsaures Chinin erhalten. Die dicken Stücke,welche man früher am wenigsten achtete, sind die kräftigsten.Es finden sich auf der Königs-China ebenfalls eine großeMenge verschiedener Flechten. Die Güte der Königs-Chinaläßt sich nach dem äußeren Ansehen beurtheilen. Die flache,borkenlose, schwere, hell zimmtfarbige, stark und rein bitterschmeckende und mäßig dicke Rinde ist die beste. Sie ist undwird häufig mit der Llüna llavo lldrosa verwechselt. Uebri-gens sollen auch schon ausgezogene Rinden im Handel vor-kommen, was sich indessen durch den Mangel im Geschmackleicht erkennen läßt. Die Stammpflanze ist, aller Wahr-scheinlichkeit nach, die Lincdona loncilolia. Die Königs-Chinakommt (nach Göbel) in sogenannten Drittel-Seronen, inKoffern und in Kisten aus Amerika. Ganze Seronen voncirca 128 bis 133 Pfd., Drittel-Seronen von 48 bis 80 Pfd.und Koffer und Kisten von 180 Pfd. Netto. Die meistenPackungen enthalten sogenannte Naturellwaarc, d. h. einGemenge von feinen und dicken Rinden. In der Regel trifft

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