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Erster Band. A - G.
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Cibebeu

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Citronat

wachsenden Pflanze, mit sehr bitterm Geschmack, die früherals magenstärkendes Mittel gebraucht wurde, jetzt aber imeuropäischen Handel fast gar nicht mehr vorkommt.

Cibeben, s, Rosinen.

Cichorie, Wegwarte, Hundsläufte, OickoriumIntjbus ll., eine durch ganz Europa an Wegen und Acker-rändern wild wachsende und seit etwa 80 Jahren in manchenGegenden angebaute Pflanze, von der besonders die Wurzelzu dem bekannten Kaffesurrogate benutzt wird. Diese istlang und spindelförmig, außen bräunlichgelb, inwendigweiß; enthält einen Milchsaft, der bei der wilden Pflanzeaußerordentlich bitter, bei der cultivirten aber etwas milderist. Die Blätter der Pflanze haben ebenfalls einen bitternGeschmack und werden jung als Salat gegessen. Das ganzeKraut wird zur Viehfütterung benutzt. — Seitdem mandie geröstete Cichorienwurzel als Kaffesurrogat gebraucht,wird die Pflanze in mehreren Gegenden Deutschlands starkangebaut. Die Wurzeln werden im Herbst ausgegraben,von dem Kraut befreit, gewaschen, einige Stunden lang ander Luft getrocknet, in kleine Stücke geschnitten, die auf ei-ner Darre, durch Ofenwärme und unter stetem Umrühren,getrocknet werden. Dann röstet man sie in großen Brenn-maschinen (Trommeln) über dem Feuer und mahlt sie aufMühlen. Die Aufbewahrung in rollenförmigen Päckchengeschieht in feuchten Kellern. Die Päckchen enthalten ge-wöhnlich i/z oder 1/, Pfd. Cichorienkaffe. Die Cichorienfa-briken haben sich sehr vermehrt. Zuweilen mischt man unterden Cichorienkaffe Runkelrüben oder Möhren, was abernicht als Verfälschung angesehen werden kann. Uebrigensist noch zu erwähnen, daß in manchen Gegenden und vonmanchen Fabrikanten der Cichorienkaffe„d eu tsch er Kasse"genannt wird. Der Gebrauch ist den Augen äußerst nach-th eilig.

Cicrclia, heißen seidene und halbseidene Zeuge, die inAleppo gemacht werden und nach der Türkei gehen.

Cider, Obstwein, wird durch Währung aus Birnenoder vorzugsweise aus Aepfeln bereitet. Der Aepfelweinist nach dem Wein das angenehmste geistige Getränk. Dermeiste wird in Frankreich, viel auch in England und etwasin Deutschland bereitet. Deshalb baut man auch in Frank-reich sehr viel Aepfel. Die Cider-Bereitung giebt in den 12östlichen, mittäglichen und inneren Departements jährlich14 bis 13,000 Hectoliters, während in den nördl. und nord-westlichen Depart. 7 bis 800,000 Hectoliters, davon die 8Deport, der Normandie allein 4,000,000 Hectol. liefern,und die fünf Depart. der ehemaligen Bretagne jährlich an1,970,000 Hectol. Das Depart. Seine-infer. ist unter al-len Deport, das ergiebigste, denn es erzeugt jährlich an1,622,000 Hectol-, dann die Dep. Calvados, Jlle-Vilaine,Eure, Manche (1,007,000 Hectol.), Morbihan, Orne,Sarthe, Somme, Eure-Loire, Aisne; am wenigsten erzeugtdas Depart. Moselle, außerdem die Depart. Lot, Loire,Aveyron, Ain, Creuse (von 100 bis 1000 Hectol.), dannEher, Nibvre, Allier, Bas-Rhin, Basses-Pyrenees, Ponne,Aube (1000 bis 4000 Hectol.). Durchschnittlich ist derErtrag an Aepfel-Cider in Frankreich 7,600,000 Hectol. imWerth zu 89,000,000 Francs, und den Birn-Cider mitge-rechnet 8,868,738 Hectol. zu 67,178,936 Frcs. Für den

besten Aepfel-Cider gilt der aus Lolif im Depart. Manche,dann der aus Montigny bei Rouen, aus Annebault, Dozulsund Pont-Levsque.

