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Erster Band. A - G.
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Citronen

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Cnroncnöl

Citronen, franz. Linons, engt. lemous, ital. llmoni,heißen die bekannten Früchte des aus Asien stammenden undjetzt in allen wärmren Ländern angepflanzten medischcn Ci-tronenbaumes, Linus meäica, von dem es mehrere Abartengiebt, deren Früchte zum Theil unter verschiedenen Namenin den Handel kommen. Man giebt ihnen allen den NamenAgrumen; die häufigsten sind folgende: 1) Die großenCitronen oder Citronate (franz. Linoaat, Leäml;ital. Leäro) auch Cedratfrüchte genannt, haben ein fe-stes, süßes, schmackhaftes Fleisch, sind sehr groß, nicht selten!i bis 10, und manchmal sogar 20 Pfd. schwer. Man machtsie mit Zucker oder Syrup ein und verkauft sie unter demNamen Succade oder Citronat. 2) Die eigent-liche Citrone. 3) Die Perette, von birnförmigerGestalt, blaßgelb, eßbar, mit süßem Fleisch. 4) Die Lu-mie, eine bittere, in Form und Farbe der Pomeranze ähn-liche Frucht. Au dieser Art gehören auch die sogenanntenPatriarch-Citronen und Adamsäpfcl. 3) DieLime; kleiner als die Lumie und von runder Form, hell-gelber Farbe und oben mit einer kleinen Warze versehen.K) DiePonzine oderPonzime, dick, rund, nach vornetwas verlängert oder zugespitzt, von angenehm gewürzhastemGeschmack. 7) Die Bergamotte; der Bergamottbirneähnlich, rechnet man sie bald zu den Citronen, bald zu denPomeranzen. Ihr Geschmack ist bitter gewürzhaft. 8) L i-Mönchen, die kleinsten von allen. Sie haben beinahe garkein Fleisch und sind mit einem grünlichgelben Saft ange-füllt. Man versteht unter Citronen auch die größer» undunter Limonen die kleinern Früchte; bald nennt man dieArten, welche sauren, bald die, welche süßen Saft enthalten,Limonen. In Italien wird der Name Lemoni für alle hier-her gehörigen Früchte gebraucht. Der große Reichthum dessüdlichen Europa an diesen Früchten und der starke Ver-brauch derselben im nördlichen, bewirkt einen bedeutendenHandel damit. Diejenigen Citronen, welche von Italienaus bei herannahendem Winter landeinwärts nach Deutsch-land gehen, werden in Trieft, Botzen, Wien und Prag um-gepackt und die Gebinde füttert man mit Baumwolle aus,um sie bei der weiter» Versendung, nach Polen rc. gegen dieKälte zu schützen. Die Früchte werden einzeln in Papiergewickelt und reihenweise in die Kisten gelegt; an mehrerenOrten geschieht dies, um Betrügereien vorzubeugen, unteröffentlicher Aufsicht. Oft benennt man die Kiste» nach derArt des Segens, z. B. fünflegige (von Genua), siebenlegige(aus den Gegenden am Gardasee in Oberitalien). DieCitronen müssen in trocknen und reinlichen Kellern aufbe-wahrt werden, wo sie noch nachreisen können, da sie, um derleichten Fäulniß vorzubeugen, unreif und noch halb grünvon den Bäumen abgenommen werden. Man pflegt sie auchbei der Aufbewahrung so dicht wie möglich mit Salz, Ascheoder trocknem Sande zu umgeben, doch darf keine Citronedie andere berühren. Die Citrone» halten sich auch, wennman sie mit Wasser übergießt, welches man aber alle 3 bis4 Tage durch frisches erneuern muß. Will man es jedochnicht erneuern, so braucht man nur etwas gestoßenen Schwe-fel oder Salz dem Wasser zuzusetzen. Auch ist es gut, dieoffene Stelle, an der die Citrone vom Stiele abgebrochen ist,mit Wachs oder Firniß zu verschmieren. Im Kleinen, z. B.in Haushaltungen, kann man die Citronen in Besen von

