Chocolade
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Christian;«
scheidet 1) die gewöhnliche Gewürzchocolade, zu derauch die Banillechocolade gehört; 2) die Gesundheits-chocolade, die blos aus Cacao und Zucker, ohne Gewürzbesteht; 3) die Mooschocolade, solche, zu der man einebedeutende Menge isländisches Moos gethan hat, und dievon Brustkranken häufig genossen wird; 4) die Arznei-oder Medicinchocolade, die mit gewissen Arzneimit-teln, z. B. Chinarinde, versetzt ist. Die Dampfchoco-ladeist keine eigene Sorte, und der Name bezieht sich nurauf die Art der Bereitung, wobei man nämlich zum Reibender Masse sich einer durch Dampf in Bewegung gesetztenMaschine bedient.
Um die Chocolade zu bereiten, liest man sorgfältigalle verdorbenen, schimmeligen Cacaobohnen aus, röstet diegesäuberten Bohnen in einem mit einer Achse versehenen Cy-linder (Trommel), der über gelindem Feuer umgedreht wird,und den man bis zu zwei Drittheilen mit Cacao angefüllthat. Da auf den Grad der Röstung viel ankommt, so istes nöthig, wenn man verschiedene Sorten Cacao zur Cho-coladenmaffe nimmt, diese separat zu rösten, weil wegender verschiedenen Dicke der Schalen manche Sorten sichschneller rösten lassen als andere. Wenn zwischen den Fin-gern sich die mürbe gewordenen Schalen vom Kerne leichtablösen, so hört man mit dem Rösten auf. Uebrigens kannman diesen Zeitpunkt auch bestimmen durch den aromatischenGeruch, den der Cacao entwickelt, wenn er den richtigenGrad der Röstung erreicht hat. Bei einiger Uebung ist diesdas leichteste Mittel. Ist der Cacao genugsam gerostet, soschüttet man ihn aus dem Cylinder (der Trommel) auf einerTafel aus und fährt einigemal mit einer hölzernen Rolledarüber hin, um die Schalen zu zerdrücken und leicht abzu-blättern.
Man kann sich hierzu auch einer Art Mühle bedienen,worin der Cacao durch eine mit weiten Riefen verseheneWalze zerbröckelt wird. Die Schalen entfernt man durchwiederholtes Schwingen und sucht zuletzt noch die etwa nochzurückgebliebenen heraus. Niemals darf das Rösten biß zurVerkohlung der äusser» Schale gehen, denn alsdann würdeeine Aenderung in dem Aroma vorgehen. — Auf das Röstenund Entschälen des Cacao folgt das Zerreiben desselbenzu einem möglichst feinen, gleichförmigen Brei. Ehe aberdieses Zerreiben oder Zerquetschen vorgenommen wird, bringtman den Cacao noch in einem Kessel auf gelindes Feuer, da-mit alle Feuchtigkeit, die er etwa angezogen hat, noch ent-fernt werde. Nun zerstößt man ihn in einem eisernen, bisauf 88 Grad erwärmten, Mörser, bis er eine flüssige teig-artige Masse wird, thut dann allmälig die zur Chocoladebestimmte Menge Zucker hinzu, und fährt dabei fort zustoße», bis sich der Zucker mit der Masse ganz gleichförmigvereinigt hat; dann bringt man den Teig aus dem Mörsersogleich in die blechernen Formen. Will man aber die Cho-coladenmasse bis zur höchsten Feinheit reiben, so geschiehtdies mittelst einer Walze auf einer erwärmten glatten Stein-platte. Ehe man den Teig in Formen bringt, setzt man,wenn man Gewürzchocolade bereiten will, die Gewürze zu.Unter allen Gewürzen ist die Vanille dasjenige, welches derChocolade den angenehmsten Geruch und Geschmack ertheilt,und welches am häufigsten angewandt wird. Nachdem mandie Banillenschote mit einem Messer aufgeschnitten hat, zer-