Die Güte des Cider hängt von mancherlei Nebenum-ständen ab, vorzüglich von der Bodenbeschaffenheit, so wievon der Lage und dem Alter der Pflanzungen. Je leichterder Cider ist, desto schneller schlägt er in Säure um, undläßt sich nicht verfahren. Der Cider von Auge hat einenstarken Alkohol-Gehalt (1600 Hectol. geben 100 LitresBranntwein), und hält sich einige Jahre. Angenehmer istallerdings im Geschmack und Geruch der Cider, welcher we-niger Alkohol enthält. Für den Landbau ist der Cider einsehr wichtiger Erwerbzweig in Frankreich.

In England ist der jährliche Ertrag an Aepfel- undBirn-Cider 180 bis 160,000 Barrels. Man hält den Cidervon Guernsey für den besten, jedoch mit Unrecht. Die besse-ren französischen Sorten sind vorzüglicher.

Cigarren, s. Tabak.

Cinchonin, ein zu Anfang dieses Jahrhunderts ent-deckter, eigenthümlicher Bestandtheil der Chinarinden, derzu den sogenannten Alkaloiden gehört. Man gewinnt das-selbe wie das Chinin. Es bildet kleine nadelförmige,farblose und durchsichtige Krystalle; ist geruchlos undschmecktbitter. In der Wärme schmilzt es und wird zersetzt. Eslöst sich in 2300 Theilen kochendem, dagegen in kaltem Was-ser fast gar nicht auf; auch in Alkohol, Aether, ätherischenund fetten Oelen ist es wenig löslich. Es schmeckt sehr starkund anhaltend bitter, ist leichter auflöslich als die Chinin-salze, und wird nur in der Arzneikunde gebraucht. ImGroßen bereiten es die chemischen Fabriken, von denen esbezogen wird.

Cincinnati, Stadt im nordamerik. Staat Ohio amOhio, mit 80,000 Ew., (1843) fünf Banken, wichtigen Fa-briken, Eisengießerei, Schiffbau und ansehnlichem Handelmit Pökelschweinefleisch, Stearin.

Circassias, Circassiennes, ein Zeug aus Wolle,Baumwolle, Leinen oder Wolle, welches zu Sommerkleidern,Mänteln, Umschlagtüchern rc. gebraucht wird. In Englandliefern diesen Artikel Halifax, Huddersfield, Norwich, Som-merfell rc.; in Frankreich Rheims, Troyes, Lille, Rouen rc.,in Böhmen Warnsdorf, Kanitz, Brünn; in Sachsen Krim-mitzschau, Gera, Werdau, Oederan.

Circassienne, ein dem 6ros 6« laues ähnliches Sei-denzeug mit geköperten Streifen, die eine andere Farbe alsder Grund haben. Es wird von den Manufakturen LvonSund der Schweiz geliefert.

Circular, s. Correspondenz.

Citrin, der gelbe Bergkrystall.

Citronat, Su cc ade, nennt man die mit Zucker ein-gemachten fleischigen Schalen einer Frucht, die Citronatheißt und eine Abart der Citrone ist, die besonders in Sizi-lien gezogen wird. Succade pflegt man besonders den inSyrup eingemachten Citronat zu nennen. Der Citronatwird zu mancherlei Bäckereien, Lebkuchen rc. gebraucht.Man bezieht denselben meist aus Messina, zuweilen ausGenua, Malaga und Madera. Die aus Messina kommendenKisten enthalten gewöhnlich 240 bis 280 Stück»