Birkenreisig stecken, worin sie sich ebenfalls gut halten. DieAnwendung der Citronen ist sehr mannigfaltig. DerSaft dient zu Getränken (Limonade, Punsch rc.) und ummanchen Speisen (Saucen) eine angenehme Säure zu geben.Die Schalen braucht man, sowohl frisch als getrocknet, inStücken oder klein geschnitten, als Gewürz und vorzüglichzur Destillation des darin enthaltenen ätherischen Oels (Ci-tronenöl). — In Tyrol werden viel Citronen gezogenund ausgeführt. Von den oberitalienischen schätzt man vor-züglich die vom Gardasee. Einen starken Citronenhandeltreibt Genua. Das Meiste wird aus der Gegend von SänRemo bezogen, wo man nur die versendet, welche nicht durcheinen Ring von bestimmter Größe hindurch gehen. Die fürden Norden bestimmten müssen von der ersten Blüthesein; sie werden vom October bis zum 20. März abgenom-men; doch sind die vom October bis 1. Januar abgenom-menen die besten und haltbarsten für lange Seereisen. DieCitronen von der zweiten Blüthe sind nicht so voll-kommen. Sie werden vom 20. März bis 20. Mai abge-nommen. Die Herbstcitronen, Limoni veräami, sammeltman vom 20. Juni bis Ende September, am besten jedochvon der Mitte des Juli an. Die nach Deutschland bestimm-ten Kisten, Lasso all» leäesca, haben 7 Lagen, Lorsi, undenthalten 700 bis 730 Stück. Die nach Frankreich bestimm-ten, Lasse all' L^onese , haben 6 Lagen und enthalten 830Stück. Die vornehmlich nach dem Norden gehenden Kisten,Lassa alla kianärina , halten nur 400 bis 480 Stück. Diegenueser Citronen haben eine dickere Rinde als die siciliani-schen und verderben nicht so leicht. Die sicilianischen Ci-tronen werden über Messina, die spanischen Citronenzum großen Theil über Malaga, und zwar in Kisten von1000bis 1300Stück, in Portugal hauptsächlich über Portoversandt.

Citronenholz, englisch lamaica rose noock, ein ausAmerika kommendes schweres, dichtes, harziges Holz voncitronengelber Farbe und citronenähnlichem Geruch. Eskommt in Stücken von 1000 Pfd. Schwere und wird vonden Tischlern zu vielerlei feinen Sachen verarbeitet. Durchdie Politur erhält es das Ansehn einer polirten Cocosnuß.Auch in Chili hat man ein Citronenholz, dessen Abstammungin Europa ebenfalls unbekannt ist.

Citronenöl, Cedroessenz, Oleum äe Leäro,Oleum citri, Lsseniia äo Leäro, franz. bulle äo cilron, engl.oll ok cilron, ital. oxllo oder essenra äi ceäro, ein flüchtiges(ätherisches) Oel, welches aus den Citronenschalen durchAuspressen oder Destillation gewonnen wird, blaßgelblichund trübe, das selbst durch die Zeit schwer hell wird. DerGeruch ist angenehm citronen- und bergamottartig, der Ge-schmack bitter. Es ist dünnflüssig, hat aber die Eigenschaft,in halb vollen Flaschen nach mehreren Jahren dickflüssigerzu werden. Durch Destillation aus frischen Schalen erhältman ein wafferhelles, angenehm nach Citronen riechendesOel (Oleum Litri äostillatum, destillirtes Citro-nenöl). Mit der Zeit wird es bitter. Die Schalen von300 Citronen geben 2^/, Loth Oel. Das Oleum äeceärat, Cedratöl, Cedraöl, ist ein Helles, durchsichti-ges, schwachgelbliches, dünnflüssiges, nach Citronen und un-reifen Pomeranzen riechendes, bitterlich schmeckendes, cam-

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