Band 
Erster Band. A - G.
Seite
586
JPEG-Download
 

Cooks

Citroncnsäure — 586 —

pherarttges Oel. ' Sicilien, Montpellier und Grosse lieferndas meiste Citronenöl.

Citronensänre und Zitronensaft. Die eigen-thümliche Zitronensäure ist nicht nur in den Citronen, son-dern auch in Pomeranzen, Preußel- und Moosbeeren, un-reifen Weintrauben, Johannis- und Stachelbeeren, Heidel-beeren, Himbeeren, Erdbeeren, Brombeeren und in den Ta-marindenfrücdten enthalten. Sie wird aus dem Citrvnen-saft dargestellt; in Sicilien wird derselbe von Ende Novem-ber bis März ausgepreßt und nach Parkes Versuchen geben20 Gallons guter Zitronensaft (— lOO'/z Pfd.) im Durch-schnitt 18 Pfd. trocknen citronensaurenKalk und aus diesemerhält man durch umsichtiges Verfahren 10 Pfd. gute weißekrystallisirte Citroncnsäure. Den Saft bringt man in gro-ßen Gebinden in den Handel und zwar mit Branntwein ver-setzt, damit er sich besser conservire und sich die Gallerte ab-setze. Die Zitronensäure bildet sich in farblosen, durchsich-tigen, säulenförmigen Krystallen ohne Geruch und von einemstark sauren Geschmack, die bei gelinder Wärme zu einemweißen Staube zerfallen. Sie lösen sich in V« Theilen kal-tem und r /2 Theil kochendem Wasser auf. Die Auflösungschimmelt leicht. Die unreine, gelbbraune Säure (franz.4cicke cilriguo dlvnäs) gebrauchen die Kattundrucker als Beitze.Oft wendet man statt der Säure den eingedampften Saftan. Die Anwendung zur Limonade, zum Punsch rc. ist be-kannt. Die Verfälschung der Zitronensäure mit Wein-steinsäure, die einen ganz ähnlichen Geschmack hat und weitniedriger im Preise steht, kommt häufig vor. Man erkenntdies aber an der verschiedenen Krystallform, indem dieWcin-steinsäure in Blättern oder Tafeln krystallisirt; ferner aberauch dadurch, daß man einer Auflösung der zu prüfendenSäure kohlensaures Kali (Potasche) zusetzt, worauf, wennWeinsteinsäure vorhanden war, sich sehr bald ein krystallinischkörniger Niederschlag bildet. Eben so bringt Kalkwaffer inder mit Weinsteinsäure verfälschten Citroncnsäure augen-blicklich einen Niederschlag hervor, während dies bei der rei-nen erst nach der Erwärmung geschieht. Wenn die Zitro-nensäure noch Schwefelsäure enthält, so zieht sie aus derLuft Feuchtigkeit an.

Zitronenschalen, coiwx citri, werden durch Trocknenbraungelb; s. Citronen.

Civadier, älteres Getreidemaaß in Marseille.

Civita-Aecchia, befestigte Hauptstadt der gleich».Delegation im Kirchenstaat, am tyrrhenischen Meer, mit10,000 Einw. und einem Freihafen. Es ist die gewöhnlicheStation und Schiffswerft« der päpstlichen Marine, Freiha-fen und der einzige Hafen von einiger Bedeutung, welchender Kirchenstaat am mittelländischen Meer besitzt, und über-haupt zwischen Livorno und Neapel, mit einem Leuchtthurm.Die Ausfuhr besteht in Oel, Getreide, etwas Wein undAlaun; die Einfuhr in Erzeugnissen der Industrie, Colo-nialwaaren rc. — In der Nähe der Stadt, bei Tolfa, be-finden sich die berühmten Alaunwerke, wo der so geschätzterömische Alaun bereitet wird.

Münzen, Maaße, Gewichte und Wechselan-gelegenheiten wie in Rom.

Cladde, franz. LrouHIarä, engl. lVaste-boolc, ist einerder vielen Beinamen des Memorials. Man versteht

darunter auch das Schmierbuch, in welches jeder Hand-lungsgehülfe die kleinen Verkäufe, besonders die unwichtige-ren Platzverkäufe, niederschreibt und die Posten wiederausstreicht, sobald deren Zahlung erfolgt ist; s. Buch-tz alten.

Clariren , franz. cleclarer, engl. to clcur, heißt imSeehandel den Zoll für die auf dem Schiffe befindlichenWaaren rc. bezahlen. Schisfs-Clarier nennt man die-jenigen Personen, welche diesen Zoll einnehmen. Clari-rungsbriefe sind die Bescheinigungen für die erlegtenSchiffszölle.

Clausenburg, s. Klausenburg.

Clausthal, Stadt in Hannover, im Oberharz, mit9900 Ew., Berg- und Forstschule, Nagel- und Blankschmie-den, Kamelot- und Oblatenfabrik; berühmt durch ihrenBergbau.

Münzen, Maaße und Gewichte wie in Han-nover.

Eleve, Stadt im Regierungsbezirk Düsseldorf, in derpreußischen Provinz Jülich-Cleve-Berg, >/z Meile vom lin-ken Rheinufer, am Spoykanal, mit 8200 Einw., Seiden-,Baumwoll-, Woll-, Tabak-, Strumpf- und Hutfabriken.Sonst rechnete man hier, wie in der ganzen Provinz,nach Reichsthalern zu 60 Stübern !> 4 Füchse oderPfennige. Dieser Zahlwerth bestand theils in denfranzösischen Laubthalern, früher zu 113, später zu120 und mehr Stübern das Stück, theils, als nach derfranzösischen Revolution diese Geldsorte immer seltenerwurde, in den brabanter Kronenthaler», früherzu 112 und 114, später zu 116 bis 122 Stübern das Stück.

Jetzt rechnet man, wie in ganz Preußen, nach Thalern,Silbergroschen und Pfennigen; in den Wechselangele-genheiten richtet man sich nach dem Curs von Cöln.

Die jetzigen Maaße und Gewichte sind die preußi-schen; die frühern Maaße und Gewichte, welche noch häufiggebraucht werden, sind:

tiingenmaaße, die Elle, wie in Aachen, — 293,78franz. Linien; zuweilen auch die köln er Elle von 234,8franz. Linien.

Der /uß hat 131 franz. Linien.

Selreidemaaße. Die Last hat 15 Malter L 4 Schef-fel ü 4 Viertel ü 12 Kannen. Der Scheffel wirdauch noch eingetheilt in 4 Spint a 4 Pinten und enthält2702,2 franz. Kubikzoll ^ 33,602 Litres.

/llissigkeitsmaaße. Die Ohm hat 4 Anker , oder 120Weinkannen d 4 Pinten. Die Ohm ist die kölner. DieWeinkanne hält 39,95 franz. Kubikzoll — 1,1892 Litres.

handelsgemichl. Der Zentner — 110 Pfd. ä 32 Lothd 4 Quentchen. Das Pfund wiegt 9718,8 holl. As.

Clochepied, dreidrähtige Organsinseide, wovon zweiFäden zuerst zusammengedreht und dann mit einem drittenFaden umwunden sind. Sie wird in den Gazefabriken ge-braucht.

Clove, ein englisches Gewicht für Wolle, But-ter und Käse.

Coaks, heißt die schwammige Masse der ausgeglühtenSteinkohlen, die zur Feuerung gebraucht wird. Die Coakssind leichter als Steinkohlen, grauschwarz von Farbe, mit