reibt man sie kalt in einer Reibschale, indem man etwasganzen Zucker zusetzt, der zur feinern Zertheilung der Va-nille beiträgt. Den auf diese Weise erhaltenen gewürztenZucker setzt man dem Chocoladenteige zu. Nun wiegt manvon dem Teige Portionen von >/,, >/» oder >/- Pfd-, je nach-dem die Tafeln groß werden sollen, bringt sie in Formenvon Weißblech und klopft dieselben eine Weile lang starkauf einen Tisch auf, bis der Teig gleichmäßig zerfließt undeine glatte Oberfläche bekommt. Nach dem Erkalten wer-den die Formen umgekehrt und die geformte Chocolade fälltheraus. — Im Allgemeinen nimmt man von Cacao undZucker gleiche Theile und auf 1'/? Pfd. Cacao eine SchoteVanille. Bei den feinern Sorten pflegt man etwas mehrCacao, bei den geringern mehr Zucker zuzusetzen. Zu denletzter» nimmt man Zimmt und Nelken statt der Vanille,Manche Cacaosorten (z. B. der von Berbice, Cayenne undBrasilien) sind bitterer und bedürfen mehr Zucker als an-dere, minder bittere Sorten (wie z. B. der Caraccas- undSoconusco-Cacao), — Um die Chocolade billiger zu liefern,macht man oftmals Zusätze von fremdartigen Substanzen,als: geröstetes Mehl oder Del. Die mit Mehl versetzteerkennt man leicht durch den Geschmack und beim Kochen amkleisterartigen Ansehen. Die Verfälschung mit Oel, beson-ders wenn die Chocolade alt ist, erkennt man am ranzigenGeruch und Geschmack.
Cholets, Kannefasleinen, rohe Platillas,franz. kimiilas ecrues, span. plotlllos cruckas, eine SorteLeinwand, die ursprünglich in Oboist (in Frankreich) ge-webt wurde und für den spanischen und afrikanischen Han-del diente; jetzt wird dieselbe auch in Böhmen, der Lausitzund vorzüglich in Schlesien zu Hirschberg, LandshutSchweidnitz und Schmiedeberg in Menge fabrizirt, in Vier-telstückcn von 13 schlesischen Ellen. Man sieht hauptsäch-lich darauf, daß kein gelbes oder röthliches, sondern durch-aus nur silbergraues oder aschgraues Garn im Gewebe ist.Cholets heißen auch bunte, halbbaumwollcn und halb-leinene Schnupftücher, so wie gestreifte Leinen von verschie-denen Farben.
Chopine , Schoppen, ein älteres französischesWeinmaaß.
Chvuankörner heißen die grünlichen Samen einerunbekannten Pflanze, die aus der Levante kommen undzum Gelbfärben der Federn und bei der Bereitung des Kar-mins benutzt werden.
Chow, Chouw, Perlengewicht in den englischenPräsidentschaften Bombay und Madras, um dadurch denPreis der Perlen zu stellen. — Es wird auch als Gold-und Silbergewicht in Bombay gebraucht.
Chrätsch, Chr ätsch oder Deruga, der russischeName für die Pack- oder Sackleinwand, aus Flachs- oderHanfheede. Man hat davon 3 Sorten.
Chriftiand'or, dänische Goldmünze, seit 1773 ge-prägt, 21-/, Karat fein und 138,97 holl.As schwer; Werth:3 Thlr. 2 Gr. in Passirpistolcn. Seit 1826 werden dafürdie Frederikd'or geprägt.
Christian!« , die Hauptstadt von Norwegen, imChristiania-Fjord (Busen), >» dem Agerhuus-Amt, unter89" 34' 42" n. Br. 8" 23' 6" ö. L. gelegen, mit einer Ein-wohnerzahl von 23,009, etwa 15 M. von dem offenen,