Chinarinde
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Chinarinde
man aber darunter mehr dicke als feine Röhren an, beson-ders viel bedeckte, halb bedeckte und geschälte flache Rinden.Es giebt jedoch auch Packungen, welche lauter feine Röhrenenthalten, und wieder welche, die nur aus flachen Stückenbestehen.
8) Lortex Lkinao rüder, Lkina rubra, Lortex ko-ruviünus rüder, rothe China. Ist seit 1779 allgemeinerin Gebrauch gekommen, nachdem sie aber schon seit Anfangdes vorigen Jahrhunderts in Europa bekannt war. Siekommt in gerollten, meist aber in flachen Stücken vor. DieRöhren sind 4 bis 13 Zoll (gewöhnlich aber höchstens 6 Zoll)lang und haben einen Durchmesser von einigen Linien bis 1Zoll. Die Form der flachen Stücke ist unbestimmt. Häufigsind sie zerbrochen, entweder ganz oder theilweise mit Borkebedeckt, welche einen gelblich- oder graulichweißen Ueberzughat. Schwache Rinden sind graulichbraun oder matt roth-braun; starke sind rothbraun bis ins Kastanienbraune.Geruch schwach lohartig; Geschmack stark bitter, etwas herbe,v. Saaten fand in 1 Pfd. feiner Röhren 70 Gran reinesCinchonin und 77 Gran schwefelsaures Chinin. In 1 Pfd.großer, breiter und flacher Stücke von frischem, rothbraunemAnsehen aus derselben Kiste 90 Gran Cinchonin und 18 Granschwefelsaures Chinin. — Die rothe China kommt stets inKisten und zwar von 100 bis 180 Pfd., niemals in Seronenvor. Die meiste kommt über Cadix, also nicht direkt ausPeru, nach Hamburg, und da man früher fast nur die flachenRinden kannte und schätzte, so erhalten wir sie meist schonausgesucht aus Cadix. Die Mutterpflanze ist ungewiß, aberwahrscheinlich Linckona oblonzikolia Richt selten sind an-dere Chinasorten beigemischt, weil die rothe China dietheuerste (das Pfd. kostet circa 4Thlr.) ist. Auch färbt manandere Rinden mit Bolus oder rothem Sandelpulver; mansoll sie selbst mit einer Abkochung von Fernambukholz kochen.Die gepulverte Rinde soll mit gebrannter Bittererde ver-fälscht werden. Die schwächeren Rinden sind geringhaltigerals die stärkeren. Uebrigens ist die rothe China nächst derKönigs-China, der Lkma rubigmosa und der Huanuco die anAlkaloiden reichhaltigste Chinaart.
9) Lortex Lkinae rukiZinosus, Lkin» rubigiiwsa,rostfarbige China. Ist erst seit dem Jahr 1829 durchv. Bergen in Deutschland bekannt geworden. Sie erscheintin gerollten, seltener flachen Rindenstücken von 1>/s FußLänge und 1 bis 3 Linien Dicke. Sie ist ziemlich schwer insGewicht fallend, von Farbe ockerbraun, mit dunklern rost-farbenen Flecken. Die noch mit Borke versehenen Stücke,welche zu den seltner» gehören, zeigen eine weißliche odergrünlich weiße Farbe. Der Geschmack ist schwach säuerlich,zuletzt sehr angenehm chinabitter. Auf dem Bruche ist siekurzsplittrig, dunkelzimmtbraun. Da sie in einem Pfunde>/., Unze Cinchonin enthält, so gehört sie zu den reichhaltig-sten Chinarinden. Sie kommt in Kisten mit ledernen Rie-men geschnürt in den Handel, Die Mutterpflanze ist bis jetztnoch gänzlich unbekannt.
Falsche Chinarinden.
Hierunter versteht man Rinden verschiedener Pflanzen,die als Chinarinden in den Handel kommen, deren Wirkungauch zum Theil sieberwidrig ist, aber deren Mutterpflanzen
nicht zur Gattung Linckona gehören. Sie werden nicht alsHeilmittel gebraucht, sondern gewöhnlich nur zur Vermi-schung mit den wahren Chinarinden. Es sind besondersfolgende:
1) Lortex Lkinae bioolorstae, s. Pitoya-Rinde.
2) Lortex Lkinae Lalikorniae, kalifornischeChina. Diese Rinde ist erst seit wenig Jahren bekannt undkommt selten vor; in riemenförmigen Stücken; graubraun.
3) L. Lkin. Laribaeus, karibäische oder ja-maikanische Fieberrinde. Bon Lxogteinma LaribseumVi'illck., einem auf den Caraiben, Jamaika und St. Domingowachsenden Baume herstammend.
4) L. Lkin. Lusco, s. Cuscorinde.
3) L. Lkin. novae, s. Surinam-China.
6) L. Lkin. piton, s. Lucienrinde.
7) L. Lkin. äo kiio .laneiro, Rio-Janeiro-Chinarinde. Erst seit 1829 durch Pohl bei uns bekanntgeworden. Sie kommt selten vor.
8) Lortex liemigiae, s. Remigiarinde.
9) Lortex Solanikseucko-Lkinae, brasilia-nische China. Die Rinde von Solonum I'seväo-Lkina, diein Brasilien wie China gebraucht wird und seit 1823 durchSt. Hilaire in Frankreich bekannt ist.
10) Lort. 8trvcknos Lseuilo-Lkinae, s. 16).
11) Lortex Lkinae alkus, weiße Chinarinde; sehrverschiedenartig, aber ohne irgend eine Ähnlichkeit mit denächten Chinarinden.
12) Lortex Lkinae drack^carpae; stammt vonLxostemina brack^carpum; dick, rissig, braungrau, mit weiß-lichem Saft.
13) Lortex Lbinae brasiliensis äo lilato,Lkioa drasiiiana, gnina äo lilato, W i eskN - Ch in a, kommtvon Lxosteinma cuspiäatuin und Lxosteinina australe.
14) L o rtex L Kinne L am amu.
13) Lortex Lkinae capricornutae, von Luenaacuminata.
16) Lortex Lkinae cko Lampo, Lkina äe lilanäana,Feld-China; falsche Brasilien-China; kommt vonStr^ck-nos ?seuäo-6Kina, seit 1828 bekannt; der Quassia nahe.
Die Waarenkunde der Chinarinde erfordert Studium;das in den letzten Jahren durch vorzügliche Arbeiten sehr er-leichtert worden ist. Die Werke, welche dabei am zweckmä-ßigsten benutzt werden können, sind:
v. Bergen, Monographie der Chinarinde.Mit herrlichen ausgemalten Kupfertafeln,1826.
Göbel's pharmaceutische Waarenkunde mitilluminirten Kupfern. I. Bd. Eisenach 1827bis 1829.
Dulk und Sachs, die China (aus dem Hand-wörterbuch besonders abgedruckt). Königs-berg 1831.
Marti us Grundriß der Pharmacognosie desPflanzenreichs. Erlangen 1832.
F. L. Winckler, die ächten Chinarinden (ausdessen Lehrbuch der Pharmaceut. Chemie undPharmacognosie). Darmstadt 1834.